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Lokales Vorsicht Kaffeefahrt: Verbraucherzentrale warnt vor aggressiver Taktik
Leipzig Lokales Vorsicht Kaffeefahrt: Verbraucherzentrale warnt vor aggressiver Taktik
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15:21 18.06.2015
Sogenannte Kaffeefahrten können Verbraucher teuer zu stehen kommen. (Symbolbild) Quelle: dpa
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Leipzig

Das Angebot kommt per Post und klingt verlockend: Ein „Schweizer Kaffeeunternehmen“ lädt zur „Aroma Kaffee Show“. Zum 50-jährigen Bestehen werden Verbraucher eingeladen und sollen mit Kaffeeautomat, Geschirr und Tombola beglückt werden. Solche Briefe sind in Dresden aufgetaucht. Ähnliche Post bekamen Leipziger in einem Wohnblock am Johannisplatz von der „Räucherkate“. Die Verbraucherzentrale warnt: Dahinter stecken Veranstalter unseriöser Kaffeefahrten.

Karin W. aus Dresden hätte laut Brief richtig absahnen können. Bei einer „einzigartigen Jubiläumsfeier“ am 1. Juli sollte sie bei der Aroma-Kaffee-Show Geschenke für sich und eine Begleitung bekommen, auch eine Extra-Kundenprämie für Paare sei in Aussicht gestellt worden, so die Verbraucherschützer. Allerdings sei der Ort der Veranstaltung nicht angegeben worden.

Bei Rechtsexperte Michael Hummel von der Verbraucherzentrale in Leipzig schrillen da alle Alarmglocken: „Wenn jemand so viel zu verschenken hat, sollte man skeptisch sein“, sagte er. Nach den Erfahrungen des Verbands stecke dahinter eine Verkaufsveranstaltung, „bei der die Teilnehmer zum Kauf überteuerter Waren gedrängt werden sollen“.

Auch in Briefkästen eines Wohnblocks am Johannisplatz in Leipzig steckten in dieser Woche Einladungen zu Kaffeefahrten. „Bei uns im Haus wohnen sehr viele Senioren“, schilderte eine Mieterin gegenüber LVZ.de. Sie entschied sofort: Der Brief wandert in den Papierkorb. Auch andere Mieter hatten die Einladung erhalten und waren skeptisch. Offenbar zu Recht: „Die Räucherkate ist nach unseren Informationen ebenfalls unseriös“, so Hummel auf Anfrage. Bereits im August vergangenen Jahres warnte die Verbraucherzentrale Sachsen vor den Einladungen der „Räucherkate“.

Verkäufer nicht unterschätzen

Im aktuellen Schreiben der "Räucherkate" machen die Veranstalter dem Empfänger zunächst ein schlechtes Gewissen: „Zu ihrer letzten persönlichen Einladung sind Sie ja leider nicht gekommen. Da wir fest mit Ihnen gerechnet hatten, haben wir dementsprechend riesigen logistischen Aufwand betrieben, ausreichend Geschenke einzukaufen“, heißt es dort. Das Schreiben firmiert außerdem als „Feste Bestätigung Ihrer einmaligen Sonderfahrt“. Genannt wird der 23. Juni 2015 mit Bus-Abfahrten am Hauptbahnhof, in Klein- und Großzschocher sowie der Zweinaundorfer Straße.

Als „Dankeschön“ für die Teilnahme gebe es „ein einmaliges Sonderprogramm“ am Nachmittag. Kostenlos soll es Butter, Fisch, Holunderwein, und andere Lebensmittel geben. „Bitte bringen Sie auf jeden Fall 2 stabile Tragetaschen mit“, fordert das Schreiben auf. Alle „Kundenpaare/-ehepaare“ sollen zusätzlich einen „hochwertigen Kaffee-Express-Automaten incl. Porzellantassen“ erhalten.

„Grundsätzlich sind Verkaufsveranstaltungen auf sogenannten Kaffeefahrten nicht verboten. Doch wer das Kind nicht beim Namen nennt und dieses als Geschenkeparty anpreist, hat meist etwas zu verbergen“, so Hummel. Die Verbraucher sollten die Taktik der Verkäufer nicht unter- und die eigene Widerstandsfähigkeit nicht überschätzen. Zwar könnten Verträge, die auf Freizeitveranstaltungen geschlossen werden, in der Regel innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden. „Aber dann muss auch ein Vertragspartner greifbar sein“, so Hummel.

Evelyn ter Vehn

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