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Weiße Rosen vor der „Runden Ecke“ erinnern an Befreiung Leipzigs durch die Amerikaner

Gedenken Weiße Rosen vor der „Runden Ecke“ erinnern an Befreiung Leipzigs durch die Amerikaner

Zwanzig amerikanische Soldaten aus den USA ließen bei der Befreiung Leipzigs ihr Leben. Bei einer Gedenkveranstaltung vor der „Runden Ecke“ wurde am Dienstag an die Ereignisse des 18. April 1945 erinnert.

Jürgen Wenge (links) und US-Generalkonsul Scott R. Riedmann ( vor der Gedenkstätte „Runde Ecke“.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Zwanzig amerikanische Soldaten aus den USA ließen bei der Befreiung Leipzigs ihr Leben. Den Tod des 21-jährigen US-Soldaten Raymond J. Bowman hat der berühmte Fotograf Robert Capa festgehalten. Das Foto ging um die Welt. Heute gibt es in Leipzig ein Capa-Haus und eine Bowmanstraße. An diese „große Geste der Leipziger“ erinnerte der scheidende US-Generalkonsul Scott R. Riedmann in seiner Rede vor der „Runden Ecke“. Im Gebäude am Dittrichring, das heute die Stasi-Unterlagenbehörde und das Museum in der Runden Ecke beherbergt, ist gestern an den Tag der Befreiung Leipzigs durch die US-Amerikaner vor 72 Jahren erinnert worden. „Solche Gedenkorte und Veranstaltungen helfen uns, Geschichte zu verstehen und zu reflektieren“, so der Konsul, der in Kürze ins US-Generalkonsulat nach Bagdad wechselt.

Am 18. April 1945 hatten sich Truppen der ersten US-Army von mehreren Seiten ins Stadtgebiet vorgekämpft und strategische Punkte besetzt. Es sollte allerdings noch bis zum 20 April dauern, bevor der letzte Widerstand einer von Stadtkommandant Hans von Poncet befehligten Besatzung des Völkerschlachtdenkmals gebrochen war und Leipzig von der Herrschaft des Nationalsozialismus befreit war. Amerikaner bezogen zunächst im Fürstenhof, dann in der heutigen „Runden Ecke“ Quartier, richteten dort ihr Hauptquartier sowie kurzzeitig die Alliierte Militärregierung ein. Diese begann unter widrigen Umständen mit dem Aufbau demokratischer Strukturen. Eine Tafel am Gebäude zeugt noch von jener Zeit, als die US-Militärregierung von hier aus alles unternahm, um das Leben in der schwer zerstörten Messestadt zu normalisieren. Wenige Wochen später, am 2. Juli 1945, wurde Leipzig jedoch gemäß den Vereinbarungen von Jalta an die Rote Armee übergeben. „Es begann der gezielte Aufbau einer kommunistischen Diktatur“, betonte Jürgen Wenge, der Vorstandsvorsitzende des Bürgerkomitees Leipzig. „Erst 1989 öffnete sich mit der Friedlichen Revolution das Tor zur Freiheit und Demokratie wieder.“ Im Museum informiert eine Ausstellung „Zwei Mal befreit? Leipzig unter amerikanischer und sowjetischer Besatzung 1945“ über die Entwicklungen der damaligen Zeit. Im DDR-Unterricht bis 1989 wurden die ersten Wochen eines demokratischen Neuanfangs unter der amerikanischen Besatzung verschwiegen.

Gedenken gestern auch am Mahnmal in Abtnaundorf. Dort waren vor 72 Jahren mindestens 80 Häftlinge des KZ-Außenlagers Leipzig-Thekla, die in der Rüstungsindustrie schuften mussten, durch SS-Angehörige und Volkssturmmänner bei lebendigem Leib verbrannt oder erschossen wurden. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und der Bund der Antifaschisten hatten zum Gedenken eingeladen.

Von Mathias Orbeck

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