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Lokales Werbeaktion der LVB vermüllt Leipziger Straßen
Leipzig Lokales Werbeaktion der LVB vermüllt Leipziger Straßen
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17:36 23.06.2015
Werbung am Scheibenwischer: Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) ließen am Montag tausende Luftballons an Autos im Stadtgebiet befestigen. Quelle: Robert Nößler
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Leipzig

Um auf ein neues Abo-Angebot aufmerksam zu machen, haben die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) am Montag eine ungewöhnliche Werbekampagne gestartet. An den Scheibenwischern zahlreicher Autos im Stadtgebiet hingen hellgrüne Luftballons mit einer Pappkarte. Beworben wurde damit die neue Abo-Flex-Karte („Einfach – günstig – einsteigen“), welche am 1. August als Pilotprojekt in Leipzig starten soll.

Rund 5000 Ballons habe eine Agentur am Montag im Auftrag der LVB verteilt, sagte Unternehmenssprecher Marc Backhaus am Dienstag auf Anfrage von LVZ.de. Unter anderem im Musikviertel, am Wilhelm-Leuschner-Platz, im Zentrum-Ost und rund um den Hauptbahnhof sahen Autofahrer seit dem Morgen grün. „Derzeit läuft die erste Phase unserer Vermarktungskampagne“, erklärte Backhaus. „Auch ein Auto ist im Stadtgebiet unterwegs, um auf das neue Angebot aufmerksam machen.“

LVB weisen Vorwurf aggressiver Werbung zurück

Über die Werbung am Scheibenwischer waren aber offensichtlich nicht alle Autobesitzer begeistert. Im Musikviertel blieb zwischen Schwägrichenstraße und Grassistraße eine Menge Müll zurück. Ballons lagen auf Fußwegen oder hingen an Grundstückszäunen. Vom Regen durchweichte Flyer klebten auf Windschutzscheiben oder wurden vom Wind einfach weggeweht – was der Stadtreinigung zusätzliche Arbeit bescherte.

„Es ist natürlich nicht ganz vermeidbar, dass Ballons weggeworfen werden“, sagte Backhaus. Den Vorwurf, unerwünschte Werbung auf Kosten des Steuerzahlers zu betreiben, wies der Sprecher des kommunalen Nahverkehrsbetriebs zurück. „Wir haben uns entschieden, eine andere Form des Marketings zu nutzen, um möglichst viele Leute auf das neue Angebot aufmerksam zu machen.“ Eine Genehmigung dafür sei nicht notwendig gewesen. Zu den Kosten der Werbekampagne wollte sich der LVB-Sprecher auf Nachfrage nicht äußern. Das Müllproblem räumte er jedoch teilweise ein. Angesichts des Wetters sei der gewählte Zeitpunkt vielleicht "nicht so günstig" gewesen.

Mit Flyern machten die LVB auf ihr neues Angebot "Abo-Flex" aufmerksam. Viele davon klebten auf der Motorhaube oder an der Windschutzscheibe fest. Quelle: Robert Nößler

Abo-Flex wird in Leipzig als Pilotprojekt getestet

Mit Abo-Flex wollen die LVB künftig Autofahrer und Gelegenheitskunden auf die Schiene locken. In Leipzig wird das Pilotprojekt für den gesamten Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) ab 1. August getestet. „Es zielt auf Kunden, die noch kein Abo haben und sich nur ab und zu ein Ticket kaufen“, erklärte Backhaus. Für 4,90 Euro Monatsgebühr erhalten Fahrgäste beim Kauf eines Einzeltickets 60 Cent und bei Kurzstreckentickets 50 Cent Rabatt, sowohl am Automaten als auch per easyGo-App. Start des Angebots ist zur Tarifumstellung am 1. August. Dann wird die Einzelfahrkarte zehn Cent teurer – sie kostet künftig 2,50 Euro.

Der Kauf der Rabattkarte lohne sich damit ab neun Fahrten im Monat, rechnete LVB-Geschäftsführer Ulf Middelberg jüngst in einem Strategiepapier vor. Die LVB würden damit eine „Angebotslücke schließen“. Internes Ziel ist es, an den Erfolg der Gratis-Aktion aus dem April 2012 anknüpfen. Damals durften Autofahrer mit ihrem Fahrzeugschein mehrere Tage lang kostenlos im LVB-Netz fahren. Mehr als 220.000 Mal sei das Angebot genutzt worden, so Middelberg. Durch 560 in der Folge abgeschlossene Schnupperabos beziffert der LVB-Chef den erzielten Gewinn nach Abzug der Kampagnenkosten von 63.000 Euro auf knapp 8000 Euro. Damit sei die Aktion „unmittelbar kostendeckend“ gewesen. Ein gutes Drittel der Passagiere, so Middelberg, sei dauerhaft Kunde geblieben.

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