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Lokales Weltmeisterschaft der Modell-Motorräder steigt am Sonnabend in Leipzig-Thekla
Leipzig Lokales Weltmeisterschaft der Modell-Motorräder steigt am Sonnabend in Leipzig-Thekla
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20:56 15.08.2016
Schnittige Asphalt-Könige: Rund 100 Modell-Motorräder flitzen in Leipzig-Thekla über die 320 Meter lange Rennstrecke.   Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Fabyo Tostis Blick ist gesenkt. Er wirkt angespannt. Noch zehn Minuten bleiben ihm vor dem nächsten zehnminütigen Rennen. Mit der rechten Hand hält er einen Schraubendreher, mit der linken den Vorderreifen seines Miniatur-Motorrads. Der Akku ist aufgeladen, der Reifen sitzt. Der 39-jährige Spanier wird gleich von der Pole Position aus in sein fünftes Rennen am Freitagnachmittag starten.

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Rennen der Modellmotorräder in Leipzig: Die Weltmeisterschalft im RC-Bike 2016 findet zur Zeit in Thekla statt.

Rund 100 ferngesteuerte RC-Bikes flitzen seit 7. August über den Asphalt der 320 Meter langen Rennstrecke. Am Sonnabend ist das Finale der „RC-Bike World Championship 2016“ in Leipzig-Thekla. Um 17 Uhr werden die besten Modell-Rennfahrer jeder Klasse (Superbike, Stockbike und Nitrobike) dann vor Publikum geehrt.

Teilnehmer kommen aus fernen Ländern

Die Asphalt-Jäger stammen aus Neuseeland und fast allen europäischen Ländern. Ein Drittel sind professionelle Werkstattfahrer wie Tosti für RG Evolution. Zwei Drittel der Starter gehören zum Lager der Privatleute.

Der Favorit in der Rennklasse „Nitrobikes“: Fabyo Tosti (39) aus La Palma. Quelle: Dirk Knofe

Auch Lokalmatador Martin Hähn, Hoffnungsträger der Gastgeber „Modell Racing Club Leipzig“, ist mit von der Partie. „Es herrscht eine großartige Atmosphäre, die Fahrer sind aufgeschlossen, auch wenn die Veranstaltung insgesamt natürlich von Kampfstimmung und Hektik geprägt ist“, betont der Schleußiger. Der 70-Jährige belegt in seiner Rennklasse Nitrobikes im A-Team derzeit den vierten Platz. Die drei Erstplatzierten bekommen am Sonnabend Pokale. Hähn ist dem Siegertreppchen in der fünften Runde also schon ganz nah.

Der Wettlauf gegen die Zeit

Mitorganisator Thomas Feilner: „Wir fahren gegen die Zeit.“ Quelle: Dirk Knofe

Innerhalb von zehn Minuten müssen die Modell-Rennfahrer möglichst viele Runden drehen. Mitorganisator Thomas Feilner urteilt: „Wir fahren nicht gegen den Gegner, sondern gegen die Zeit.“ Es sei wichtig, dabei keine Fehler zu machen. Gerade bei Kurven sei es schwierig, wenn sich das ferngesteuerte RC-Bike seitlich neigt, das Gleichgewicht zu halten.

Am Sonnabend findet der letzte und sechste Wettlauf statt – die besten drei Rennen werden schließlich gewertet. In der Kategorie Stockbike im A-Team schaffte Tosti beim Durchgang am Donnerstag 25 Runden und führt derzeit die Tabellenliste an. Aber auch bei den anderen Rennklassen gibt es Favoriten: Marciel Giovaninni (Nitrobike) und Antoine Brunnet (Superbike).

Ein bisschen Nervosität bleibt

Tosti ist in Topform. „Dieses Mal ist der Sieg möglich“, sagt er mit einem verschmitzten Lächeln. Sein RC-Bike ist gut präpariert. Der 39-Jährige lugt hinter seiner orangefarbenen Kappe hervor und knetet nervös die Schutzummantlung des Reifens. Ein bisschen Nervosität bleibt trotzdem.

Werkstatt im Freien

Hier wird getüftelt: Tosti und die anderen Modell-Motorradfahrer feilen im Freien an der Technik. Quelle: Dirk Knofe

Seit vier Jahren nimmt Tosti an den RC Bike-Kämpfen teil. 2014 gewann er die Weltmeisterschaft in Schweden. Dieses Mal hat er fast 2900 Euro in sein RC-Bike investiert – 1800 Euro allein nur für den Motor und die Elektrik. In seiner Werkstatt im Freien unter der Pergola feilt er an der Technik seines RG BiK 01. Seine Freundin ist Mechanikerin und kann ihm dabei helfen.

Er arbeitet eigentlich als Bauingenieur in La Palma. Neben den Modell-Bikes fährt Tosti in seiner Freizeit auch größere Gefährte. „Mein Herz schlägt für Ducati“, sagt er verträumt. Mit seiner schnittigen Monster 1000 S2R ist er oft im hügeligen La Palma unterwegs. Den ferngesteuerten Miniatur-Sport mag er, weil sich das Fahrerlebnis sehr authentisch anfühlt und die Modelle einfach ziemlich schnell sind. 100 Stundenkilometer kann ein RC-Bike auf einer Rennstrecke erreichen.

Auf der Rennstrecke bleiben den Teilnehmern am Freitag zwei Minuten und 21 Sekunden, bis die fünfte Runde endet. Das Wetter hält – es regnet nicht. Die Fahrbahn ist relativ trocken. Trotzdem kommt es häufiger vor, dass ein RC-Bike in der Kurve das Gleichgewicht verliert und die Schwerkraft es ins Gras schleudert. Dann hilft ein Streckenposten, nimmt das Mini-Motorrad in die Hand und setzt es wieder auf den Asphalt. Tosti passiert das nicht oft. Der Starter mit der Nummer Eins könnte sich noch viele Ausreißer leisten, macht er aber nicht.

Ostblock-Wagen mit Lada Motor 1600

Sonnabend ist dann noch mal richtig Action geboten: Von neun bis 16 Uhr stehen die Finalrunden an. Der prominente Rennfahrer Toni Finsterbusch aus Leipzig wird dabei moderieren. Der Eintritt auf der Tribüne in der Wodanstraße 21 – rechts einbiegen nach dem Bahnübergang – ist für jeden frei. Um 17 Uhr stehen die Sieger auf den Treppchen.

Mitorganisator Feilner: „Wir wollen den Wettkampf amerikanisch übertragen und für jeden verständlich erklären, wie das Rennen hier abläuft.“ Für das ostdeutsche Flair sorgt ein Formel Easter mit Lada Motor 1600. Der Rennwagen, Baujahr 1977, stammt noch aus der DDR, wurde 2009 restauriert und steht nun dort zur Schau.

Von Melanie Steitz

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