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Wasserwerke-Skandal: Tipp aus Liechtenstein

Wasserwerke-Skandal: Tipp aus Liechtenstein

Der entscheidende Tipp zur Aufklärung des Skandals um die Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) kam aus Liechtenstein. In dem Fürstentum war ein Konto für Bestechungszahlungen eingerichtet worden, auf dem jetzt 3,7 Millionen Euro liegen.

Leipzig. Laut Informationen der Leipziger Volkszeitung bestand das Geheimkonto für den Ex-KWL-Geschäftsführer Klaus Heininger bereits seit dem Jahr 2006. Die Beraterfirma Value Partners von Jürgen Blatz und Berthold Senf hatte darauf drei Millionen US-Dollar eingezahlt (umgerechnet seinerzeit 2,4 Millionen Euro). Das Geld stammte von den 28 Millionen US-Dollar Provisionen, die Value Partners für die Anbahnung von CDO-Finanzwetten zwischen den Wasserwerken und drei Großbanken erhielt. "Heute liegen auf dem Konto 3,7 Millionen Euro. Wie sich der Betrag genau aufgezinst hat, wissen wir noch nicht", erklärte Till von Borries, Sprecher der sächsischen Generalstaatsanwaltschaft.

Nach der Verhaftung Heiningers am 27. Februar 2010 habe ein Insider in Liechtenstein von dem Leipziger Finanzskandal in der Zeitung gelesen. Er vermutete, das Konto im Fürstentum könne der Geldwäsche gedient haben, und gab dem deutschen Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden einen Tipp. Die Beamten dort schalteten Sachsens Antikorruptionseinheit Ines ein. "Als uns das BKA über die Geldwäscheverdachtsanzeige aus Liechtenstein informierte, ermittelten wir gleich in Richtung Bestechung", sagte von Borries. Die Berater Blatz und Senf wurden am 17. März in Baden-Württemberg verhaftet. Vor zwei Wochen legten sie Geständnisse ab.

Zudem erklärten sie gegenüber der Staatsanwaltschaft, jetzt auch mit den Anwälten der KWL zusammenzuarbeiten und sie im Streit mit den Banken unterstützen zu wollen. Infolge der Bestechung hatte Heininger 2006 und 2007 geheime CDO-Finanzwetten abgeschlossen. Deren Risiken von bis zu 290 Millionen Euro tragen die Wasserwerke. Die KWL halten die Verträge jedoch für nichtig und haben die UBS-Bank verklagt.

Blatz und Senf sollen einen Großteil ihres Vermögens Treuhändern überschrieben haben. Damit ebneten sie den Weg für eine Freilassung unter Auflagen. Nachdem Blatz am 5. Mai nach Hause durfte, kam vorigen Mittwoch auch Senf frei. Letzterer sprach bereits mit den KWL-Anwälten. Die Staatsanwaltschaft will ihre Ermittlungen zu Heininger noch 2010 abschließen.

Jens Rometsch

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