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Lokales Künstlerwettbewerb: Wagner bekommt sein neues Denkmal
Leipzig Lokales Künstlerwettbewerb: Wagner bekommt sein neues Denkmal
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10:30 17.09.2009

Allerdings erst nach kontroverser Debatte. Vor allem die Grünen waren gegen ein "verklärendes Denkmal", weil Wagner wie kaum ein anderer Komponist polarisiere. "Wesentliche Ursache dafür ist der unverblümte Antisemitismus in den Schriften Richard Wagners", betonte Grünen-Fraktionschef Wolfram Leuze, der dafür zum Beweis auch etliche Zitate Wagners lieferte.

Darunter aus dem in Leipzig verlegten Aufsatz: "Das Judentum in der Musik". Leuze vertrat die These, dass Wagner damit - wenn auch ungewollt - den geistigen Nährboden für die antisemitischen Pogrome in der Mitte des 20. Jahrhunderts mitbereitete. "Und das soll wirklich der berühmteste Sohn unserer Stadt sein?", fragte der Grüne, der Wagner trotzdem für einen der bedeutendsten Musiker des 19. Jahrhunderts hält. "Es ist daher richtig, ihn zu seinem 200. Geburtstag angemessen zu würdigen."

Für das Denkmal hatte sich - neben diversen Vereinen - vor allem die CDU stark gemacht: "Wagner wird auf der ganzen Welt als berühmter Komponist gesehen. Leipzig fühlt sich als Weltstadt der Musik, deshalb müssen wir ihm auch gerecht werden", sagte Sabine Heymann (CDU). Dabei sei aber selbstverständlich, Wagner mit all seinen Facetten zu betrachten. Siegfried Schlegel (Linke): "Schließlich stand er 1848 in Dresden sogar auf den Barrikaden. Er ist nun mal in Leipzig geboren." Stefan Billig (CDU) verwies ebenso wie Kulturbürgermeister Michael Faber darauf, dass in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ganz Europa antisemitisch geprägt war. "Das dürfen wir nicht vergessen, aber auch nicht zu stark in den Fokus rücken. Ansonsten werden wir der Persönlichkeit Wagners nicht gerecht", so Billig.

Wie das Denkmal aussehen soll, ist offen. Zumal auch die beteiligten Wagner-Vereine der Stadt unterschiedliche Auffassungen haben (die LVZ berichtete gestern). Der Kulturbürgermeister plädierte dafür, den historischen Klinger-Sockel zu verwenden. Der könnte beispielsweise mit einem modernen Kunstwerk bekrönt werden.

Entschieden ist aber nichts. Es gibt ja schon Entwürfe. Details sollen trotzdem in einem Künstlerwettbewerb geklärt werden, zudem drei bis vier weitere Künstler eingeladen werden. Die Auswahl soll mit dem Sachverständigenforum "Kunst am Bau im öffentlichen Raum" abgestimmt werden. In der Jury arbeitet neben Experten auch das Kuratorium Richard-Wagner-Jahr 2013, das auch die Vereine einbeziehen wird.

Von Mathias Orbeck

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