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Lokales Was macht Heimat aus? Internationaler Jugendtreff im Leipziger Osten
Leipzig Lokales Was macht Heimat aus? Internationaler Jugendtreff im Leipziger Osten
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23:59 24.08.2014
Nach der witzigen Theateraufführung im Freizeittreff "Rabet" entsteht ein gemeinsames Erinnerungsfoto. Quelle: Armin Kühne

Wo komme ich her, wo gehöre ich hin? Gekrönt wurde das internationale Begegnungsprojekt der Kinder- und Jugendkulturwerkstatt Jojo mit einer Theater-Performance, einer künstlerischen Collage und einem Film - mit ernsthaften, aber auch vielen witzigen Szenen.

Im Kreis tanzend, feierten die Jugendlichen nun nach der Film-Premiere im Freizeittreff "Rabet" an der Eisenbahnstraße. Zuvor hatten sie mit ihrem Theaterstück gute Unterhaltung geboten, sich spielerisch mit Vorurteilen über ihre Herkunftsländer gegenseitig auf die Schippe genommen, aber auch ihre Erfahrungen mit der anderen Kultur aufgezeigt. Die Israelis seien sehr impulsiv. "Und in manchen Dingen wie Sexualität viel offener als die Deutschen", schildert Julius Fibich, 17, seinen Eindruck.

Gesungen wurde auch - natürlich dreisprachig. Eine kleine Kunstausstellung wurde präsentiert - Zeichnungen von landestypischen Spezialitäten. Und auch ihre "Heimat-Gedanken" haben die jungen Leute bildlich festgehalten. "Jedes Land und seine Sichtweisen unterzubringen, ist gut gelungen", findet Jojo-Leiterin Ute Eidson. "Am ersten Tag waren noch alle sehr zurückhaltend, aber das hat sich schnell durchmischt", erzählt Paula Wünsch. Sie absolviert in der Einrichtung ihr freiwilliges kulturelles Jahr und hat das Projekt mitbetreut. Geld für das Vorhaben kam vom Leipziger Jugendamt und aus dem EU-Fördertopf "Erasmus+".

Die ersten Tage verbrachten die Jugendlichen im Landschulheim Dreiskau-Muckern, südlich von Leipzig. Angereist am 17. August, musste sich so mancher Neuankömmling erst einmal ans deutsche Essen gewöhnen. "Mir hat es aber geschmeckt", so Assaf Azulay, 17, aus Israel. Aufgeteilt wurden die 16- bis 23-Jährigen dann schließlich in drei Gruppen: Theater, Kunst und Film. Die zweite Wochenhälfte verbrachten sie bei den Familien der deutschen Teilnehmer in Leipzig und gingen mit ihnen gemeinsam auf eine Tour zum Geschichtsprojekt Stolpersteine.

"Eigentlich hatten wir im Juli bereits einen Besuch in Israel geplant", sagt Jojo-Chefin Eidson, "mussten ihn wegen des Gaza-Konflikts aber absagen." Beim Gegenbesuch in Leipzig stand auch die Auseinandersetzung mit dem Holocaust auf dem Programm. "Da gab es intensive Gespräche." Schon im Vorfeld sollten die Jugendlichen ihre Großeltern befragen, wie deren Eltern den Zweiten Weltkrieg erlebten. "Interessant war es auch, die Sichtweise der Schweden zu erfahren, die sich während des Krieges neutral verhielten."

Am Wochenende machte sich die Jugendtruppe noch auf für einen Trip nach Berlin mit Besuch des Jüdischen Museums. Gestern ging es dann allerdings für alle wieder zurück in die Heimat, oder zumindest nach Hause.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.08.2014

Benjamin Winkler

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