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Lokales Wapiti am Cossi - Quartier für besonders seltene Hirsche im Süden von Leipzig
Leipzig Lokales Wapiti am Cossi - Quartier für besonders seltene Hirsche im Süden von Leipzig
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01:00 08.10.2013
Die jeweils zwei neuen Wapiti (links) und höchst seltenen Bucharahirsche (rechts) leben nun nahe des Cospudener Sees. Quelle: André Kempner

Sogar der Einsatz von Yaks wird geplant.

Wer hätte vor einigen Jahren gedacht, dass an dem Badesee im Süden Leipzigs einmal die größte Herde von amerikanischen Waldbisons in Deutschland zu finden sein wird? "Mit einem Dutzend Tieren ist es heute vielleicht sogar schon der größte Bestand in Europa", vermutet Stadtförster Andreas Sickert.

Die umgangssprachlich eher als Indianerbüffel bekannten Riesen (Bullen werden bis zu 3,80 Meter lang und 900 Kilo schwer) leben in zwei Gehegen an der Bistumshöhe und am gegenüberliegenden Südostufer. 2012 bekamen sie erstmals Nachwuchs. "Sie sollen das für die Natur wichtige Offenland beweiden und zugleich als Zuchtbullen für eine Art bereitstehen, die um 1950 herum schon mal als ausgestorben galt", sagt er.

Etwa 20 Hektar früherer Braunkohleflächen sind bereits - an mehreren Orten - eingezäunt. Eines Tages sollen es 50 Hektar mit und ohne Zaun sein. Leipzigs Amt für Stadtgrün und Gewässer versucht mit Hilfe seltener Tiere und mehrerer Partner, solche Areale zum Naturparadies zu machen. Durch natürliche Beweidung entstehen besondere Wiesen oder Wälder, die zum Beispiel vom Aussterben bedrohten Vogelarten wie dem Wendehals Brutplätze bieten.

Nur kosten darf es möglichst nichts, weshalb die vierbeinigen Rasenmäher in aller Regel aus namhaften Tierparks wie Hellabrunn in München stammen. Dies gilt auch für eine absolute Rarität: zwei asiatische Bucharahirsche, die gerade im Gehege am Südostufer eingetroffen sind. "Die Tierparks geben uns zumeist männliche Jungtiere, für die sie selbst keinen angemessenen Platz haben. Im Gegenzug liefern wir aus unserer Zucht, wenn einmal ein älterer Hirsch im Tierpark stirbt", erklärt Sickert das Prinzip.

Der mächtige Buchara- oder auch Baktrische Rothirsch stand im vergangenen Jahrhundert schon zweimal kurz vor dem Aussterben. Inzwischen gibt es weltweit wieder 1000 Tiere in freier Wildbahn und ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm.

Die vier Kalifornischen Zwerg-Wapiti, die seit 2012 bei den Waldbisons am See leben, erhielten nun Gesellschaft von zwei Artgenossen. Dieser Verwandte des Rothirschs ist ebenfalls selten, wurde in Deutschland bislang nur vom Berliner Tierpark gezüchtet. Zudem dient auch der Japanische Sikahirsch als ungewöhnlicher Biotoppfleger in den Gehegen der Kommune.

Nach LVZ-Informationen sollen bald noch Yaks im Umfeld des Sees hinzukommen. Die Bullen dieser asiatischen Rinderart können ein Gewicht von über einer Tonne erreichen. Wegen "einiger Unwägbarkeiten" geben die Projektbeteiligten dazu aber noch keine Auskunft.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.10.2013

Jens Rometsch

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