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Lokales Weniger Angriffe auf LVB-Servicepersonal durch Videoüberwachung in Bussen und Bahnen
Leipzig Lokales Weniger Angriffe auf LVB-Servicepersonal durch Videoüberwachung in Bussen und Bahnen
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22:32 05.04.2010
Quelle: André Kempner
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Leipzig

Aber: "Jeder Fall ist einer zu viel." Er führt die Abnahme vor allem auf die Videoüberwachung in den Fahrzeugen der Verkehrsbetriebe (LVB) zurück. Erschütternd sei allerdings die extreme Brutalität der Täter.

Nicht nur, dass ihr der Fahrgast einen Faustschlag ins Gesicht versetzte, er biss der Kontrolleurin auch noch kräftig in den Arm, berichtet Rensmann über den jüngsten Angriff. Die Servicebetriebe als LVB-Tochterunternehmen, zu dem die 45 Fahrausweisprüfer gehören, registrierten in diesem Jahr bislang drei Gewaltattacken. 2009 gab es fünf Fälle, im Jahr zuvor immerhin 20. Die Täter seien erschreckend brutal, entsprechend gravierend fielen die Verletzungsfolgen aus. Bei dem seiner Ansicht nach "schlimmsten Fall" 2009 war der Kontrolleur ein dreiviertel Jahr lang krank. Ein Täter hatte ihm mehrfach mit einer Flasche wuchtig auf den Kopf geschlagen. "Der seelische Schaden ist so erheblich, dass der Wiedereinsatz als Fahrausweisprüfer ausgeschlossen ist", bedauert Rensmann. Der Betroffene erhalte einen anderen Job. Zum Glück sei der Schläger gefasst worden.

Als ausschlaggebend für die Abnahme der Delikte bezeichnete der LSB-Chef die nun flächendeckende Videoüberwachung in Bahnen und Bussen sowie Schulungen der Mitarbeiter in Kommunikation und das Training von Deeskalation. Er sei aber fest davon überzeugt, dass das Thema "auch etwas mit Zufall zu tun" habe. "Wobei sich die Kontrolleure ja von vornherein in einer spannungsgeladenen Situation befinden", räumt er ein. Immerhin ertappen die Prüfer im Jahr 50.000 Schwarzfahrer. "Beschimpfungen und Pöbeleien von Gästen werden nicht erfasst. Diese sind aber leider Alltag", weiß Rensmann. Er hält es für entscheidend, im richtigen Moment die richtige Entscheidung zu treffen. "Auch Zivilcourage muss man lernen", meint LVB-Sprecher Reinhard Bohse. "Sie bedeutet nicht, sich unbedacht in Gefahr zu begeben."

Seinen Angaben zufolge ist ebenso die Zahl der Gewaltexzesse gegenüber dem Begleitdienst Aktiv-Office von fünf (2008) auf drei (2009) gesunken, gegenüber Fahrern aber von sechs (2008) auf elf (2009) angestiegen. Angesichts der Fahrgastzahlen handele es sich jedoch um Einzelfälle, betonte der LVB-Sprecher: "Denn pro Werktag fahren 300.000 Passagiere mit uns, somit 126 Millionen im Jahr." In der Bilanz hält mit 35 Übergriffen auf das Personal in Bussen und Bahnen insgesamt das Jahr 2007 den traurigen Rekord, gefolgt von 31 Fällen (2008) und nun 19 (2009). Eine Vorschau auf 2010 möchten weder Bohse noch Rensmann treffen.

Beide setzen weiter einerseits auf die abschreckende Wirkung der "exzellenten Videoüberwachung" sowie andererseits die "in der Regel gestochen scharfen Bilder", die zur Überführung Krimineller führen würden, die zudem auch Fahrgäste attackiert oder Sachschäden angerichtet hatten. "Täter haben bei uns keine Chance", betont Bohse und lobt in diesem Zusammenhang die "hervorragende Zusammenarbeit mit der Polizei".

Sabine Kreuz

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