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Lokales Weniger Geld für lebendige Leipziger Innenstadt
Leipzig Lokales Weniger Geld für lebendige Leipziger Innenstadt
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10:01 11.02.2019
Zum Schluss auch noch ein Druckfehler: Am Wochenende blieb die Karstadt-Filiale erstmals dicht. Folgen hat das auch für den Verein City Leipzig Marketing. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Mit der Schließung von Karstadt hat der Verein City Leipzig Marketing seinen Vorsitzenden, sein Büro und einen erheblichen Teil seines Budgets eingebüßt. Für Leitung und Büro sind bereits Lösungen gefunden: Thomas Oehme, Centermanager der Promenaden Hauptbahnhof, hat kommissarisch den Vorsitz übernommen und will sich im März zur Wahl stellen. Das Büro ist umgezogen – und jetzt im Kaufhof untergekommen. Betreut wird es von Projektkoordinatorin Heike Melzer, der einzigen Hauptamtlichen des Vereins.

Centermanager Thomas Oehme in den Promenaden im Hauptbahnhof Leipzig. Quelle: Kempner

Bleibt das Budget. Der Innenstadt-Verein kümmert sich um verkaufsoffene Sonntage, Veranstaltungen wie das Passagenfest, aber auch um Verkehrsanbindung, Ordnung und Sicherheit oder Kriminalitätsprävention und will dabei die Interessen aller Innenstadt-Anlieger vertreten, auch die der Restaurants, Hotels, Praxen und Kanzleien. „Es wird schwieriger. Die finanzielle Kraft verringert sich. Wir versuchen das durch Gewinnung neuer Mitglieder auszugleichen“, sagt Thomas Oehme, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Heike Melzer, Projektkoordinatorin City Leipzig Marketing. Sie musste mit ihrem Büro von Karstadt in die Galeria Kaufhof umziehen. Quelle: Kempner

Mit dem Umbruch in der Handelslandschaft kämen allerdings immer mehr große Player, die sich nicht ausdrücklich dazu bekennen, dass sie sich für die Entwicklung der Leipziger Innenstadt engagieren. „Wir haben kein sechsstelliges Budget“, betont Oehme. „Daher können wir es nicht stemmen, das Citymanagement das ganze Jahr über zu finanzieren.“ Wenn die Stadtverwaltung die Leipziger Innenstadt weiter aufwerten wolle, könne sie personelle und finanzielle Unterstützung geben – wie es in anderen Städten, zum Beispiel in Jena, läuft. Ein großes Thema ist auch das Leerstandsmanagement. Die Wirtschaftsförderung könnte helfen, die Immobilienbesitzer zusammenzubringen, Zwischennutzungen zu finden und wenigstens optisch die leeren Schaufenster zu verschönern.

Ein bis zwei Jahre wird es nach Schätzung von Oehme und Melzer dauern, bis die Karstadt-Immobilie umgebaut ist und mit neuen Mietern wieder an den Start geht. Neumarkt und Petersstraße werden einstweilen an Frequenz verlieren, Hainstraße und Brühl weiter gewinnen. Wenn dann 30 000 Quadratmeter neue Fläche auf den Markt kommen, wird sich der Wettbewerb verschärfen – besonders für die kleinen Passagen, in denen es jetzt schon viel Leerstand gibt. Knackpunkt ist die Entwicklung der Kaufkraft. In Leipzig war sie auch 2018 wieder geringer als in Dresden, Chemnitz, Magdeburg, Erfurt und Potsdam.

Der Verein City Leipzig Marketing hat 40 Mitglieder, von den Höfen am Brühl bis zum Hutladen, und vertritt 75 Prozent des innerstädtischen Einzelhandels. Karstadt war Gründungsmitglied, der jeweilige Warenhaus-Leiter zugleich Vorsitzender des Innenstadt-Vereins.

Von Kerstin Decker

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