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Lokales „Weder Clinton noch Trump haben die Jugend angesprochen“
Leipzig Lokales „Weder Clinton noch Trump haben die Jugend angesprochen“
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11:03 10.11.2016
Was sagen die US-Bürger in Sachsen zum Sieg von Donald Trump? Quelle: EPA
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Leipzig

Alina Begley, 21, Chemiestudentin, an der Uni Leipzig, aus Virginia

Weder Hillary Clinton noch Donald Trump haben die Jugend wirklich angesprochen. Das war kein Wahlkampf für die Zukunft, etwa, was die Themen Umwelt oder Außenpolitik betrifft.

Trumps Wahl macht mich doch etwas nervös, weil man nicht weiß, was er nun vorhat, etwa, was seinen Anti-Ausländer-Kurs, den Nationalismus und die Radikalisierung betrifft. Ich denke, dass seine Wahl die rechte Bewegung stärkt und auch Auswirkungen auf einen Rechtsdrall in Europa haben wird. Zwei große Parteien in den USA spiegeln nicht die Vielfalt der Meinungen wider. Die Jugend fühlt sich da nicht repräsentiert. Und unabhängig davon, wer nun gewonnen hat: Die Probleme bleiben. Der Hass auf beiden Seiten im Wahlkampf hat offenbart, dass es viele ungelöste Konflikte gibt.

Alina Begley Quelle: Kempner

Scott Galvao, 43, Geschäftsführer der Internetfirma InterCultural Elements Leipzig, aus Massachusetts

Das ist in diesem Fall das Schlimmste, was Amerika und der Welt passieren konnte. Ich fürchte, das Land wird schwer regierbar, und es könnte auch ein Vakuum entstehen, was die Rolle der USA als Weltmacht anbetrifft. Auch die guten Verbindungen zu Deutschland könnten gefährdet sein. Schade. Hillary Clinton war eine Kandidatin mit viel politischer Erfahrung. Und wir hätten mit ihr und Bill zwei Präsidenten zum Preis von einem bekommen.

Scott Galvao Quelle: Kempner

Lynnda Curry, Professorin an der Musikhochschule Leipzig, aus Missouri

Es ist eine schwierige Zeit für Amerika, weil durch so viel Hass eine negative Atmosphäre erzeugt wurde; unabhängig davon, wer gewonnen hat. Auch mit Hillary Clinton stimme ich nicht in allen Punkten überein. Durch ihren Job als Außenministerin war sie jedoch gut vorbereitet. Bei Donald Trump habe ich die Befürchtung, dass der Rassismus wächst, es eine negative Stimmung gegenüber Menschen anderer Hautfarbe gibt, sich die Gesellschaft spaltet. Dennoch habe ich viel Hoffnung in mir für das Land.

Lynnda Curry Quelle: Kempner

Crister Garrett, 53, Professor, Direktor des Amerikanistikinstituts der Uni Leipzig

Donald Trump ist es gelungen, die aktuelle Stimmung der Unzufriedenheit zu treffen und Wähler zu mobilisieren. Es war daher auch so etwas wie eine Protestwahl gegen das Establishment. Europa wird sich auf Veränderungen in der amerikanischen Innen- und Außenpolitik einstellen müssen, was die NATO, den Außenhandel und anderes betrifft. Für die transatlantischen Beziehungen bedeutet das eine völlig andere Politik, denn Trump stellt die Nato in Frage. Das konfrontiert wiederum Europa mit der Frage, was es selbst für seine Sicherheit zu tun bereit ist. Amerika wird sich nicht komplett isolieren, aber könnte sich unter Trump stark zurückziehen, was die Unterstützung des Nordatlantikpaktes betrifft. Das hätte maßgebliche Konsequenzen. Auch Hillary Clinton hätte mehr Führungsverantwortung von Deutschland gefordert.

Dass Trump Obamacare abschaffen wird, glaube ich nicht, weil auch viele seiner Wähler diese soziale Sicherheit durch die Krankenversicherung genießen.

Crister Garrett Quelle: Kempner

Julie Suciu, 47, Lehrerin an der Internationalen Schule in Leipzig, aus Arizona

Ich bin eine konservative Republikanerin und begrüße, dass Trump es geschafft hat, auch wenn ich nicht in allen Punkten mit ihm übereinstimme. Aber wir brauchen dringend eine neue Einwanderungspolitik. Wer in die USA kommt, muss die Sprache lernen, sich an die Regeln halten. Ich hoffe auch, dass Obamas Gesundheitssystem rückgängig gemacht wird, weil es normale Familien finanziell stark belastet. Clintons Wahl wäre ein Rückschlag für Amerika gewesen.

Julie Suciu Quelle: Kempner

Von Anita Kecke

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