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Lokales Warum die Leipziger Thomaskirche keine Zeit anzeigt
Leipzig Lokales Warum die Leipziger Thomaskirche keine Zeit anzeigt
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07:00 06.07.2017
Misst stolze 68 Meter: der Thomaskirchturm. Eine Zeigeruhr besitzt er allerdings keine. Quelle: Foto: Armin Kühne
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Allerdings habe die Thomaskirche nie eine eigene Uhr besessen, wie Pfarrerin Britta Taddiken von der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde St. Thomas auf Nachfrage mitteilt. „Bei uns gibt es nur die Glockenschläge zu jeder vollen Stunde.“ Der 68 Meter hohe Kirchturm ist im 18. Jahrhundert vollendet worden. Vielleicht sei es damals nicht üblich gewesen, eine Uhr an einem solchen Objekt anzubringen, vermutet die Theologin.

Licht ins „zeitliche“ Dunkel bringt Marko Kuhn. Der Bibliothekar am Stadtgeschichtlichen Museum weist gegenüber der LVZ darauf hin, dass alle Leipziger Kirchen, die Uhren haben – etwa die Reformierte oder die Peterskirche –, aus dem 19. Jahrhundert stammen. Zur Erbauungszeit der Thomaskirche scheine es hingegen noch keine klassischen mechanischen Uhren gegeben zu haben. Das Leipziger Gotteshaus geht immerhin auf das 12. Jahrhundert zurück. Räderuhren sind erst um 1300 nachweisbar. Zur Zeit der Umgestaltung der Thomaskirche zu einer spätgotischen Hallenkirche Ende des 15. Jahrhunderts waren nur mechanische Schlaguhren in Europa etabliert.

Mehr noch eine Rolle spiele laut Kuhn aber, dass offenbar seit dem 16. Jahrhundert in der Messestadt ein zentraler Ort zum Zeitabmessen bestimmt wurde: das Alte Rathaus respektive sein Vorgängerbau. „Ganz sicher kann man es mangels einschlägiger Quellen nicht sagen. Aber das dürfte der Grund sein“, mutmaßt Kuhn und ergänzt: „Das Alte Rathaus mit seiner aus vielen Richtungen gut erkennbaren Uhr dürfte der zentrale Zeitgeber im vormodernen Leipzig gewesen sein. Zumal der Türmer den Vorteil hatte, sich mit einem Blick an der Sonnenuhr der Alten Waage orientieren zu können.“



Von Matthias Klöppel

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