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Lokales Wagenknecht: „Österreichischer Rentner hat monatlich 800 Euro mehr“
Leipzig Lokales Wagenknecht: „Österreichischer Rentner hat monatlich 800 Euro mehr“
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14:54 23.02.2018
„Viele haben das Kasperletheater in Berlin satt.“ – Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht im Felsenkeller.   Quelle: André Kempner
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Leipzig

Rosa Luxemburg hat im „Felsenkeller“ am 27. Mai 1913 ihre berühmte Rede „Zur weltpolitischen Lage“ gehalten. Sahra Wagenknecht ging es zunächst weniger um die große Weltpolitik. Sie machte am Donnerstagabend vor gut 1200 Besuchern im voll besetzten Traditionslokal darauf aufmerksam, dass in Deutschland viel zu wenig Geld für eine Wiederherstellung des Sozialstaates ausgegeben werde. Im LVZ-Interview erklärt sie zuvor, dass sie denjenigen SPD-Mitgliedern ein Angebot machen wolle, die sich gegen die Große Koalition stellen würden. „Es muss etwas Breiteres entstehen“, so Wagenknecht gegenüber LVZ-Chefredakteur Jan Emendörfer.

Wagenknecht in Leipzig

Wagenknecht war nach Leipzig gekommen, um für „eine soziale Offensive“ zu werben. So hätten viele Menschen in der Bundesrepublik nichts vom wirtschaftlichen Aufschwung, die Schere zwischen Arm und Reich gehe immer weiter auseinander. Soziale Gerechtigkeit und Sicherheit seien die Themen, die die Leute am meisten bewegen. „Dass so viele Menschen hierher gekommen sind, zeigt doch, dass viele dieses Kasperletheater in Berlin satt haben“, sagte sie.

Mit einer Neuauflage der Großen Koalition von CDU und SPD drohe ein lähmendes „Weiter so!“. Wagenknecht machte das „neoliberale System“ für das Erstarken der AfD verantwortlich und las der SPD kräftig die Leviten. „Es muss doch unser Ziel sein, dafür zu sorgen, dass die Mehrheit in diesem Land wieder besser leben kann.“ Viele klagten über niedrige Löhne und Renten, bekämen trotz guter Ausbildung immer wieder nur befristete oder Leiharbeitsverträge.

„Nach wie vor kann man ohne Sachgrund Menschen befristet beschäftigen. Das ist ein Skandal, ein Angriff auf Menschenrechte.“ Die SPD unternehme kaum etwas dagegen. Die Linkenpolitikerin wünscht sich, dass die Basis der SPD den Koalitionsvertrag ablehnt. Von Hartz-IV rede gar keiner mehr, auch die Riester-Rente könne die Menschen im Alter nicht absichern. Viele hätten Angst vor dem sozialen Abstieg. Das betreffe auch viele, denen es einmal gut ging. „Ich bekomme immer wieder erschütternde Schicksale geschildert, wo Leute etwa durch Krankheit aus der Bahn geworfen wurden und die dann mit mageren Erwerbsminderungsrenten in die Armut rutschen“, sagte Wagenknecht.

Stärkung der gesetzlichen Rente

„In einem Sozialstaat kann und muss das anders sein.“ Die gesetzliche Rente müsse gestärkt werden. So eine perfide Politik wie die SPD würden die Linken nicht mitmachen. Die Erfolge im Koalitionsvertrag seien „eine Veralberung“. „Ein österreichischer Durchschnittsrentner hat 800 Euro mehr monatlich in der Tasche. Es geht also“, nannte sie ein Beispiel und erntete viel Applaus.

Die Linken wollen am Felsenkeller eine Gedenktafel für Rosa Luxemburg und andere Prominente der Deutschen Arbeiterbewegung anbringen. Linken-Politiker und Historiker Volker Külow, der sich in seiner Einleitung versprach und als Gast Sarah Luxemburg ankündigte, sammelte dafür Geld. 2000 Euro werden benötigt. Ein Interview mit Sahra Wagenknecht lesen Sie in unserer morgigen Ausgabe.

Von Mathias Orbeck

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