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Wenn die Alles-Esser tafeln - Leipziger Gruppe probiert alle Restaurants der Stadt

Wenn die Alles-Esser tafeln - Leipziger Gruppe probiert alle Restaurants der Stadt

Als sie noch gemeinsam am Engelsdorfer Gymnasium die Schulbank drückten, dachte gewiss keiner von ihnen daran, dass sich ihr Abitur-Jahrgang 2009 einmal zu einem geselligen Restauranttester mausern würde.

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Auf die Gemütlichkeit! Zum 23. Alles-Esser-Abend treffen sich Ewelina, Sebastian, Stephan, Paul, Maximilian, Kevin, Anika, Daniel, Felix, Martin und Initiator Tobias (von links) im Restaurant Beirut Night in der Münzgasse.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Am Sonnabend tafelte die kulinarisch interessierte Runde, die sich inzwischen Leipziger Alles-Esser AG nennt, bereits zum 23. Mal. Bislang machten sie eine Zeche von 4755,71 Euro. Ihre Vorliebe: internationale Küche. Im Restaurant Beirut Night wurden diesmal Spezialitäten aus dem Libanon probiert.

Tobias Burghardt, der geistige Vater der Gruppe, hatte einen Tisch für elf reserviert. "Fünf haben heute leider keine Zeit", bedauert der 23-Jährige. Ihm war vor zweieinhalb Jahren nach einem ersten Wiedersehen mit einigen Jungs seines Abi-Jahrgangs im Steakhouse Maredo die Idee gekommen, sich doch regelmäßig zu treffen. Nicht bei Pommes und Burger, sondern "in einem der vielen Leipziger Lokale. Wir haben im Internet immerhin 28 verschiedene Landesküchen aufgespürt", erzählt Tobias. Mittlerweile waren die Alles-Esser in einem Großteil der Lokale zu Gast. Ihre kulinarische Weltreise führte sie von Argentinien über China, Frankreich, Indien, Japan, Mexiko bis nach Thailand. Sechs Adressen stehen noch auf ihrem Zettel. "Wir machen aber auf jeden Fall weiter. Vielleicht werfen wir ja die Namen aller Alles-Esser in einen Hut und wer gezogen wird, bestimmt unser nächstes Ziel", sinniert Tobias, der die Feinschmecker zusammenhält. Noch ist es aber nicht so weit.

Diesmal werden Hommus maha Lahme, Falafel maha Taratour, Lahma Mashwia, Shich Tawouk und andere libanesische Spezialitäten bestellt. Und dieses köstliche Dessert namens Baklahwa, das ist Blätterteiggebäck gefüllt mit Nüssen und Pistazien. Ehe alles genüsslich auf der Zunge zergeht und den strengen Kriterien der Gruppe unterzogen wird, gibt es die Neuigkeiten von jedermann. Ewelina, die wie ihr Freund Tobias in Jena studiert, muss die Ohren spitzen, denn die Polin spricht noch wenig Deutsch. Martin studiert Wirtschaftsinformatik in Leipzig. Felix hat nach seinem Studium in Freiberg bereits eine Stelle bei den hiesigen Stadtwerken gefunden. Daniel absolviert in Leipzig noch eine Ausbildung zum Tourismuskaufmann. Anika studiert Betriebswirtschaftslehre (BWL). Kevin arbeitet bei der Commerzbank in Halle. Maximilian studiert BWL in Zwickau. Paul arbeitet als Anlagenmechaniker im Handwerkerhof Mölkau. Stephan wird Gesundheits- und Krankenpfleger und Sebastian Instandhaltungsingenieur. So unterschiedlich auch ihre Professionen, eint sie doch die Lust am guten Essen. "Da viele von uns auch schon länger im Ausland waren, können sie ihre Erfahrungen gleich einbringen", sagt Tobias, der weiß, wie es in Kanada, Schweden und Polen schmeckt. Stephan war in Pakistan, Felix in Australien, Maximilian studierte in Irland. Zu den eigenen Kochkünsten hält sich die lustige Gesellschaft bedeckt. Felix verrät aber: "Ich kann kochen, drei Gerichte: Kartoffeln, Kartoffeln mit Quark und Spaghetti." Anika meint, sie sei die "Rouladen-Königin". Und Tobias, der sich von Ewelina bekochen lässt, gesteht: "Ich liebe Leberkäse, für einen Euro, im Brötchen. Ansonsten kann ich nur Eier kochen. Selbst warme Milch ging mal schief. Die war zu lange in der Mikrowelle."

Tobias führt Buch über die Lokale, postet stets ein Foto des Abendessens und begleitet die gastronomischen Ausflüge mit einer Wertungsliste, auf der Geschmack, Ambiente, Preis-Leistungs-Verhältnis und mehr bewertet werden. Favoriten der jungen Leute sind bislang das Dunkelrestaurant Mondschein, das Café Madrid und das inzwischen geschlossene Safari. "Wenn das Essen mal nicht so toll war, dann waren wir wenigstens zusammen und hatten unseren Spaß."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.10.2014

Cornelia Lachmann

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