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Lokales Wer wird neuer Chef in Leipzigs Verkehrsamt?
Leipzig Lokales Wer wird neuer Chef in Leipzigs Verkehrsamt?
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23:59 14.05.2014
Die frühere Amtsleiterin Edeltraut Höfer Quelle: Kempner
Leipzig

"Wir haben fast hundert Kommunen abgefragt und bei über 200 Leuten direkt angefragt, doch wir sind nicht fündig geworden", erklärte gestern die zuständige Bürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) auf Anfrage. Auch Vermittlungsprofis seien eingeschaltet worden. "Am Ende hatten wir drei Bewerber, die im letzten Moment zurückgezogen haben." Der Führungsposten werde im Herbst erneut ausgeschrieben.

Weil bislang kein Nachfolger gefunden wurde, spitzt sich die Lage in der Behörde zu. Denn die bisherige Amtsleiterin Edeltraut Höfer geht am Monatsende in den Ruhestand. Die Fachfrau hat das Verkehrs- und Tiefbauamt seit 2003 geleitet und ihren Ruhestand um ein halbes Jahr hinausgezögert, um die Nachfolger-Suche zu erleichtern. Bei ihrer offiziellen Verabschiedung wurde gestern verkündet, dass Michael Jana ab 1. Juni den Posten kommissarisch übernimmt. Jana ist derzeit Leiter der Straßenverkehrsbehörde.

Als Ursache für die vergebliche Suche wurde im Rathaus das Anforderungsprofil in der Stellenausschreibung ausgemacht. Dort wird gefordert, dass der Bewerber ein passendes Hochschulstudium vorweisen müsse - deutsche Verkehrsplaner haben aber meist einen Fachschulabschluss und verdienen sich ihre Meriten in der Praxis.

Hinter vorgehaltener Hand ist zu hören, dass Leipzigs Stadtverwaltung als Arbeitgeber deutschlandweit keinen besonders guten Ruf genießt. Es habe sich herumgesprochen, dass die Personalabteilung und Führungsspitze kein Wir-Gefühl in der Belegschaft erzeugen können und praktisch keine Personalentwicklung stattfinde, heißt es. "Für jeden Führungsposten bis runter in die mittlere Führungsebene werden externe Leute verpflichtet, statt den Nachwuchs im eigenen Haus aufzubauen", schilderte gestern ein Rathaus-Mitarbeiter die Situation. "Engagement lohnt sich nicht. Viele Mitarbeiter sind unzufrieden und haben innerlich gekündigt."

Ein anderer Insider beklagt den Führungsstil im Rathaus. "Wer selbstständig denkt und eigene Ideen mitbringt, hat es schwer", berichtet er. Verheerend für den Ruf sei auch der Umgang mit den Führungkräften in den Stadtwerken und in den städtischen Kulturbetrieben gewesen. "So schön ist Leipzig nicht, dass sich die erste Garde in Deutschland so etwas antut", heißt es. "Höchstens die zweite oder dritte."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.05.2014

Tappert, Andreas

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