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Lokales Vor allem ausländische Krebspatienten zieht es nach Sachsen
Leipzig Lokales Vor allem ausländische Krebspatienten zieht es nach Sachsen
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10:57 22.02.2018
Blick in den OP-Saal: Viele ausländische Patienten lassen sich lieber in Deutschland operieren. Die hohe ärztliche Expertise, modernste Medizintechnik und die verwendeten innovativen, schonenden Behandlungsmöglichkeiten sind entscheidende Argumente.  Quelle: Foto: dpa
Leipzig

Immer mehr Medizintouristen zieht es auch nach Sachsen. Das geht aus Erhebungen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) hervor. 2016 wa- ren es wiederum fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei lohnt sich das Ge- schäft längst nicht für alle Kliniken im Freistaat.

Eine wichtige Rolle spielt dieses Segment beispielsweise am Leipziger Herzzentrum. In den vergangenen drei Jahren kamen immerhin 239 Patienten aus dem Ausland zu einer Behandlung in die Klinik nach Probstheida. Das war etwa jeder 20. Patient. „Die Versorgung auslän- discher Patienten hat sich in den letzten Jahren am Herzzentrum Leipzig eta- bliert“, sagt Sprecher Stefan Möslein.

Gefragt seien die hohe ärztliche Expertise, modernste Medizintechnik sowie die verwendeten innovativen, schonenden Behandlungsmöglichkeiten. „Zu den häufigsten Diagnosen gehören chronische rheumatische Herzkrankheiten, Erkrankung der Herzkranzgefäße oder angeborene Fehlbildungen des Kreislaufsystems“, so der Sprecher. Die mit Abstand meisten Patienten kamen dabei aus Russland (47) und Kuwait (43) gefolgt von Saudi-Arabien (23), der Türkei und der Ukraine (beide Länder je 9).

Ansonsten halten sich die sächsischen Kliniken bei der Herausgabe von Zahlen zu dem Thema eher bedeckt. Am Uniklinikum Leipzig (UKL) spiele das Thema „eine sehr nachgeordnete Rolle“, so Sprecher Markus Bien. „Wir halten dafür daher auch keine besonderen Angebote oder Strukturen bereit und forcieren dieses Thema auch nicht.“ Dennoch: „Es gibt aber natürlich auch am UKL punktuell Patienten, die für eine Behandlung aus dem Ausland anreisen.“ Mehr als die Hälfte benötige eine Krebsbehandlung, insbesondere im urologischen Bereich. Über konkrete Zahlen und Herkunftsländer könne man jedoch keine Angaben machen. Medizintouristen werden auch am Klinikum St. Georg behandelt. Auch hier wurden keine konkreten Angaben ge- macht. Geplant war in Leipzig sogar einmal eine eigene Klinik für Medizintouristen am Augustusplatz (LVZ be- richtete). Aus dieser „Scheich-Klinik“ ist allerdings nichts geworden. Mittlerweile hat das betreffende Grundstück den Besitzer gewechselt.

Am Uni-Klinikum Dresden sei die Zahl der ausländischen Patienten in den vergangenen drei Jahren sehr stabil geblieben, sagt Sprecher Holger Ostermeyer. Bei einer Gesamtzahl von rund 58 500 Patienten im stationären Bereich handelte es sich im vergangenen Jahr um 100 Medizintouristen (2016: 84; 2015: 99). Diese Konstanz gelte auch für den ambulanten Bereich mit rund 265 000 Patienten. Hier wurden 2017 insgesamt 350 Patienten behandelt (2016: 333; 2015: 334). Die Mehrzahl komme als Selbstzahler oder über europäische Verträge. Letzteres betreffe vor allem Rumänen und Bulgaren, so Ostermeyer. Ganz vorn bei den Behandlungen stehen Urologie, Krebschirurgie, Gynäkologie, aber auch der orthopädisch-unfallchirurgische Bereich.

Fast keine Medizintouristen gibt es dagegen am Klinikum Chemnitz. „Es kommen gerne Patienten aus Russland zu uns, auf Empfehlung von Verwandten und Bekannten aus unserer Region. Die Anzahl wird jedoch nicht gesondert erfasst und hat auch bislang keine nennenswerte Größenordnung erreicht“, so Sprecher Arndt Hellmann.

Von Roland Herold

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