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Lokales Weniger Automaten, mehr Shops – LVB setzen auf neue Vertriebswege
Leipzig Lokales Weniger Automaten, mehr Shops – LVB setzen auf neue Vertriebswege
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00:28 31.03.2018
Nur noch der Sockel steht und dient als Sitzgelegenheit: So wie hier am Leipziger Sportforum sieht es an einigen Stellen im Stadtgebiet aus. Automaten wurden abgebaut, weil sie kaum genutzt oder weil sie von Vandalen des Öfteren zerstört wurden. Quelle: Foto
Leipzig

Dass sich beim Fahrscheinverkauf Veränderungen anbahnen, war schon zu merken: Im Stadtgebiet verschwanden an mehreren Stellen Ticketautomaten. Auch bei den Vertriebspartnern gab es Friktionen: Die LVB haben genau unter die Lupe genommen, wo Kunden für den Ticketkauf lieber Händler oder Automaten ansteuern – und Korrekturen am Vertriebsnetz vorgenommen. Gesteuert wird diese Neuordnung von Steffen Tippach, Bereichsleiter Marketing. „Neben unseren 18 Servicepoints haben wir jetzt auch 50 Ticketshops in unserem Bediengebiet“, erzählt er. Mit den mobilen Automaten komme die LVB insgesamt auf knapp 700 Vertriebspunkte.

Flotte wird komplett bestückt

Etwa ein Drittel der Busfahrer nutzen bereits die elektronischen Fahrscheindrucker – bis August sollen alle Fahrer geschult sein. Mit den neuen Druckern können Fahrgäste jetzt in den Bussen alle Produkte bis zu den Tageskarten ordern. Darüber hinaus Länder-Tickets der DB sowie die LeipzigCard und LeipzigRegioCard. „Die Tickets werden gleich beim Kauf entwertet, denn der Verkauf in den Bussen ist nicht für die Bevorratung gedacht“, betont LVB-Vertriebsleiter Jens Hollritt.

Bezahlt werden kann über die neue Technik in den Bussen mit Bargeld und den Chipkarten für Leipzig Mobil und Abo-Flex. „Das macht den Ticketverkauf im Stadtverkehr jetzt deutlich schneller“, sagt Projektleiter Mirko Heyne.

LVB-Experten nennen das neue Geräte-System auch „Alleskönner“. Denn es kann auch als E-Ticketprüfer genutzt werden: Wer ein Abo besitzt und damit eine Chipkarte hat, hält diese dabei an die Prüffläche es Zusatzmonitors, der neben dem Fahrer am Einstieg montiert ist. Das Gerät signalisiert dann dem Fahrer optisch und akustisch, ob der elektronische Fahrschein gültig ist.

Zum Gerät gehört auch ein sogenannter Barcode-Leser für Online-Tickets aus dem Online-Shop unter www.l.de, er liest auch Handytickets mit easy Go oder Leipzig Mobil sowie Kombitickets wie zum Beispiel Eintrittskarten für Spiele von RB-Leipzig, in denen die An- und Abfahrt zum Spiel mit dem öffentlichen Nahverkehr enthalten sind.

An der Ladenkasse wartet jetzt die gesamte Produktpalette

Die neuen elektronischen Drucker-Systeme kommen jetzt auch in den Konsum-Filialen zum Einsatz. „Im Unterschied zum Angebot in den Bussen können unsere Fahrgäste im Konsum die gesamte LVB-Produktpalette erwerben – also von der Kurzstrecke bis zur Monatskarte und von Leipzig bis nach Altenburg“, betont Tippach.

32 Konsum-Filialen sind bislang mit dem neuen System ausgerüstet; die Handelskette will in den nächsten 14 Tagen alle 45 Leipziger Läden anschließen. „Unsere Filialen im ländlichen Raum kommen anschließend an die Reihe“, so Konsum-Marketingchef Matthias Benz.

Bald auch Zoo-Tickets an Fahrscheinautomaten

An den 112 stationären Ticketautomaten können Fahrgäste jetzt bargeldlos mit EC-Karte, Kreditkarte und Angeboten wie Girogo, V-Pay oder per Abo Flex oder Leipziger Mobil-Chipkarte zahlen, und dies auch schnell und kontaktlos mit Smartphones erledigen, wenn diese mit der entsprechenden Technik ausgestattet sind. „In Kürze bieten wir an diesen Automaten auch Tickets des Leipziger Zoos an – mit Hin- und Rückfahrkarte“, sagt Hollritt. Auch das Begleichen von erhöhtem Beförderungsentgelten und offenen Rechnungen der LVB soll dann an den Geräten möglich sein. Wenn der Automat mal nicht genug Wechselgeld haben sollte, wird ein Geld-Coupon ausgedruckt, der für weitere Einkäufe an Automaten genutzt werden kann, oder um an einem anderen Automaten mit ausreichend Wechselgeld ausgezahlt zu werden.

An 28 Standorten gibt es keine Geräte mehr

Doch insgesamt ist das Automatennetz geschrumpft. „Wir haben an 28 Standorten Geräte abgebaut, weil sie zu wenig genutzt wurden oder die Vandalismusschäden zu stark waren“, berichtet Tippach. „Davon an vier Standorten wie dem Hauptbahnhof, wo die höhere Effizient der neuen Geräte dies zugelassen hat.“ Im Umfeld der aufgegebenen Standorte seien gezielt Händler gesucht worden, die den Ticketverkauf übernehmen. „An 20 von 24 Standorten ist das schon erreicht“, sagt Hollritt.

Die LVB hätten auch Verträge mit Händlern auslaufen lassen, wenn sich deren Läden in der Nähe eines Automaten-Standorte befanden. „Wir wollen nicht zwei Vertriebswege gleichzeitig anbieten“, sagt Tippach. In einem Fall erfülle auch ein Vertragshändler aktuell noch nicht die finanziellen Voraussetzungen für den Verkauf.

Bis zum Jahr 2025 planen die LVB weitere Verbesserungen. Vorbereitet wird unter anderem die Einführung eines sogenannten ID-basierten Ticketsystems, wobei „ID“ für „Identifikator“ steht. „Dieses System erfasst, wo Fahrgäste ein- und aussteigen – hinterher wird alles automatisch abgerechnet.“ Zum Bezahlen reicht dann ein einfacher Identifikationsnachweis – Kreditkarte, Smartphone, Kundenkarte oder vielleicht sogar der Personalausweis.

Für die LVB ist das hoch spannend. Denn dadurch ließen sich auch, die Fahrgastströme steuern – zum Beispiel indem Fahrten außerhalb der Verkehrsspitzen deutlich preiswerter angeboten werden als die in den Hauptverkehrszeiten.

Von Andreas Tappert

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