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Lokales Wegen Legionellen: Leipziger Schwimmhalle Mitte bleibt weiter geschlossen
Leipzig Lokales Wegen Legionellen: Leipziger Schwimmhalle Mitte bleibt weiter geschlossen
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18:30 18.02.2015
Die Leipziger Schwimmhalle Mitte in der Kirschbergstraße ist nach dem Fund von Legionellen weiterhin geschlossen. (Archivfoto) Quelle: André Kempner
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Leipzig

Das Sportbad in der Kirschbergstraße bleibt aufgrund des vom Gesundheitsamt verhängten Duschverbots weiter geschlossen. Die eingeleiteten Sofortmaßnahmen sollen nach Angaben der Kommunalen Wasserwerke (KWL) erst kommende Woche abgeschlossen sein.

Voraussichtlich am Montag könne das Bad in Gohlis-Süd wieder wie gewohnt öffnen, sagte KWL-Sprecherin Katja Gläß auf Anfrage von LVZ-Online. Bis dahin werden spezielle Filter in den Duschen eingebaut, welche die gefährlichen Keime zurückhalten und eine Ansteckung verhindern sollen. Gesundheitsbeschwerden bei Gästen oder dem Personal gab es bislang nicht. Eingehende Nachfragen von Besuchern hätten „reinen Informationscharakter“ gehabt, so Gläß am Mittwoch.

Umbauarbeiten an Warmwasseranlage und Leitungen

Wie die Sprecherin berichtete, sei in Abstimmung mit einem Sachverständigen und dem Gesundheitsamt eine Vergrößerung des Warmwasservorrates vorgenommen worden. Zudem wurden Leitungen neu isoliert. Dadurch sei künftig ein besserer Schutz gegen Legionellen gewährleistet, hieß es. Durch thermische Desinfektion – das Spülen mit mindestens 60 Grad heißem Wasser – werden die gefährlichen Keime abgetötet. Sie sammeln sich vor allem in selten genutzten Warmwasserleitungen und können bei einer Tröpfcheninfektion die lebensgefährliche Legionärskrankheit auslösen.

In der Schwimmhalle war bei einer Stichprobe durch das Gesundheitsamt am 26. Januar ein stark erhöhter Legionellenwert in den Duschen festgestellt worden. Gesetzlich erlaubt sind bis zu 100 koloniebildende Einheiten (KBE) pro 100 Milliliter. In der Kirschbergstraße 84 wurden jedoch mehr als 10.000 Einheiten gemessen. Das Gesundheitsamt verhängte daraufhin am 4. Februar einen sofortigen Duschstopp in Umkleidekabinen und Personalräumen, der die Schließung des Bades in Gohlis notwendig machte.

Auswertung der Keim-Analyse steht noch aus

Blick in die Schwimmhalle Mitte in der Kirschbergstraße 84. Quelle: André Kempner

Ob es sich um eine gefährliche Legionellen-Variante handelte, die schwere Erkrankungen auslösen kann, ist noch nicht abschließend geklärt. Das Ergebnis der weitergehenden Analyse liege noch nicht vor, sagte Nils Lahl von der Abteilung Umwelthygiene im Gesundheitsamt. „Das Duschverbot kann nur durch uns aufgehoben werden. Durch den Einsatz von Sterilfiltern wird es jedoch außer Kraft gesetzt“, erklärte Lahl.

Allein durch die entgangenen Besuchereinnahmen dürfte den Sportbädern ein erheblicher finanzieller Schaden entstanden sein. Welche Kosten durch die notwendigen Sofortmaßnahmen entstehen, ist noch unklar. Rechnungen für Material und Gutachten stünden noch aus, sagte Gläß.

Robert Nößler

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