Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Weltmarktführer aus Leipzig bringt Straßenbahngleise auf Vordermann
Leipzig Lokales Weltmarktführer aus Leipzig bringt Straßenbahngleise auf Vordermann
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:26 04.07.2016
Rollt auf Reifen und auf Schienen: Diese neue Spezialmaschine fürs Schienenschleifen ist seit gestern Abend auf dem Gleisnetz der Straßenbahn im Einsatz.   Quelle: Kempner
Anzeige
Leipzig

 Leipzigs Verkehrsbetriebe (LVB) versuchen den Lärm ihrer Straßenbahnen zu reduzieren: Seit gestern Abend ist ein Spezialmaschine im Einsatz, die sogenannte Riffeln und Wellen von Gleisen abschleift. Solche Unebenheiten entstehen im Laufe der Zeit unter anderem durch das Bremsen und Beschleunigen der Bahnen.

Das neue Schienenschleiffahrzeug fährt selbstständig zum Einsatzort, hält über einem Gleis und fährt zwei zusätzliche Achsen aus, mit denen das Fahrzeug auf dem Gleis rollen kann. Sobald es darauf anfährt, sprühen zwischen seinen Achsen Funken, denn dort sind zweimal zwölf Schleiftöpfe angebracht, die die Unebenheiten auf den Gleisköpfen abschleifen. „Die Besatzung verfolgt im Fahrerhaus über eine Monitor, wo sich die Schienenschäden befinden und ob sie abgeschliffen sind oder nicht“, erläuterte gestern Tim Gabriel, Spartenleiter Light Rail beim Hersteller Goldschmidt. Je nach Stärke der Unebenheiten könne es vorkommen, dass das Fahrzeug mehrfach über einen Gleisabschnitt fährt – bis der Schienenkopf wieder sein ursprüngliches Profil besitzt. Dies verringere nicht nur den Lärm der Bahnen, sondern verbessere auch den Komfort der Fahrgäste, beuge der Neubildung von Unebenheiten vor und verlängere die Schienen-Liegedauer, so Gabriel. Das Spezialfahrzeug gehört der weltweit agierenden Goldschmidt Thermit Group, die von den LVB den Zuschlag für diese Arbeiten erhalten hat.

„Das ist unser neuestes und modernstes Schleiffahrzeug“, betonte gestern Martin Niederkrüger, technischer Geschäftsführer der Group. Als Bekenntnis zum Standort Leipzig ließ er das 1,5 Millionen Euro teure Gerät gestern auf dem Gelände der LVB-Zentralwerkstatt Heiterblick auf den Namen „Leipzig“ taufen. Zur Taufe waren Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU) und der kaufmännische LVB-Geschäftsführer Ulf Middelberg erschienen. „Wir sind froh, dass wir mit Goldschmidt ein weltweit führendes Unternehmen in unserer Stadt haben“, sagte Albrecht. Die Eigentümerfamilie Goldschmidt hatte im 2004 den Hauptsitz ihrer Holding, die die gesamte internationale Geschäftstätigkeit steuert, von Essen nach Leipzig verlegt. Die seitdem in der Hugo-Licht-Straße beheimatete Firma hat weltweit knapp tausende Mitarbeiter; ihre 23 Tochtergesellschaften sind in über 70 Ländern präsent.

Die LVB haben auch schon in der Vergangenheit ihre Gleise abgeschliffen. So hat die LVB-Tochter Iftec einen Schleifzug, der aber nicht die gleichen Fähigkeiten wie das Goldschmidt-Fahrzeug besitzt. „Außerdem haben wir auch eine handgeführtes Schienenschleifmaschine, die aber nur in kleinen Abschnitte zum Einsatz kommt, zum Beispiel an Kreuzungen und Weichen“, erläuterte Middelberg.

Die neue Goldschmidt-Technik steuert jetzt bis Mitte August in Leipzig größere Gleisabschnitte an, die von den LVB festgelegt worden sind. Gearbeitet wird nur abends und nachts von 21 bis 4 Uhr. In dieser Woche stehen Gleisabschnitte in Paunsdorf und Lößnig auf dem Programm, kündigte LVB-Bauchef Dirk Sikora an. In der nächsten Woche werde in der Prager Straße gearbeitet, anschließend im Leipziger Westen und dann auf dem Innenstadtring.

Von Andreas Tappert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Farbe des Sommers ist in Leipzig rot-weiß – rot-weiß wie die Absperrzäune der Baustellen. Überall in der Stadt wird in den Ferien gebaut. In der Antonienstraße liegt das Gleisbett schon offen, die Prager Straße ist dicht und auch am Sportforum stehen die Zäune.

04.07.2016

Die fremdenfeindliche Initiative Legida verliert immer weiter an Zuspruch: Kaum mehr als 300 Anhänger konnten die Rechtspopulisten am Montag für ihren Marsch auf dem Leipziger Innenstadtring mobilisieren.

01.11.2016

Die LVZ hat es getestet und festgestellt: Das neue Antennen-Fernsehen mit besserem Klang und scharfen Bildern in HD funktioniert in Leipzig ganz wunderbar. Einziges Problem: Mit der kleinen Stab-Antenne muss erst eine Weile gesucht werden, bis man die richtige Stelle zum Empfang des neuen, sogenannten DVB-T2 gefunden hat.

04.07.2016
Anzeige