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Lokales Wann gibt es in Leipzig endlich wieder eine Eisbahn?
Leipzig Lokales Wann gibt es in Leipzig endlich wieder eine Eisbahn?
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00:29 09.01.2016
Im Januar 2006 wagten sich Schlittschuhläufer sogar auf das Elsterflutbett. Die Stadt Leipzig gibt jedoch seit langem keine Eisflächen mehr zum Betreten frei. Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Leipzig hat mehr als 550 000 Einwohner, aber keine einzige Eisbahn. Zwar konnten sich Kufenflitzer in den vergangenen Wochen auf einer kleinen Fläche (350 Quadratmeter) am Paunsdorf Center vergnügen. Doch dieses Angebot – finanziert durch einen neuen Sportfachmarkt – endete am 6. Januar um 20 Uhr. Die LVZ fragte im Rathaus an, warum in Sachsens größter Stadt nichts mehr für Schlittschuh-Fans getan wird. Hier die Antworten vom Dezernat Umwelt, Ordnung und Sport.

Wird es in diesem Winter noch mal eine öffentliche Eislauffläche in Leipzig geben?

Nach aktueller Kenntnis der Stadtverwaltung ist das leider nicht der Fall. Bei bestehendem Eislauf-Interesse kann nur auf die Eishalle in Taucha verwiesen werden. Ein zusätzlicher privater Anbieter hat sich in Leipzig bisher nicht gefunden.

Die Arena in Taucha ist für viele Leipziger nur schwierig zu erreichen. Ist es nicht ein recht bescheidener Zustand, wenn eine Halb-Millionen-Stadt keinerlei Eislauffläche auf ihrem Territorium anbieten kann?

Laut Bürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) wäre es „natürlich schöner, wenn es diesbezüglich mehr private Angebote in Leipzig geben würde. Weshalb dies für potenzielle Anbieter offensichtlich nicht attraktiv genug ist, vermag die Verwaltung jedoch nicht zu beurteilen.“ An städtischer Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Standort oder passendem kommunalen Grundstück würde so ein Vorhaben ganz sicher nicht scheitern.

Kleinstädte und selbst Dörfer schaffen es, für ihre Einwohner eine Natureisbahn anzulegen, die in jedem kalten Winter bei entsprechender Wässerung von allein zufriert. Warum geht das in Leipzig nicht?

Weil es mit einem ganz erheblichen Aufwand verbunden wäre und in dieser Form „aktuell nicht prioritär angedacht“ ist. Die Stadt Leipzig wäre für eigene Eisflächen in der Haftung und Gewährleistung. Das heißt konkret, dass diese Flächen regelmäßig überprüft und hergerichtet werden müssten. Dafür wären zusätzliche materielle und vor allem personelle Ressourcen erforderlich, die derzeit einfach nicht zur Verfügung stehen.

Bevor die Leipziger Icefighters 2012 eine Zelthalle in Taucha aufbauten, wollten sie in ihrer Heimatstadt investieren. Gab es seitdem Gespräche über eine Rückkehr?

Es gab seitdem mehrere Gespräche am Tisch des Sportbürgermeisters, obwohl das letzte schon einige Zeit zurück liegt. Bekanntlich stand vor der Lösung in Taucha auch ein kombiniertes Projekt „Einkaufszentrum und Eishalle in einem Gebäude“ zur Debatte, das unter anderem konkret mit dem Eishockey-Club der Icefighters besprochen wurde.

Wäre eine solche Rückkehr aus Sicht des Sportbürgermeisters wünschenswert?

„Der Zuschauerzuspruch in Taucha war und ist beeindruckend und die aktuelle Geschäftsführung – im Gegensatz zu diversen Vorgängern – ganz offensichtlich sehr kompetent und nachhaltig“, erklärt Rosenthal hierzu. „Wenn sich eine Rückkehr nach Leipzig realisieren lassen könnte, würde das immer städtische Zustimmung finden.“ Die entscheidende Frage sei jedoch, unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen eine Rückkehr überhaupt realistisch wäre.

In den Neunzigern richtete das Sport- und Bäderamt jeden Winter eine bis zu 5000 Quadratmeter große Spritzeisbahn an der Jahnallee her. Später – als Leipzig bis 2012 die größte Eissporthalle Deutschlands im Kohlrabizirkus besaß – leistete sich die Kommune daneben zumindest noch kleinere Spritzbahnen im Freizeitpark Lößnig-Dölitz, im Clara-Zetkin- oder Friedenspark. Trifft es nicht zuallererst Kinder aus sozial schwachen Haushalten, wenn jetzt gar nichts mehr geplant wird?

Leider ja, was äußerst bedauerlich ist und grundsätzlich auch nicht Anspruch der Stadtverwaltung sein kann. Es ist einer Kommune wie Leipzig aber leider auch nicht möglich, in allen Bereichen eigene Angebote zur Verfügung zu stellen. Wir haben eine riesige Bandbreite von Interessen so gut wie möglich zu erfüllen.

In Leipzig ist das Betreten von Eisflächen auf öffentlichen Gewässern nur zulässig, wenn diese durch die Kreispolizeibehörde – also das Ordnungsamt – freigegeben wurden. Wer sich daran nicht hält, muss die Kosten für Schäden, Unfälle oder einen Einsatz von Rettungskräften selbst tragen. Stimmt es, dass seit etlichen Jahren keine Gewässer mehr freigegeben wurden?

Ja, zumindest in den letzten Jahren war dies nicht der Fall. Die Verwaltung verfügt auch nicht über speziell ausgebildete Mitarbeiter, welche die Sicherheit von Eisflächen beurteilen könnten. Sie müsste damit also eine Fachfirma beauftragen.

In Hamburg werden zum Volksfest Alstereisvergnügen 150 Buden auf dem zugefrorenen Fluss aufgebaut. Wieso ist dort das Betreten erlaubt, aber hier nicht?

Auch das Betreten der zugefrorenen Alster erfolgt auf eigene Gefahr. Verantwortung und Kosten tragen die Teilnehmer. Das unterscheidet sich nicht von Leipzig.

In Internet-Foren zum Thema ist zu lesen, dass in Leipzig der Kulkwitzer See, der Auensee, das Gewässer vor dem Völkerschlachtdenkmal sowie das im Bretschneiderpark am ehesten für die Kufen-Enthusiasten freigegeben würden. Ist das richtig?

Für den Fall, dass eine solche Freigabe in absehbarer Zeit tatsächlich im Raum stehen sollte, würde das seitens der Stadtverwaltung ebenso gesehen werden.

Von Jens Rometsch

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