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Lokales Weinteichsenke wird beim Völkerschlacht-Jubiläum zum Gefechtsfeld
Leipzig Lokales Weinteichsenke wird beim Völkerschlacht-Jubiläum zum Gefechtsfeld
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01:00 17.09.2013
Völkerschlacht 1813 bei Leipzig. Historische Vereine aus ganz Europa stellen jedes Jahr die Schlacht um Leipzig/Markkleeberg dar. Quelle: André Kempner

Erwartet werden 6038 Teilnehmer aus 26 Ländern.

Leipzig erinnert im Oktober an die Völkerschlacht vor 200 Jahren mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen. Zum Programm gehört auch eine Gefechtsdarstellung, die der Verband Völkerschlacht bei Leipzig 1813 organisiert. Mehr als 6000 Laiendarsteller, die aus ganz Europa und sogar aus Nordamerika kommen, wollen die Zuschauer auf eine Zeitreise zu jenen schicksalhaften Tagen des Jahres 1813 mitnehmen.

Sie reisen aus 26 Ländern an - darunter aus Kanada, den skandinavischen Ländern, Estland und Irland. Der älteste Teilnehmer kommt aus Moskau und ist 84 Jahre alt.

Eine Truppe hat sich etwas Besonderes ausgedacht: Sie wird in vier Etappen vom Erzgebirge nach Leipzig marschieren. Stopps werden in Auerswalde, Elsdorf und Beucha eingelegt. "Geschlafen wird dort, wo es möglich ist, beispielsweise in einer Scheune in einem ehemaligen Vierseitenhof in Elsdorf", erläutert Wolfgang Müller vom Militärhistorischen Verein II. Korps-Artillerie zu Fuß aus Schellenberg, einer der Beteiligten. Zelte werden nicht mitgeführt. Der Trupp besteht aus zehn Pferden und zirka 20 Personen. "Wir sind deutschlandweit die einzige französische Gruppe, die ein mit eigenen Pferden militärisch bespanntes Geschütz ins Feld führt."

"Re-enactments" heißt diese Art von Veranstaltungen - dabei werden an möglichst authentischen Schauplätzen bedeutende Ereignisse der Geschichte "nachgespielt". Dabei legen die militärhistorischen Vereine großen Wert auf eine originalgetreue Darstellung, ohne die Schlacht detailliert nachzuspielen. Geboten werden Ausschnitte aus Kämpfen, die an den drei Haupttagen der Völkerschlacht bei Leipzig so stattgefunden haben sollen.

Auf dem 500 000 Quadratmeter großen Gefechtsfeld der Weinteichsenke zwischen Markkleeberg und Wachau kommen Einheiten der Infanterie, Kavallerie und Artillerie zum Einsatz. Das Stabslager wird am Festanger von Markkleeberg, dem preußischen Hauptlager, zu finden sein, ein weiteres Lager in Liebertwolkwitz. "So eine Veranstaltung in diesem Ausmaß hatten wir noch nicht. Das stellt Organisatoren und Akteure vor große Herausforderungen. Aber wir haben alles im Griff", betont Falk-Gert Pasemann, dessen Agentur das historische Spektakel organisiert.

Die Gefechtsdarstellung dauert von 12.30 bis 16.30 Uhr, anschließend ist eine Gedenkminute zu Ehren der im Jahr 1813 Gefallenen geplant.

Wie gelingt es, den Einsatz der Darsteller authentisch zu organisieren und die Handlungen zu koordinieren? Dafür wurde beispielsweise bereits 2011 die "Arbeitsgemeinschaft Preußischer Generalstab 1806-1815" ins Leben gerufen. Die entwirft die militärhistorischen Szenarios, die Aufstellung und ständige Anpassung der Ordre de Bataille (Schlachtordnung). In mehreren thematischen Workshops und militärhistorischen Schulungen holten sich die Offiziere das nötige Rüstzeug - wie vor 200 Jahren. "Dabei orientiert sich die theoretische Ausbildung an den Ideen der Scharnhorstschen Reformen von 1810", erklärt Martin Klöffler, der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft. Daneben gibt es auch einen französischen Generalsstab.

Der Verband erwartet am 20. Oktober bis zu 20 000 Besucher zur Veranstaltung. Alle 7200 Sitzplätze auf den vier Tribünen sind inzwischen ausverkauft. Stehplätze für Einzelpersonen und Familientickets gibt es aber noch. "Die Besucher müssen aber nicht alle stehen. An den acht Gastronomiepunkten entstehen 2000 zusätzliche Sitzplätze auf Bierzeltgarnituren", kündigt Arne Roland von der Agentur Pasemann an.

Die Tickets für den Stehplatz kosten 15 Euro, die Familienkarte ist für 34,50 Euro erhältlich.

Die hochwertige, deutsch-englische LVZ-Broschur "1813 - 1913 - 2013. Leipzig und die Völkerschlacht" ist für 9,95 Euro in allen LVZ-Shops, im Buchhandel und in ausgewählten Pressefachgeschäften sowie im Internet-Buchshop bei www.lvz-shop.de erhältlich. Bestellungen der 52 Seiten starken Publikation unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 2181-050.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.09.2013

Mathias Orbeck

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