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Lokales Von der Hausbesetzerin zur Spitzenpolitikerin: Katrin Göring-Eckardt und ihr Studium in Leipzig
Leipzig Lokales Von der Hausbesetzerin zur Spitzenpolitikerin: Katrin Göring-Eckardt und ihr Studium in Leipzig
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17:43 11.07.2013
Katrin Göring-Eckardt (Mitte) besucht den Verein Straßenkinder Leipzig. Quelle: Regina Katzer
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“ in der Rosa-Luxemburg-Straße. Dort sprach sie auch über ihre Studienzeit in Leipzig. Damals hatte sie zwar ein Dach über dem Kopf – allerdings war es undicht und es war auch nicht ihr eigenes, denn sie wohnte illegal in einer Dachwohnung in der Queckstraße in Lindenau.

An ihre erste eigene Wohnung kann sich die ehemalige Theologiestudentin noch genau erinnern: „Eines der drei Zimmer war wegen des kaputten Dachs nicht bewohnbar. Dort habe ich eine Wanne reingestellt, die regelmäßig geleert werden musste, wenn es geregnet hat.“ Das Leck hielt Göring-Eckardt jedoch nicht davon ab, in der Queckstraße heimisch zu werden. Zwischen 1984 und 1988 wohnte sie dort – für sie immerhin die bessere Alternative zu einem Wohnheimzimmer, das sie sich mit drei Studenten hätte teilen müssen.

Leipzig. Auf ihrer Wahlkampftour durch Deutschland legte Katrin Göring-Eckardt (Grüne) am Donnerstag einen Zwischenstopp in Leipzig ein. Dabei besuchte sie auch Straßenkinder im Haus „Tante E.“. Dort sprach sie auch über ihre Studienzeit in Leipzig. Damals hatte sie zwar ein Dach über dem Kopf – allerdings war es undicht und es war auch nicht ihr eigenes, denn sie wohnte illegal in einer Dachwohnung in der Queckstraße in Lindenau. 

Eine Wohnung mit Macken und trotzdem klasse

Die heute 47-Jährige fand die Wohnung in Lindenau klasse: „Es war schließlich die erste eigene Wohnung.“ Neben dem kaputten Dach und der fehlenden Doppelfenster hatte die Wohnung aber noch einen weiteren Haken: „Es war nicht so besonders komfortabel mit dem Klo auf halber Treppe.“ Auch das Kochen war mit Aufwand verbunden: „Die Küche hatte einen Herd, den man mit Kohle und Holz heizen musste.“

Im Gegensatz zu den anderen Studenten hätten damals viele angehende Theologen in solchen Wohnungen gelebt. Die gebürtige Thüringerin hatte ihre Bude meistens ganz für sich und fühlte sich wohl im Haus: „Es war ein gemischtes Haus, wo ganz unterschiedliche Leute gewohnt haben - Alte, Junge und unter mir auch ein schwules Paar.“

Lieber Bibeltexte als Griechisch, Hebräisch und Latein

Die Bundestagsabgeordnete blickt, wie sie sagt, mit „großer Romantik“ auf ihre Studienzeit zurück. „Ich habe gerne studiert und das auch ziemlich intensiv gemacht.“ Griechisch, Hebräisch und Latein zählten jedoch nicht zu ihren Lieblingsfächern. Viel lieber las sie in der Heiligen Schrift. „In Bibeltexte reinkriechen, versuchen zu verstehen, was sie sich damals dabei gedacht haben, das fand ich schon richtig spannend“, schwärmt sie.

Allerdings habe sie das Studium zunächst aufgrund einer Krankheit unterbrechen müssen. Nach der Friedlichen Revolution und der Geburt ihrer Tochter widmete sie sich der Politik und kehrte nicht mehr an die Uni zurück.

Lieber Innovationen statt Luxussanierungen

Heute würde Katrin Göring-Eckardt Studenten ganz klar davon abraten, eine Wohnung zu besetzen. „Es ist Aufgabe der Stadt, dass Wohnraum für alle bleibt und nicht nur Luxussanierungen gemacht werden.“ Grundsätzlich spricht sie sich jedoch für die Nutzung leerstehender Gebäude aus. Bestes Beispiel in Leipzig sei das Tapetenwerk, das sie am Donnerstag ebenfalls besuchte. „Dort haben sich Künstler angesiedelt und so entsteht ja auch etwas. Leerräume im wahrsten Sinne des Wortes sind ja auch Orte, in denen ganz oft etwas Neues, Innovatives entsteht.“

In ihrer Berliner Wohnung erinnert sie heute noch eine Kommode aus der Queckstraße an ihre Studentenzeit. „Die hatte ich auf dem Sperrmüll gefunden und sie ist bis heute wunderschön.“

Felix Forberg

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