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Lokales Weihnachtsliederabende sind Höhepunkte
Leipzig Lokales Weihnachtsliederabende sind Höhepunkte
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17:32 27.12.2015
Der Thomanerchor mit dem interimistischen Thomaskantor Gotthold Schwarz bei einer vorweihnachtlichen Probe. Quelle: Martin Pelzl
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Leipzig

Proben, Besprechungen, Auftritte – für den Thomanerchor, den interimistischen Thomaskantor Gotthold Schwarz und all die vielen Helfer im Umfeld ist die Vorweihnachtszeit eine besonders arbeitsreiche. „Ihr macht euer eigenes Tempo“, schüttelt Schwarz bei einer Probe im Alumnat an der Hillerstraße kurz vor dem Fest den Kopf. Einigen seiner Schützlinge ist die Müdigkeit auf die Stirn geschrieben. Auch „Maria durch ein Dornwald ging“ gefällt dem gebürtigen Zwickauer nicht. Außerdem „brauche ich noch mal den Anfang von ,Macht hoch die Tür‘“, wie er sagt, und die geplante Probenzeit noch einmal um zehn Minuten ausweitet.

Bei Ludwig Führer, Tobias Gründel, Pascal Leonhardt und Victor Reiser – vier aus dem Jahrgang, den die LVZ über die nächsten Jahre begleiten wird – kommt der Vorweihnachtsstress unterschiedlich an. Tobias findet, dass es „einigermaßen ging“ und durch die interessante Konzertreise nach Israel (die LVZ berichtete) aufgelockert wurde. Im Heiligen Land hat ihm besonders gefallen, dass die Thomaner dort das Weihnachtsoratorium aufführen konnten. Pascal befindet wiederum, dass es stressiger als sonst gewesen ist. Victor beurteilt die Anstrengungen der vergangenen fünf bis sechs Wochen als „mittel“ und Ludwig ist ein „es geht so“ zu entlocken.

Israel ist natürlich für das gesamte Quartett ein Ereignis gewesen – auch wenn Ludwig findet, vom Land nicht viel außer dem Strand in Tel Aviv gesehen zu haben. Dies sehen Pascal Victor und ganz anders, die von einer sehr erlebnisreichen Reise – „noch dazu schön warm“ und „mit viel Sonne“ – berichten.

„Jetzt noch einmal ein bisschen mehr Freude am Singen finden“, fordert unterdessen Gotthold Schwarz von seinen Zöglingen. Einige scharren schon ein wenig mit den Füßen, die Nachmittagsruhe sehnen sich wohl die meisten herbei. Doch ohne dass sie ihre Aufgaben sängerisch alle erfüllt haben, lässt sie der Thomaskantor nicht aus dem hellen Probenraum mit Gemälden vieler seiner Vorgänger an der Stirnwand. „Silencium im Glied“, muss noch einmal ermahnt werden, bevor dann auch der letzte Ton richtig sitzt. Singen auf diesem Niveau ist eben vergleichbar mit Hochleistungssport. „Gut, so machen wir es auch heute Abend“, lobt Schwarz, nachdem eines der vielen Konzerte in der Vorweihnachtszeit nicht so ganz nach seinem Geschmack über die Bühne gegangen ist.

Im Rückblick sind für Victor, Pascal und Tobias die Weihnachtsliederabende die schönsten Konzerte gewesen – mal das erste, mal das zweite. Ludwig findet hingegen „alle gut“. Doch bevor die Vier in die kurzen Weihnachtsferien entlassen werden, steht am Heiligen Abend noch einmal ein Mammutprogramm in der stets überfüllten Thomaskirche auf dem Plan. „Es ist sicher eine Belastung für alle Kräfte“, sagt Stefan Altner, Geschäftsführer des Thomanerchors. Doch „zum großen Teil“ würde dies das Ensemble auch beflügeln – viele der Aufführungen des Weihnachtsoratoriums seien sehr gut gelaufen. „Was in dieser Zeit des Jahres oft fehlt, ist eben die Zeit“, so Altner.

Wie ein Weckruf der Engel erscheint dann bei der Weihnachtsmotette am frühen Nachmittag des Heiligen Abends jener Augenblick, als plötzlich das Mikrofon von Pfarrer Martin Hundertmark doch noch funktioniert. Später ist er bei seiner Ansprache, in der die Engel der Weihnachtsgeschichte sowie weitere aus der aktuellen und älteren Geschichte im Mittelpunkt stehen, bis in die letzte Ecke gut zu verstehen. Ebenso natürlich der sich in sehr guter Verfassung präsentierende Chor, der – gefühlt – mehr musikalische Anteile bestreitet als noch in den Vorjahren. Nicht zu vergessen natürlich Thomasorganist Ullrich Böhme.

Für die Sechstklässler geht es am Abend nach der Bescherung im Kasten, wie das Alumnat gern genannt wird, dann auch endlich zu den Familien. Denn die stehen bei Pascal, Tobias, Ludwig und Victor ganz oben auf der Vorfreudeliste. Doch auch das gemeinsame Erlebnis mit den anderen Thomanern sowie das abendliche Singen auf Leipziger Straßen möchten die Jungs im Matrosenanzug keinesfalls missen.

Von Martin Pelzl

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