Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Weihnachten im Sankt Georg: Feiertage sind keine Ruhetage
Leipzig Lokales Weihnachten im Sankt Georg: Feiertage sind keine Ruhetage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:01 19.05.2015
Die Notfallaufnahme im Klinikum St. Georg in Leipzig. Quelle: André Kempner

Je Schicht garantieren übers Fest in Eutritzsch vier Schwestern sowie je Fachrichtung ein Facharzt medizinische Hilfe rund um die Uhr.

Lediglich der geschmückte Baum im Foyer sowie ein kleines Gesteck am Empfangstresen erinnern daran, dass Weihnachten ist. Ein halbes Dutzend Männer und Frauen, teils allein, teils in Begleitung sitzen im Wartebereich. Selbst wenn der Andrang moderat erscheint, kann es länger dauern, bis sie aufgerufen werden. Die Reihenfolge bestimmt der Arzt.

Mit Dringlichkeitsstufe rot, das sind Patienten, die sofort angesehen werden müssen, kämen übers Jahr nur etwa ein Prozent, sagt Ilona Buschmann. Die promovierte Allgemeinmedizinerin gehört zur Weihnachtsbesatzung des Krankenhauses. "Allerdings haben wir täglich durchaus ein paar Leute, die ein gelbes Mäppchen erhalten und damit binnen einer halben Stunde angesehen werden sollten." Die meisten seien jedoch "Grüne", also Patienten, die nicht unbedingt in eine Notaufnahme müssten. "Allein gestern habe ich eine reichliche Stunde nur mit Verbandswechseln zugebracht - und dann noch die Schreiberei", erzählt die Ärztin. Viele müsse sie auch wieder bestellen, denn Freitag sei zwar Werktag, aber die Mehrzahl der Praxen zu. "Das ist kostbare Zeit, die jenen verloren geht, die ein akutes Problem haben", konstatiert sie. Wenn jedoch Hausärzten von der Kassenärztlichen Vereinigung geradezu untersagt werde, an Tagen wie Montag und Freitag dieser Woche zu öffnen, seien die Patienten ja gezwungen, den Notdienst aufzusuchen, ärgert es die Medizinerin. "Unserem Gesundheitswesen fehlt es nicht am Geld. Es ist nur völlig fehlorganisiert", bringt sich die 52-Jährige angesichts der Diskrepanz in Rage. "Wenn Feiertage ungünstig liegen und, wie diesmal, die Hausärzte fast zwei Wochen ausfallen, ist das ein unmöglicher und vor allem unnötiger Zustand." Sie kenne durchaus Hausärzte, die auch den einen oder anderen Tag gern geöffnet hätten. "Beispielsweise für Montagearbeiter, die nun am Freitag oder Montag vor verschlossener Praxis standen."

Das Notfall-Team im Sankt Georg hatte über Weihnachten jedenfalls keine Langeweile. Schwerpunkte gab es nicht, sagt Cornelia Rohleder am Aufnahmetresen. "Hier ist immer Betrieb." Bei der 43-jährigen Verwaltungsangestellten muss zunächst jeder vorsprechen. "Gestern ging jedoch kein Bleistift zur Erde: Magenschmerzen, vor Wochen mit dem Fuß umgeknickt, Atemnot, Schnittwunden, hoher Blutdruck, zwei Herzinfarkte..." Auch Heiligabend war es rappelvoll, heißt es. "Nach der Bescherung kommen auch die Einsamen, die gar nicht schnell dran sein wollen", erzählt Schwester Kerstin Wilsdorf. Seit zwei Jahrzehnten kennt die 56-Jährige das Geschäft. Diesmal steht sie mit Schwester Anja und Daniela sowie Pfleger Nils den Ärzten zur Seite. "Und Volha, unsere gute Seele, die uns den Rücken frei hält, denn manchmal brauchen Patienten einfach nur ein liebes Wort", sagt Schwester Kerstin. So wie Magdalena Grode, die sich kurz vor ihrem 90. Geburtstag bei einem Sturz schwer verletzte und nun mit ihrem Schicksal hadert. Guten Mutes indes ist Eileen Schäfer in die Notaufnahme gekommen. "Ich bin kein Notfall, sondern muss zur Kontrolle und brauche nur die Überweisung zu den Gynäkologen im Haus", sagt die 32-jährige werdende Mama. Sie fühle sich gut betreut und möchte hier gern auch entbinden. Dass sie ein Weilchen warten muss, lag möglicherweise daran, dass allein von Heiligabend bis gestern Mittag elf neue Erdenbürger im St. Georg das Licht der Welt erblickten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.12.2013
Cornelia Lachmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Resultat kann er nicht hinterlassen: Rudolf Schlatter geht Ende Januar 2014 in den Ruhestand. Wo das "Naturkundemuseum der Zukunft" entsteht, ist nach wie vor unklar.

17.01.2017

Wegen einer beschädigten Trinkwasserleitung ist das Nordende der Erich-Zeigner-Allee am zweiten Weihnachtsfeiertag für den Verkehr gesperrt worden. Wie die Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) mitteilten, war das etwa 15 Zentimeter starke Rohr in dem Abschnitt zwischen Zschocherscher und Karl-Heine-Straße gebrochen.

26.12.2013

Nutzer von Bus und Straßenbahn in Leipzig können ihre Fahrscheine von Freitag (27. Dezember) an nicht mehr am Automaten lösen. Aus Furcht vor Schäden durch Silvesterböller werden die Automaten in der Messestadt bis zum Jahresanfang außer Betrieb genommen und erst ab dem 2. Januar 2014 wieder schrittweise zugeschaltet, teilten die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) mit.

26.12.2013
Anzeige