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Lokales Wagenburg-Leute in Plagwitz: Stadt Leipzig bietet Grundstück für dauerhafte Lösung an
Leipzig Lokales Wagenburg-Leute in Plagwitz: Stadt Leipzig bietet Grundstück für dauerhafte Lösung an
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14:46 16.10.2014
Die Wagenburg-Leute in Plagwitz können voraussichtlich 2015 auf ein anderes Areal umziehen. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

„Das ist auf Interesse gestoßen“, formulierte Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) vorsichtig am Mittwoch im Stadtrat. Der Umzug könnte 2015 über die Bühne gehen. „Diese Lebensform sollte als zum Stadtbild zugehörig akzeptiert werden, sofern Rechte Dritter nicht berührt werden“, sagte Rosenthal am Mittwoch auf eine Anfrage der CDU-Fraktion zum Stand der Dinge.

Seit November 2012 drängen sich rund 16 Wagen auf einem schmalen Streifen am Rande des stadteigenen Grundstücks Jahrtausendfeld. Die Stadt hatte die Fläche vorübergehend als Bleibe angeboten. Die Bewohner zogen von der Gießerstraße an den Kanal, demonstrierten in der Vergangenheit aber für einen anderen, dauerhaft nutzbaren Platz. Aus ihrer Sicht gestaltete sich die Kommunikation mit der Verwaltung darüber schwierig.

Rosenthal erklärte, dass Vorschläge der Wagenburg-Leute geprüft wurden, sich aber als nicht umsetzbar erwiesen. Erst seit wenigen Tagen zeichne sich nun die Lösung ab. Bei einer dauerhaften Lösung will die Stadt einen Nutzungsvertrag abschließen, bei dem auch eine Art Pacht vereinbart werde.

Info-Veranstaltung für Anwohner

Wo sich das mögliche neue Wagenburg-Domizil befindet, will Rosenthal derzeit nicht sagen. „Die Einigung mit den Wagenburg-Bewohnern ist noch nicht perfekt“, begründete er am Rande der Sitzung gegenüber LVZ-Online.

Ein formales Verfahren für solche Fälle gebe es ja nicht, aber nach einer Einigung wolle man zunächst für die Anwohner im Umfeld eine Info-Veranstaltung organisieren, so Rosenthal. „Da sind dann auch die Wagenburg-Leute gefragt.“ Es handele sich auf jeden Fall um ein erschlossenes Grundstück. Die Stadt will Provisorien bei der Strom- und Wasserversorgung beenden, so Rosenthal weiter.

Wohnblog-Spezial: Einblick in das alternative Wohnprojekt

Wohnblog Spezial: Wagenburg in Plagwitz. Quelle: Dirk Knofe

Keine illegale Müllentsorgung

Bisher beziehen die Bewohner der Bau- und Wohnwagen ihr Trinkwasser aus Kanistern. Der Strom wird aktuell über eine Leitung aus einer Kultureinrichtung aufs Jahrtausendfeld geführt. Probleme bei der Müllentsorgung gebe es nicht: Der Abfall werde nicht illegal entsorgt, betonte Rosenthal gegenüber dem Plenum. Die Union hatte Bedenken, dass „mitteleuropäische Standards“ bei den hygienischen Verhältnissen inklusive Abfall- und Abwasserversorgung nicht eingehalten würden.

Wenn Kommune und Wagenburg-Leute sich einig werden, könne der Umzug in der ersten Hälfte des kommenden Jahres stattfinden. Der Standort Jahrtausendfeld kommt für eine dauerhafte Wagenburg-Besiedlung nicht in Frage. Die Stadt plant dort den Neubau einer Grundschule. Ein Teil des Geländes soll Stand Juni 2014 für Wohnbebauung und Gewerbe zur Verfügung stehen.

Fotorückblick 2013

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Leipzig. Für die Bewohner der Leipziger Wagenburg in Plagwitz zeichnet sich eine dauerhafte Lösung ab. Die Stadt hat der Gemeinschaft ein alternatives Grundstück angeboten. „Das ist auf Interesse gestoßen“, formulierte Ordnungsbürgerbmeister Heiko Rosenthal (Linke) vorsichtig am Mittwoch im Stadtrat. Der Umzug könnte 2015 über die Bühne gehen.

Videorückblick: Ein Dorf zieht um

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Evelyn ter Vehn

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