Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Was wird aus dem Blitzer in der Maximilianallee?
Leipzig Lokales Was wird aus dem Blitzer in der Maximilianallee?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:28 02.06.2018
Fehlt: Der „Starkasten“ in der B 2 soll durch eine Säule ersetzt werden. Quelle: Foto: Modla
Leipzig

Viele Autofahrer reiben sich verblüfft die Augen, wenn sie die Maximilianallee stadteinwärts fahren. Gleich hinter der Unterführung Essener Straße stand jahrelang kurz vor einer Kurve einer der gefährlichsten Blitzer der Stadt. Doch derzeit ist dort nichts mehr von ihm zu sehen: Er wurde abgebaut und seit zehn Wochen nicht ersetzt. Autofahrer rätseln jetzt: Braucht die Stadt die Einnahmen nicht? Oder wurde der Blitzer wegen falsch aufgebauter Induktionsschleifen demontiert, die das Ergebnis verfälschen können (die LVZ berichtete)?

Beides stimmt nicht, hieß es gestern auf LVZ-Anfrage im Rathaus. Das Gegenteil sei der Fall: Leipzigs gefährlichster Blitzer werde aufgerüstet. „Diese Geschwindigkeitsüberwachungsanlage kann derzeit wegen Fahrbahnschäden im Bereich der Sensoren nicht betrieben werden“, erklärte ein Sprecher des Ordnungsdezernats. „Sie wird daher durch eine ersetzt, die keine Eingriffe in den Fahrbahnbelag mehr erfordert.“

Dieser neue Typ heißt „Traffi-Tower“ und steht in Leipzig bereits unter anderem am Georgiring, am Dittrichring und in der Rödelstraße. Die Geräte gelten als die modernsten ihrer Art und stammen vom Hersteller Jenoptik aus Jena. Diese Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen haben unter anderem den Vorteil, dass sie von Autofahrern schwerer zu erkennen sind als die bekannten „Starenkästen“, weil sie farblich besser an die Umgebung angepasst werden können. Und gerade das ist beim Blitzen ein entscheidendes Kriterium: Viele Verkehrsteilnehmer bremsen sofort ab, wenn sie einen „Starkasten“ entdecken und vermeiden so häufig noch in den letzten Sekunden vor dem Blitzen ein Bußgeld oder einen Führerscheinentzug.

Mit dem „Traffi-Tower“ wird das auch deshalb schwieriger, weil er das Tempo schon etwa 50 Meter vor der Säule per Laser misst. Außerdem kann er mehrere Fahrzeuge gleichzeitig blitzen. Denn die Geräte erfassen nicht nur eine Fahrspur, sondern mehrere - und könnten bei entsprechenden Voraussetzungen sogar in beide Richtungen Temposünder ablichten. Gegen die Anschaffung sprechen vor allem die hohen Kosten dieser neuen Super-Blitzer. Pro Gerät werden rund 80 000 Euro fällig.

Trotzdem ersetzen immer mehr deutsche Städte ihre „Starkästen“ durch Traffi-Tower-Geräte. Auch Leipzig folgt diesem Trend. Dass die Stadt das Wechseltempo nicht noch mehr forciert, liegt an der angespannten Haushaltslage.

Der neue Blitzer an der Maximilianallee ist allerdings schon verbindlich geordert. Allerdings kann im Rathaus noch niemand sagen, wann er in Betrieb geht. „Der Zeitpunkt der Inbetriebnahme hängt von den Liefer- und Leistungsfristen der beauftragten Unternehmen ab“, hieß es gestern im Ordnungsdezernat.

Von Andreas Tappert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Jedes Jahr eine Neueröffnung, zuletzt die Südamerika-Welt, doch eines hat dem Zoo bislang gefehlt: ein echtes Maskottchen. Im Jahr des 140. Bestehens soll sich das ändern. Die LVZ zeigt exklusiv den neuen Sympathieträger des Zoos: Löwe Tammi.

30.05.2018

Leipzig-Reudnitz hat einen neuen Quartierspark. Am Dienstag ist der neu gestaltete Cäcilienpark von Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal an die Öffentlichkeit übergeben worden.

29.05.2018
Lokales Letzter Teil der LVZ-Serie zur Sprengung der Leipziger Unikirche - Fotos gegen das Vergessen

Vor 50 Jahren wurde auf Beschluss der SED-Machthaber die Universitätskirche St. Pauli gesprengt, um auf dem damaligen Karl-Marx-Platz neue Gebäude für die Leipziger Karl-Marx-Universität zu errichten. Daran will die LVZ-Serie „Der Fall Unikirche – 50 Jahre danach“ erinnern. Im letzten Teil geht es um Gudrun Vogel. Sie hatte den Auftrag, die Kirche vor der Zerstörung zu fotografieren.

01.06.2018