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Lokales Wenn ein Baum in Schleußig fällt
Leipzig Lokales Wenn ein Baum in Schleußig fällt
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23:59 26.01.2015
Die Baumfällarbeiten in der Könneritzstraße sind nicht unumstritten. Quelle: Dirk Knofe

"Ich finde es schon traurig, dass die schönen alten Bäume nicht mehr da sein werden", sagt eine Schleußigerin en passant. Auf der Umhauliste sind sieben Robinien, die mehr als einhundert Jahre alt sind. Zum Teil aufgrund ihres Gesundheitszustands müssen die Bäume weg, teilte das Verkehrs- und Tiefbauamt mit. Insgesamt 16 Baumhaseln würden wegen einer ungeklärten Baumerkrankung absterben und vor allem die älteren Bäume wiesen "starke Schädigungen" auf, hieß es weiter.

Zudem hätten sich die Wurzeln der älteren Bäume unter der Straße und dem Gehweg verbreitet. Tatsächlich ist an einigen Stellen zu sehen, dass die Baumwurzeln die Borde und das Pflaster auf dem Gehweg und der Straße angehoben haben. Bei den geplanten Baumaßnahmen müsste rings um die Bäume aufgegraben und die Wurzeln getrennt werden, was die ungesunden Bäumen danach unstabil machen würde. In solchen Fällen könnte die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet werden, so die Stadt.

Dafür sollen nach dem Ausbau im nächsten Jahr 95 neue Bäume gepflanzt werden. Davon sind 80 Setzlinge, hauptsächlich Stadt-Linden und Hopfenbuchen, direkt am Straßenrand vorgesehen. Zwischen den Straßenbahnhaltestellen Stieglitz- und Industriestraße sind zudem zehn Amberbäume geplant.

Die Mitglieder des Leipziger Umweltbundes Ökolöwe sind solche Begründungen der Stadt für Abholzungen gewohnt. "Wir können nur hoffen, dass die Stadt diese Bäume wegen Krankheiten, Alter oder Sicherheitsrisiken sorgfältig geprüft hat, und dass solche Abholzungen nicht nur aus Gestaltungsgründen stattfinden", sagt Vereinsmitglied Kristina Dietrich. Sie und ihre Kollegin Mareike Liebald haben 2014 mit einer Ökolöwen-Kampagne zu mehr Straßenbäume in der Stadt aufgerufen. Damals haben sie die Adressen von leeren Baumscheiben gesammelt, wo Neupflanzungen möglich und von den Bürgern besonders erwünscht wären.

Im Zuge der Abholzung in der Könneritzstraße fordern sie nun mehr Transparenz von der Stadt mit einer genaueren Protokollierung der gefällten Bäume. "Der Wert von einem gewachsenen Altbaum ist nicht zu unterschätzen", sagt Dietrich. "Im idealen Fall würde jeder einzelne Baum, der gefällt werden muss, mit den genauen Gründen protokolliert und veröffentlicht, damit es für den Bürger auch nachvollziehbar ist."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.01.2015

Krysta Brown

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