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Von heißer Luft und Regenmachern: So kommt das Klima ins Gondwanaland

Von heißer Luft und Regenmachern: So kommt das Klima ins Gondwanaland

Aus dem Erdreich ragen Zylinder, aus denen warme Luft ins Gondwanaland quillt. Feine Wassernebel befeuchten die Luft. Temperaturfühler hängen von der Decke, und der Baumriese entpuppt sich als überdimensionaler Entlüftungsschacht.

Leipzig. Die Klimatechnik für Leipzigs Tropenhalle Gondwanaland läuft. Weitgehend unsichtbar für die Besucher wird hier ein künstliches Ökosystem beatmet. Aber der Patient ist sensibel.

Im Winter zu kalt, im Sommer zu heiß - das könnte tödlich sein für Pflanzen wie den Ylang-Ylang Baum oder die Elefantenohr-Feige. Auch für die künftigen tierischen Bewohner der Tropenhalle gelten die Umgebungswerte: 22 bis 28 Grad Celsius Temperatur, 65 bis 75 Prozent Luftfeuchtigkeit. Das alles bitte schön konstant. 3,5 Megawatt Leistung in Fernwärme liefern die Stadtwerke für das Prima-Klima. "Das entspricht ungefähr einem Drittel der Energieleistung für Grünau", sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Prauße bei der offiziellen Inbetriebnahme der Technik am Mittwoch im Leipziger Zoo. Dabei, so betont Zoochef Jörg Junhold, soll die Tropenhalle "effizient und umweltschonend" betrieben werden.

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Leipzig. Aus dem Erdreich ragen Zylinder, aus denen warme Luft ins Gondwanaland quillt. Feine Wassernebel befeuchten die Luft. Temperaturfühler hängen von der Decke, und der Baumriese entpuppt sich als überdimensionaler Entlüftungsschacht. Am Mittwoch nahm der Zoo Leipzig die Klimatechnik offiziell in Betrieb. Fast unsichtbar für Besucher wird hier nun ein künstliches Ökosystem beatmet. Aber der Patient ist sensibel.

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Die exotische Oase mit ihren 16.500 Quadratmetern ist anspruchsvoll in jedem Detail. Ständig braucht man sauberes Wasser in den Schaubecken mit ihren Plexiglasscheiben, eine intelligente Bewässerung des Bodens für üppige Pflanzen, und Regen für den Regenwald. Um alles zu gewährleisten, verbergen sich tief im Bauch der Halle die glänzenden Eingeweide aus Rohren, Zisternen und Filteranlagen. Die sollen außerdem dafür sorgen, dass das künstliche Öko-System nicht zum Klima-Killer wird.

So wird das Regenwasser von dem rund 17.000 Quadratmeter großen, geschwungenen Hallendach in vier Tanks mit rund 588 Kubikmetern Fassungsvermögen geleitet. Ein Kiesfilter reinigt das Wasser, danach steht es für den Bedarf in der Leipziger Tropenwelt bereit, kann durch dünne, im Erdreich verlegte Schläuche geleitet werden. Von dort sickert es durch winzige Löcher in den Boden. "Eine Technik, mit der die Israelis die Wüste urbar gemacht haben", erklärt Lars Handschuh, Projektleiter der Planungsarbeitgemeinschaft Gondwanaland.

Warm darf es in der Halle sein, dafür sorgt die Fernwärme, die auf kurzem Weg vom Gas- und Dampfturbinenkraftwerk der Stadtwerke ins Gondwanaland geleitet wird. Im Winter sorgt eine "Heizung" dafür, dass sich erwärmte Luft wie eine Walze über das Dach bewegt. Würde die Außenhülle zu kalt, könnte das schon das empfindliche Gleichgewicht im Inneren stören. Auch innen wird geheizt und belüftet, der Winter stellt für die Techniker kein Problem dar. "Viel komplizierter ist der Sommer", sagt Lars Handschuh.

Sonnenstunden sind zwar in jeder Jahreszeit ein Glücksfall für das wärmehungrige Gondwanaland. Der Überschuss wird gespeichert und nachts wieder in die Halle abgegeben. Doch im Sommer kann die Temperatur unter dem Hallendach leicht über die 28 Grad klettern. Dann werden die sieben "Dachfenster" sternförmig geöffnet, Hitze entweicht und über Lamellen in der Fassade soll kühlere Luft einströmen. Hilft auch das nicht weiter, bringen Ventilatoren die rund 600.000 Kubikmeter Luft in der Halle in Wallung - und befördert sie eben auf diesem Weg aus den Dachfenstern hinaus.

Wenn es sein muss, werden die Techniker des Gondwanalands auch zu Regenmachern. Tänze und Gesänge sind dazu nicht nötig: Abschnitt für Abschnitt kann die Halle über die Düsen und das Leitungssystem unterm Dach beregnet werden, vom computergesteuerten Leitstand aus.

Evelyn ter Vehn

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