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Lokales Weihnachtswichtelfrau Christine Voigt sorgt für gedeckte Tische bei Leipziger Hospiz
Leipzig Lokales Weihnachtswichtelfrau Christine Voigt sorgt für gedeckte Tische bei Leipziger Hospiz
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23:59 13.12.2013
urstspende für das Kinderhospiz in der Fleischerei Materne in der Probstheidaer Straße in Leipzig.Michael Materne übergibt Christine Voigt die Riesenwürste. Quelle: André Kempner

In diesem Jahr aber war ihr das nicht genug.

So um den Nikolaus formte sie zudem Plätzchen für reichlich 72 Bleche. In einer zweitägigen konzertierten Backaktion, was letztlich neben der Villa Auguste auch dem Kinderhospiz Bärenherz zugute kam. Dabei sei die Rohstoffbeschaffung anno 2013 für die 69-Jährige nicht leicht gewesen. "Sie ist lange erfolglos nach ihrem favorisierten Kuchenmehl herumgerannt, kam dann auf die Idee, den Globusbäcker zu fragen", wusste Voigts Bekannte Edelgard Hammer zu berichten. Dort habe man okay gesagt. "Holen Sie in zwei Stunden die Mischung ab." Was am Ende ein Neun-Pfund-Teigklops war. Mit allen erlesenen Zutaten, die Kekse lecker machen. Einen Pflaumenkuchen für Bärenherz - in Mühlradgröße - buk sie kurz drauf dann nicht selbst, luchste ihn aber der Bäckereikette Steineck ab. Ebenso wie 20 Kinderadventskalender dem Globuschef.

Nun, Gebäck und Kalender sind längst verteilt, die Seniorin aber ist weiter auf den Socken. Kekse knabbern ohne weihnachtliches Ambiente - das geht ja nun gar nicht, stand für die quirlige ältere Dame fest. Bei Dehners Gartencenter wurde ihr Vorsprechen bezüglich etwas Deko mit einem "wunderschönen, äußerst kindgerechten großen Weihnachtsgesteck" für die jungen Bärenherz-Bewohner belohnt. Diese Woche nun seppelte Christine Voigt die Fleischer ab. Der Streifzug lohnte: Haeder in der Liebknecht-, Materne in der Probstheidaer Straße spendeten kiloweise. Würste, Gulasch - Im Kinderhospiz wie in der Villa Auguste soll schließlich zum Fest auch Herzhaftes auf den Tisch kommen. Ihre hilfreiche Hand bei all dem: Ehemann Manfred (69). "Mächtig eingespannt!", lobt ihn sich die Gattin: "Er ist Chauffeur, geht für mich mit dem Hund Gassi und macht überhaupt alles, was mich in diesen Tagen von Küche und Organisation abhalten könnte."

Dass Christine Voigts freudespendenden Aktivitäten so peu à peu an Ausmaß zulegen ("Der neunjährige Enkel in Machern bekam jetzt zu Nikolaus ein Paket, hab' das Hinfahren nicht geschafft!"), mag durchs Leben geprägt sein. "Ich hatte mit 14 keine Eltern mehr, kam ins Internat, musste auf Geheiß eines Vormundes Herrenschneiderin lernen. Dabei wollte ich in die Medizin!", erzählt sie. "Na, das habe ich später auf eigene Faust nachgeholt!"

Viele Jahre habe sie dann, bis zu einer Krebserkrankung, in der Röntgenabteilung des St.-Elisabeth-Krankenhauses gearbeitet. Letztlich "frühberentet", "konnte ich zu Hause doch nicht herumsitzen", sagt sie im Tonfall tiefer innerer Abneigung gegenüber jeglicher Däumchendreherei. Die kreative Ader sei erwacht. "Ich habe im Keller eine Bastelstube eingerichtet. Dahin kommen selbst ältere Leute aus der Umgebung und meine Hausärztin zu mir." Christine Voigt lacht: "Die Hausärztin sagt, ich sei die beste Therapeutin!".

Ja schön - aber wie sieht es nun bei all der caritativen Schafferei mit dem eigenen Weihnachtsfest bei Voigts aus? Die Frau scheint nicht zu toppen: "Ach, die Geschenke und so? Alles fertig! Alles schon akkurat eingepackt, voll mit Schleifchen und so. Also, meinetwegen kann Heiligabend dann mal ruhig kommen -"

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.12.2013

Angelika Raulien

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