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Weihe der Propsteikirche: Papst sendet Grußwort nach Leipzig - Kirche allen öffnen

Weihe der Propsteikirche: Papst sendet Grußwort nach Leipzig - Kirche allen öffnen

Mit einem Festgottesdienst wird heute in Leipzig die katholische Propsteikirche geweiht. Die Besucher erlebten eine kleine Sensation: Papst Fanziskus hat ein persönliches Grußwort nach Leipzig gesendet.

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Blick auf die neue Propsteikirche in Leipzig.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Darin heißt es: Die neue Kirche öffne ihre Tore auch für die, die Christus nicht kennen. Der Gottesdienst wurde in den Außenbereich des Hauses am Martin-Luther-Ring übertragen. 200 Ehrengäste waren geladen, darunter Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU).

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Mit einem Festgottesdienst wurde am 9. Mai 2015 in Leipzig die katholische Propsteikirche geweiht. Die Besucher erlebten eine kleine Sensation: Papst Fanziskus hat ein persönliches Grußwort nach Leipzig gesendet. Darin heißt es: Die neue Kirche öffne ihre Tore auch für die, die Christus nicht kennen. Der Gottesdienst wurde in den Außenbereich des Hauses am Martin-Luther-Ring übertragen.

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Im Vorfeld der Feierlichkeiten war bereits davon die Rede, dass Papst Franziskus eine persönliche Nachricht an die Leipziger schicken könnte. Die Grußbotschaft aus dem Vatikan wurde dann tatsächlich bei den Feierlichkeiten verlesen. Vatikan-Botschafter in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterović, überbrachte die Segenswünsche. Papst Franzikus würdigte, dass der Kirchenneubau im Herzen der Stadt errichtet worden sei. Damit gebe er dem Glauben einen Platz mitten im Leben. Das sei ein Zeichen der Hoffnung und der Zukunft. Die Kirche werde „kein Solitär in einer fremden Umgebung bleiben“, so Papst Franziskus. „Sie streckt ihre Arme der Stadt entgegen und gibt sich ihr als Geschenk.“

Tillich dankt Leipzig für Kirchentags-Unterstützung

Sachsens Ministerpräsident Tillich sagte, dass die neue Propstei-Kirche der Leipzig gut tue. „Die Kirche schließt nicht nur eine Baulücke am Stadtring, sie schließt auch eine Lücke in dieser Stadt. Mit dem neuen Gotteshaus - und bald mit dem Paulinum - werden Wunden geheilt, die Krieg und Diktatur im Stadtbild hinterließen.“ Religion sei in Deutschland keine staatliche, aber eine öffentliche Angelegenheit. Tillich dankte Leipzig auch ausdrücklich für die Untersützung des katholischen Kirchentags 2016, für den die Kommune eine Million Euro aufbringt. „Das wird nicht nur ein Fest des Glaubens, sondern eine Bereicherung für die ganze Stadt.“

Die Bedeutung der Ökumene spielte auch in der Predigt von Bischof Heiner Koch aus Dresden eine Rolle.

Die Glocken der Propsteikirche

seien auf die der Thomaskirche und der Nikolaikirche abgestimmt. "Ich freue mich schon darauf, wenn sie zum ersten Mal gemeinsam erklingen", so der Familienbischof. Bischof Koch wies in seiner Ansprache auch auf die von dem amerikanischen Künstler Jorge Pardo gestalteten liturgischen Orte hin.

Koch hob außerdem das von dem Leipziger Künstler Falk Haberkorn geschaffene, 22 Meter lange und gut drei Meter hohe

Fenster zum Martin-Luther-Ring

hervor. Das Werk ist eine Besonderheit: Je nach Beleuchtung macht es die Worte des alten oder des neuen Testaments nach außen sichtbar. Aus der alten Propsteikirche in der Emil-Fuchs-Straße wurde am Samstag auch eine Reliquie übertragen. Ein kleiner Teil der sterblichen Überreste des Kirchenlehrers und Universalgelehrten Albertus Magnus aus dem 13. Jahrhundert wurde in einem Grab im Altar beigesetzt.

Ab 14 Uhr singen

stündlich Kinder- und Jugendchöre

in der Kirche, anschließend gibt es Kirchenführungen. Um 21 Uhr beginnt die "Nacht der Chöre“ mit dem Thomanerchor Leipzig, dem MDR Rundfunkchor, dem Chor des Kirchenmusikalischen Instituts Leipzig, dem Leipziger Universitätschor, dem Sächsischer Kammerchor und dem Vokalensemble „Sjaella“ (Eintritt frei). Der Samstag schließt mit einem Gebet zu Mitternacht, anschließend gibt es noch Kirchenjazz mit dem David-Timm-Jazzquartett.

Die Entscheidung für den Kirchenneubau fiel 2008. Die alte Propsteikirche war baufällig geworden. Die Kosten für das neue Gotteshaus betrugen mehr als 15 Millionen Euro. Die Architektur der Kirche ist ebenso modern wie umstritten. Nach offiziellen Angaben lebten Ende Dezember 2013 in Leipzig 24 247 Katholiken. Das gesamte Bistum Dresden-Meißen - die katholische Kirche im Großteil Sachsens und in Ostthüringen - zählte zum gleichen Zeitpunkt 141 788 Katholiken. Die Zahlen für 2014 werden bundesweit einheitlich zur Jahresmitte 2015 veröffentlicht.

