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Lokales Werbung für Leipziger Silvesterparty beschädigt: Veranstalter beschuldigt Konkurrenten
Leipzig Lokales Werbung für Leipziger Silvesterparty beschädigt: Veranstalter beschuldigt Konkurrenten
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10:53 28.12.2009
Kurz vor Silvester knallt es zwischen den beiden Werbeagenturen richtig. Quelle: Volkmar Heinz
Leipzig

Beide wollen mit Werbeaktionen möglichst viele Gäste anlocken. MTS setzt dafür unter anderem Werbeanhänger ein, die überall in der Stadt stehen. An den Weihnachtsfeiertagen wurden 23 dieser Anhänger beschädigt. Der Schaden beträgt 7000 Euro. MTS-Prokurist Stefan Martin beschuldigt Moventertainment für die Tat verantwortlich zu sein. Ein Sprecher der Firma weist den Verdacht zurück und erhebt selbst Vorwürfe gegen den Konkurrenten aus Connewitz.

Die Täter haben zwischen dem 24. Dezember 23 Uhr und dem 25. Dezember 6 Uhr zugeschlagen. "Bei 18 Wagen wurden die Reifen zerstochen, bei zwölf die Rücklichter zerstört und von allen wurden die Werbeplakate abgerissen sowie die Nummernschilder gestohlen", sagte Polizeisprecherin Birgit Höhn gegenüber LVZ-Online. Warum die Nummernschilder gestohlen wurden, konnte Höhn nicht sagen. "Man könnte sie für eine Straftat an ein anderes Auto schrauben und anschließend wieder abmontieren." Doch eigentlich gehe sie von purem Vandalismus aus.

Im Kohlrabizirkus und in der Agra steigen zwei Silvesterpartys. Quelle: André Kempner Wolfgang Zeyen

Genauso wie Martin: "Das war eine gezielte Aktion gegen unsere Veranstaltung - pure Zerstörungswut." Er wisse, dass die Firma Moventertainment dahinter stecke. Angeblich hat MTS bereits Beweise dafür gesammelt. "Wir haben einen Sicherheitsdienst engagiert, der in der letzten Nacht unsere Wagen überprüft hat. Und man hat Personen gesehen, die sich an einem Wagen zu schaffen machen wollten. Leider konnten die Täter flüchten", so Martin.

Nach dessen Aussage dulde Moventertainment keine Konkurrenz. "Bereits im Vorfeld gab es Drohanrufe. Man sagte uns, dass es nur eine Veranstaltung an Silvester geben könne", so Martin, für den der Vandalismus an den Werbeanhängern eine neue Dimension darstellt.

Schon früher habe es kleinere Vorfälle gegeben. "Damals wurden unsere Werbeplakate von den Lichtmasten in der Stadt gerissen. Aber das ist neu für uns." Der Zufall wollte es, dass es einen Anhaltspunkt zu den Tätern gibt. "Einer unserer Anhänger steht gegenüber des Agra-Geländes. Dort befindet sich auch eine Tankstelle. Die Videokameras haben die Unbekannten aufgezeichnet." Martin ist zuversichtlich, die für ihn Schuldigen überführen zu können.

Auch andere hätten bereits schlechte Erfahrungen mit Moventertainment gemacht. Dazu gehört die Sicherheitsagentur Sued-Securtiy, die im vergangegen Jahr das Festival der Herzen absicherte, dieses Jahr allerdings abgelehnt hat. "Hauptsächlich liegt das an der schlechten Zahlungsmoral der Firma. Nur durch hartnäckiges Drängen haben wir eine Woche nach dem Festival das Geld bekommen", schildert Jan Stammitz, Mitglied der Geschäftsleitung. Unseriös sei ihm die Firma bereits am Festivalabend vorgekommen. "Wenn ihnen an einem Abend sechs Veranstalter vorgestellt werden, kommen sie schon ins Grübeln."

Mit den Vorwürfen konfrontiert, sieht sich die Geschäftsleitung von Moventertainment im falschen Film. "Im letzten Jahr war noch eine andere Firma für das Festival zuständig. Uns gibt es erst seit diesem Jahr", sagt ein Mitglied der Geschäftsleitung, das nicht namentlich genannt werden möchte. Die Sued-Security und Herrn Stammitz kenne er überhaupt nicht. "Das alles dreht die Geschichte komplett um. Ich weiß, dass die Stadt Leipzig Bußgelder gegen MTS verhängen wollte, weil sie unerlaubt Werbeplakate in der Stadt angebracht haben.“ Das Thema MTS liegt mittlerweile auch beim Anwalt von Moventerainment. "Wir haben einen Strafantrag gestellt, weil sie 500 bis 600 unserer Plakate abgenommen haben." Martin bestreitet, von der Stadt ein Bußgeld auferlegt bekommen zu haben. "Plakate anderer zu entfernen haben wir nicht nötig. Wir haben weder welche gestohlen noch abgenommen."

Die Anschuldigungen Martins sollen nun zum Anwalt gehen. "Das ist Verleumdung. Am Sonntag waren wir alle zusammen bei einem Treffen. Da können wir nicht versucht haben, die Anhänger zu beschädigen", so der Sprecher. Auch der Vorwurf, es habe Drohungen per Telefon gegeben, seien aus der Luft gegriffen. "Ich kenne den Mann gar nicht persönlich. Ich habe das Gefühl, er will nach den Problemen mit der Stadt und mit uns seine Weste rein waschen."

Am Montagabend nahm der Anwalt von Moventertainment Stellung zu den Vorwürfen, Mitarbeiter der Firma hätten MTS-Plakate, die "unberechtigterweise" aufgehängt wurden, unerlaubt abgenommen. In einem Schreiben heißt es: "Dieser Vorwurf entbehrt jeder Grundlage. Soweit tatsächlich Plakate der Firma MTS abgehängt wurden, ist hierfür unsere Mandantin nicht verantwortlich. Unsere Mandantin hat den Veracht, dass es sich bei den Beschuldigungen um einen 'Rachefeldzug' der Firma MTS handelt, nachdem unsere Mandantin feststellen musste, dass ein von der Firma MTS beauftragter Dienstleister von unserer Mandantin aufgehängte Plakate entfernt hat." Gegen dieses Vorgehen habe Moventertainment bereits geklagt. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet.

Reik Anton

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