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Lokales Wegen Schizophrenie schuldunfähig: Messerstecher wird womöglich nicht verurteilt
Leipzig Lokales Wegen Schizophrenie schuldunfähig: Messerstecher wird womöglich nicht verurteilt
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23:59 24.10.2014
Der Messerstecher wird wahrscheinlich nicht verurteilt. Quelle: Uli Deck (Symbolfoto)

Ein Gutachter habe dies festgestellt.

Demnach leidet der Messerstecher an Schizophrenie und nimmt aus diesem Grund bereits seit 20 Jahren Medikamente. Auf diese Behandlung spreche er sehr gut an, weshalb es zuvor nie zu Vorfällen gekommen sei.

An jenem Tag, als er zunächst im "Westwerk" an der Karl-Heine-Straße auf einen Türsteher (23) einstach und diesen beinahe lebensgefährlich verletzte, und anschließend an der Ecke Merseburger/Endersstraße zwei Polizeibeamte angreifen wollte, habe er die Medikamente aus unbekannten Gründen nicht eingenommen. In Folge dessen sei er regelrecht ausgetickt. Nach seiner Festnahme wurde er sofort wieder medikamentös versorgt.

Diese Behandlung habe so gut angeschlagen, so das Landgericht, dass ein Unterbringungsbefehl am 22. September auf Antrag der Staatsanwaltschaft außer Vollzug gesetzt worden sei und der Mann sich seither wieder auf freiem Fuß befindet.

Er werde als nicht mehr gefährlich eingestuft, hieß es. Zumal er durch die Schüsse der Polizisten an einem Arm so schwer verletzt worden sei, dass seine Bewegungsfähigkeit erheblich eingeschränkt ist. Wie berichtet, hatten die Beamten von ihren Dienstwaffen Gebrauch gemacht, weil der Tatverdächtige erneut sein Messer zog. Gegen sie läuft ebenfalls ein Ermittlungsverfahren - Tatvorwurf: Körperverletzung im Amt.

Ob gegen den Messerstecher nach der Anklageerhebung überhaupt ein Hauptverfahren eröffnet wird, ist indes fraglich. Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts hat einen weitere Gutachter beauftragt, den Angeklagten zu untersuchen. Sollte sich bestätigen, dass der Mann zur Tatzeit tatsächlich im Zustand der Schuldunfähigkeit war, findet kein Prozess statt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.10.2014.

Frank Döring

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