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Lokales Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen trifft sich in Leipzig
Leipzig Lokales Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen trifft sich in Leipzig
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22:56 28.06.2017
Der Willkommensabend in der Reformierten Kirche: Präses Simon Froben , Pastorin Elke Buksch und Pfarrer Michael Engels (.v.l.) Quelle: André Kempner
Leipzig

Leipzig und die Kirchen – allmählich wird es Liebe: Nach dem Katholikentag 2016 und dem Evangelischen Kirchentag auf dem Weg 2017 ist es jetzt die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGRK), die von Donnerstag bis zum 7. Juli an der Pleiße ihre 26. Generalversammlung abhält. Sie steht unter dem Motto „Lebendiger Gott: Erneuere und verwandle uns“. Erwartet werden 1000 Delegierte aus 100 Ländern. Sie vertreten rund 80 Millionen Christinnen und Christen aus reformierter Tradition – und sorgen für das größte Ereignis einer internationalen kirchlichen Organisation im Reformationsjubiläumsjahr. Allerdings haben die (evangelisch-)reformierten Gläubigen mit Martin Luther nur bedingt etwas am Hut. Ihr Reformator des Herzens ist Johannes Calvin.

Trotzdem werden sich die Frauen und Männer, Pastoren und Laien aus aller Welt – neben einem Tag in Berlin – auch einen Tag in Wittenberg aufhalten. In der Stadt des Thesenanschlags von 1517 ist eine gemeinsame Erklärung von Lutherischem Weltbund und Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen geplant. Das „Wittenberger Zeugnis“ solle eine künftig engere Zusammenarbeit besiegeln, betonte Chris Ferguson, der Generalsekretär der WGRK, der mehr als 225 Kirchen der reformierten, presbyterianischen, unierten, sich vereinigenden und waldensischen Richtung angehören. „Calvin war stets der festen Überzeugung, dass es die Einheit der Kirchen braucht – als Antwort auf eine gebrochene Welt“, sagte der Kanadier. Reverend Jerry Pillay aus Südafrika, der Präsident der Weltgemeinschaft, bekräftigte den Einheitsgedanken: „Wir wollen in Wittenberg etwas in Gang setzen, was Kirchen zusammenbringt und nicht voneinander trennt.“

Inhaltlich gearbeitet wird ansonsten im Congress Center Leipzig (CCL) auf der Neuen Messe – vor allem anhand der Heiligen Schrift. Auf der Grundlage des Wortes Gottes werden die Delegierten in ihren Plenarsitzungen nach Lösungen für die Probleme dieser Welt suchen. Laut Präsident Pillay liegen die Schwerpunkte auf den Themen Gewalt gegen Frauen und Kinder, Menschenhandel, Flüchtlingsströme in Europa, Afrika und Amerika, Armut und Rassismus. Auch um die Beziehungen der Weltreligionen untereinander und die religiös motivierte Gewalt werde es gehen, so Pillay. Einer die Welt umspannenden Gerechtigkeit wollen sich die Gesandten gleichfalls nähern. Dabei gilt ihr Augenmerk der wirtschaftlichen und ökologischen sowie der Gender-Gerechtigkeit.

Ein erstes Kennenlernen gab’s Mittwochabend in der Reformierten Kirche am Tröndlinring. Die Leipziger Pastorin Elke Bucksch und Präses Simon Froben hießen die Gäste in der Stadt der Friedlichen Revolution willkommen. Selbst der Bundespräsident kommt wegen der Generalversammlung nach Sachsen. Es ist Frank-Walter Steinmeiers erster Besuch im Freistaat, seit er deutsches Staatsoberhaupt ist. Am morgigen Freitag ab 9 Uhr spricht er in der Nikolaikirche im Rahmen eines – nichtöffentlichen – Begrüßungsgottesdienstes. Steinmeier gehört der Reformierten Lippischen Landeskirche an.

Im Zuge des Mega-Treffens finden zahlreiche Konzerte, Diskussionen und Andachten statt, die allen interessierten Leipzigern offen stehen. Eines von vielen Kulturangeboten ist die Ausstellung „Global Players for God and World“, die Donnerstag um 13 Uhr in der Wandelhalle des Neuen Rathauses ihre Weltpremiere feiert. In Geschichten, Dokumenten und Bildern soll deutlich werden, wie Menschen 500 Jahre nach Luther und Calvin an der Erneuerung ihrer Kirchen arbeiten und wie sie sich für eine gerechtere Welt und ein sozialeres Miteinander einsetzen.

Aus Sicht der deutschen reformierten Christen handelt es sich um ein Jahrhundertereignis, das im Übrigen erst zum zweiten Mal auf deutschem Boden stattfindet (davor 1964 in Frankfurt/Main). Die Stadt Leipzig fördert das Ereignis mit 100 000 Euro. Und hat in Pfarrer Martin Engels, Moderator des Reformierten Bundes in Deutschland, einen neuen Fan gewonnen. „Leipzig mit seiner Messe-Tradition, mit seiner Weltoffenheit und kulturellen Vielfalt passt zu uns. Ein überaus geschichtsträchtiger Ort, nicht nur wegen seiner Bedeutung für die Reformation. Der Herbst 1989 hat gezeigt, dass Glaube nie unpolitisch ist.“

Weitere Informationen im Internet.

Von Dominic Welters

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