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Lokales Weihnachtsmarkt und 4. Advent: Packt der Leipziger City-Tunnel das?
Leipzig Lokales Weihnachtsmarkt und 4. Advent: Packt der Leipziger City-Tunnel das?
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23:59 16.12.2013
Haltezeiten in Leipziger City-Tunnelstationen offenbar zu kurz für Ansturm der Fahrgäste. Quelle: dpa

Die Folge sind Rückstaus von Zügen an den Tunnel-Zufahrten und Verspätungen. Am kommenden verkaufsoffenen Sonntag könnte der Ansturm noch größer werden.

Das Phänomen war schon bei den kostenlosen Schnupperfahrten am vergangenen Sonnabend sichtbar, aber als Ausnahmesituation eingeschätzt worden. Doch am folgenden Sonntagnachmittag wiederholte sich das Szenario: Diesmal gab es einen Ansturm von Fahrgästen, die zum Weihnachtsmarkt wollten; der allergrößte Teil von ihnen stieg direkt unter dem Leipziger Markt aus. Bis sich die Züge nahezu komplett entleert hatten und neue Fahrgäste eingestiegen waren, dauerte es viel länger als kalkuliert und an normalen S-Bahn-Stationen üblich. "Es hat sich herausgestellt, dass die Haltezeiten der Züge nicht ausreichen", erklärte gestern Bahn-Sprecher Jörg Bönisch. "Wir überlegen jetzt mit dem Besteller der Leistungen - dem Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) - wie wir damit umgehen."

Denn am Wochenende könnte sich die Lage in der Tunnel-Station Markt noch einmal deutlich zuspitzen. Dann werden neben Besuchern des Weihnachtsmarktes noch zehntausende Einkaufslustige erwartet, die am letzten verkaufsoffenen Sonntag vor Weihnachten ihre Geschenke holen wollen.

Beim Massenansturm auf die Station am vergangenen Sonntagnachmittag geriet der Fahrplan völlig aus dem Takt. "Wir mussten Zugausfälle produzieren, um die Verspätungen wieder aufzuholen", berichtet Bönisch. Dafür seien zum Beispiel Züge in Richtung Halle schon in Schkeuditz gewendet worden und wieder zurückgefahren. "Das war für die betroffenen Fahrgäste natürlich nicht schön", räumt Bönisch ein. Das im Vorfeld erarbeitete Störfallkonzept sei zum ersten Mal angewendet worden.

Reisende berichten auch von einer Panne am Sonntagmorgen. In einem Zug der Linie S3, der um 8.19 Uhr von Halle nach Stötteritz starten sollte und aus zwei Einheiten bestand, gab es ein technisches Problem. Die defekte Zughälfte wurde abgekoppelt, sämtliche Fahrgäste mussten im vorderen Teil Platz finden, der sich erst mit siebenminütiger Verspätung in Bewegung setzte.

Am gestrigen Montag hat sich die Situation nach Angaben der Bahn wieder entspannt. Leipzigs City-Tunnel habe seine erste Bewährungsprobe im Berufsverkehr bestanden, heißt es. Doch auch zu Wochenbeginn war das Fahrgastaufkommen im Tunnel stark von der Weihnachtszeit geprägt. "Es gibt viele Neugierige, die sich den Tunnel anschauen und mit der neuen S-Bahn fahren wollen", so Bönisch. Außerhalb von Leipzig sei ein Zug aus Zwickau ausgefallen und in Wurzen wegen eines Signalproblems eine halbstündige Verspätung eingetreten - beides sei im Tunnel wirksam geworden. "Wir sind nicht dagegen gefeit, was in den Weiten des Netzes passiert", betont Bönisch.

ZVNL-Geschäftsführer Oliver Mietzsch. Quelle: André Kempner

Im ZVNL wird diese Entwicklung aufmerksam verfolgt. "Wir werden die Bahn bitten, bis Jahresende längere Züge mit bis zu 400 Sitzplätzen einzusetzen", sagt dort Geschäftsführer Oliver Mietzsch. Wenn die Züge länger seien, verteile sich das Fahrgastaufkommen besser und die Haltezeiten können eingehalten werden. Auch Ansagen in den Zügen und auf den Bahnsteigen müssten verstärkt werden, um die Fahrgäste besser zu verteilen. Die Fahrgäste könnten ebenfalls einen Beitrag leisten, indem sie zügig ein- und aussteigen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.12.2013

Andreas Tappert

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