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Lokales Was wird aus dem Naturkundemuseum?
Leipzig Lokales Was wird aus dem Naturkundemuseum?
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10:37 10.12.2018
Die alte Fabrikhalle – hier die Stirnseite von der Saarländer Straße aus gesehen – wird saniert. Das Naturkundemuseum wird hier aber nicht einziehen. Quelle: Armin Kühne
Leipzig

Die Stadt Leipzig hält an ihrem Ziel fest, ein überregional ausstrahlendes Naturkundemuseum zu entwickeln. „Die vorhandene Museumskonzeption entspricht diesem Anspruch und wird für einen alternativen Standort weiterentwickelt“, sagt Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke. Wo der sein könnte, bleibt allerdings weiter unklar. Zumindest die Suche danach hat wohl begonnen. Vorher muss der Stadtrat erst einmal formal darüber befinden, ob der geplante Standort auf dem Gelände der Baumwollspinnerei tatsächlich aufgegeben wird. Passiert ist das bislang nicht. Das Thema soll nun auf der Tagung des Rates am 12. Dezember debattiert werden.

Verwaltung hat die Notbremse gezogen

Die Ausgangslage: Die Verwaltung hatte im August 2018 die Notbremse aufgrund der Kostenexplosion gezogen. Der Umbau der für das Museum in Halle 7 der Baumwollspinnerei in Lindenau vorgesehenen Räume erwies sich als zu teuer. Sie veranschlagten 37,5 Millionen Euro übersteigen das eingeplante Budget (Etat 10,1 Millionen Euro, davon 2,5 Millionen Euro für die museale Ausstattung) erheblich. Mittlerweile hat sich – trotz Vervierfachung der Kosten – auch herausgestellt, dass nicht alle Wünsche für eine moderne Ausstellung in der ehemaligen Fabrikhalle, die 1906/1907 in Stahlbetonbauweise errichtet wurde, realisierbar sind. So wäre wohl der Anbau eines zusätzlichen Treppenhauses am Giebel „denkmalschutzrechtlich nicht genehmigungsfähig gewesen“, wie Jennicke im Stadtrat auf Anfrage der Grünen sagte.

Kulturdezernat: Keine Rückzahlung von Fördermitteln nötig

Bei der Entfernung des asphalthaltigen Fußbodenaufbaus habe sich gezeigt, dass eine umfangreiche Stahlbetonsanierung notwendig sei. Für die Theaterbereiche wurde aus Brandschutzgründen bereits eine Sprinkleranlage eingebaut. Im Naturkundemuseum muss dies laut Jennicke „aus konservatorischen Gründen abgelehnt werden“. Leipziger Tanztheater, Theater Lofft sowie Theater der Jungen Welt sind von den Problemen am Standort nicht betroffen. Trotz der Verzögerungen werden sie die alte Fabrikhalle im Frühjahr 2019 beziehen, die die Verwaltungsgesellschaft Baumwollspinnerei derzeit saniert.

Was wird aus den übrigen Räumen? Dafür wird nun eine „förderunschädliche Nachnutzung“ gesucht, hieß es. Der bestehende Vertrag mit der Baumwollspinnerei-Verwaltungsgesellschaft wird nicht aufgehoben, sondern gegebenenfalls an „veränderte Rahmenbedingungen“ angepasst. Laut Kulturdezernat müssen keine Fördermittel zurückgezahlt werden. Denn die Mittel wurden für eine „kulturelle Gemeinbedarfseinrichtung“ bereitgestellt, nicht explizit fürs Naturkundemuseum.

Bis 2020 soll Vorschlag zur Zukunft des Museums vorliegen

Wie geht es weiter? „Ich gehe davon aus, dass spätestens 2020 ein konkreter Vorschlag vorliegt“, sagt Jennicke. Die Stadt sucht in Ruhe nach Alternativen für das Naturkundemuseum – das jetzige Domizil am Goerdelerring bleibt ebenso im Rennen wie das Bowlingcenter am Leuschnerplatz, das die Stadt allerdings zur Vermarktung ausschreiben will. Das wiederum könnte gestoppt werden. Um nicht unnötig Zeit zu verlieren, wollen die Grünen die Planungsmittel „retten“, die die Verwaltung im Doppelhaushalt 2019/20 anderweitig verwenden will. „Wir akzeptieren nicht, dass die Verwaltung nun die Mittel fürs Naturkundemuseum kürzt“, sagt Annette Körner, die den Kulturausschuss leitet.

Von Mathias Orbeck

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