(mit dpa)

Geschichte der Propsteikirche in Leipzig

 

19.9.1847

- Kirchweihe der ersten Trinitatiskirche in der Rudolphstraße (100 Meter westlich des heutigen Neuen Rathauses)

 

4.7.1917

- Die Gemeinde muss die beiden großen Glocken abliefern. Diese werden zerschlagen und abtransportiert.

 

29.6.1921

- Nuntius Pacelli, der spätere Papst Pius XII., besucht die Gemeinde und die Stadt.

 

4.12.1943

- An diesem Samstagmorgen um 4 Uhr wird die Propsteikirche durch einen Bombenangriff schwer beschädigt. Stehen bleiben nur die Außenmauern und der Kirchturm.

 

20.2.1944

- Ein weiterer großer Bombenangriff beschädigt das St. Josephshaus und zerstört das Presbyterium (Altarraum) der Propsteikirche.

 

27.2.1945

- Zerstörung des Josephshauses und Pfarramtes durch einen Bombenangriff; Beschädigung des Kolpinghauses

 

1950

- Beginn der Enttrümmerung der Ruine der Propsteikirche und deren Sicherung gegen Einsturz als Vorarbeit zu deren Wiederaufbau

 

21.10.1954

- Die schriftliche Standortgenehmigung zum Neubau der Propsteikirche am alten Standort wird erteilt.  

Oktober 1954

- Tageszeitungen berichten vom „größten Kirchenneubau der DDR“

 

November/Dezember 1954

- Sprengung der Ruine der Propsteikirche zur Schaffung der Baufreiheit für die neue Kirche

 

2.2.1955

- Rückziehung der Standortgenehmigung für den Kirchbau; die für den Dreifaltigkeitssonntag geplante Grundsteinlegung der neuen, größeren Kirche kann nicht stattfinden.

 

17.2.1955

- Eingabe der Propstei an Walter Ulbricht (damals Vorsitzender des Ministerrates)

 

24.2.1955

- Zusicherung von Walter Ulbricht, dass ein neuer Standort zur Verfügung gestellt wird.

 

7.4.1955

- Wieder wird die Standortgenehmigung für das alte Propsteigrundstück erteilt, diesmal vom Ministerium für Aufbau in Berlin.

 

15.1.1957

- Die Standortgenehmigung wird von der Stadt Leipzig wieder entzogen.

 

3.2.1966

- Ortsbesichtigung mit dem Stadtarchitekten am neuen vorgeschlagenen Kirchenstandort der künftigen Propsteikirche am Westplatz (Käthe-Kollwitz-Straße/Friedrich-Ebert-Straße)

 

14.8.1967

- Umstellungen des Bebauungsplanes der Stadt stellen den Kirchenbau wieder in Frage.

 

14.9.1967

- Bauausführung wird auf unbestimmte Zeit verschoben.

 

1972 / 1973

- Der Rat des Bezirkes Leipzig lehnt jedwede Kirchbauverhandlungen als „nutzlos“ ab.

 

1975

- Das Ordinariat verhandelt mit dem Außenhandelsministerium wegen des Baus der Propsteikirche auf Devisenbasis. Der Rat der Stadt muss auf Weisung der DDR-Regierung einen Bauplatz anbieten.

 

7.7.1975

- Erneuter Antrag der Pfarrei nach Bau auf altem Propsteigrundstück.

1.12.1975

- Angebot des Grundstücks Oeserstraße 39 durch die Stadt. Ablehnung durch die Pfarrei (unannehmbarer Standort).

 

Oktober 1976

- Der Oberbürgermeister übergibt den Standortvorschlag „Emil-Fuchs-Straße 5-7“ für den Kirchbau an Propst Elsner. Den alten Standort am Neuen Rathaus genehmigte die SED nicht.

 

11.10.1976

- Ordinariatssitzung empfiehlt die Annahme.

 

Ende 1978

- Grundstückstausch (kircheneigene Grundstücke Friedrich-Ebert-Straße und Rudolfstraße Werden dazu eingesetzt)

 

22.6.1979

- Beginn der Bauarbeiten am Gemeindezentrum

 

24.10.1980

- Bischof Gerhard Schaffran legt den Grundstein für die neue Propsteikirche und das Gemeindezentrum.

 

1982

- Am Pfingstmontag weiht Bischof Gerhard Schaffran vier Bronzeglocken für die neue Propsteikirche.

 

21.11.1982

- Bischof Schaffran weiht die Propsteikirche. Die Baukosten in Höhe von sieben Millionen D-Mark werden aus Spenden der Katholiken der Bundesrepublik beglichen. Die Kosten für die Inneneinrichtung trägt die Gemeinde.

 

10.11.2008

- Bischof Joachim Reinelt gibt den Neubau der Propsteikirche in der Leipziger Innenstadt bei einer Pressekonferenz bekannt.  

2011

- Archäologische Grabungen starten auf dem mehr als 2000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Martin-Luther-Ring und Peterssteinweg.  

27.4.2012

- Bischof Heiner Koch legt den Grundstein für den Neubau. In den Boden wird eine Kapsel mit Münzen und Dokumenten eingelassen, darunter eine Ausgabe der Leipziger Volkszeitung.  

5.4. 2014

- Das sieben Meter hohe Edelstahl-Kreuz wird auf den im Rohbau fertigen Kirchenturm gehoben.  

9.5.2015

- Die neue Propsteikirche an der Nonnenmühlgasse wird nach gut zwei Jahren Bauzeit von Bischof Heiner Koch geweiht.

Evelyn ter Vehn / Björn Meine

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