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Lokales „Was ist eine Laube?“ - Japaner wollen Leipzigs Schrebergärten nach Fernost holen
Leipzig Lokales „Was ist eine Laube?“ - Japaner wollen Leipzigs Schrebergärten nach Fernost holen
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09:40 30.03.2017
Die Gäste sammelten im Museum – hier etwa im historischen Laubengarten – so viele Infos wie möglich über Ursprung und Organisation des Kleingärtnerwesens auf. Quelle: Kempner
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Leipzig

Die 200 Jahre alten Leipziger Schrebergärten könnten bald ein Exportschlager nach Japan werden. Eine Delegation aus der Präfektur Kanagawa mit Sitz in Yokohama nutzte eine Reise nach Berlin für einen Zwischenstopp in Leipzig. Einziges Thema: Kleingärten in den Städten.

Abgeordneter Hiroaki Shikida klärt auf: Gärten gebe es zwar auch in seiner Heimat, jedoch müssten Großstädter bis dahin oft Hunderte Kilometer fahren. Und längst hätten noch viel zu wenig Stadtbewohner Möglichkeiten, sich im Grünen zu erholen. „In Tokio etwa leben die meisten Menschen in Hochhäusern, Grünflächen sind rar. Andererseits sind bei uns jetzt viele Landwirte in der Region überaltert, ohne Nachfolger. Ihre brachen landwirtschaftlichen Flächen möchten wir nun nutzen, um das Kleingartenwesen auszubauen, für die Bürger der Präfektur Schrebergärten mit Fachberatern einzurichten“, so Shikida.

Und interessierte die Besucher aus Fernost bei ihren Fragen an Peter Paschke, Präsident des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde: „Wie viele Leute benutzen Kleingärten in Deutschland? – „Eine Million.“ – Wie groß ist im Schnitt eine Parzelle? – „300 Quadratmeter.“ – „Benutzen junge Leute Kleingärten?“ – „Im Schnitt sind unsere Kleingärtner 60 Jahre alt, der Trend zu jungen Familien wächst aber.“ Die Japaner bohrten bis ins Detail, erkundigten sich selbst, ob man auf den Schollen übernachten dürfe, welches Obst und Gemüse genau angebaut wird. Und ob dabei der Kleingärtner auch „geistige Ruhigkeit erzeuge“.

Und bitte: „Was ist eine Laube?“. Paschke: „Ein kleines Haus, maximal 24 Quadreatmeter!“. – „Ah!... Ist das in ganz Deutschland so?“ – „Ja.“ – „Oh! Und wie finanzieren sich Kleingartenvereine?“ Bei dieser Kardinalfrage stieg Rüdiger Dittmar, Leipzigs Amtsleiter fürs Stadtgrün, mit ein. „Der Kleingärtner bezahlt eine Pacht an seinen Verein, der gibt das Geld dem Verband, der Verband zahlt es an den Grundstückseigentümer, also größtenteils an die Stadt.“ Letztere stelle in Leipzig zu 65 Prozent die Flächen zur Verfügung (die anderen sind privat oder kirchlich). Die Stadt fördere dann auch öffentliche Bereiche in den Vereinen, die Spielplätze beispielsweise, so Dittmar.

Von Angelika Raulien

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