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Lokales Wespen mögen das warme Wetter – Müll lockt Insekten nach Leipzig
Leipzig Lokales Wespen mögen das warme Wetter – Müll lockt Insekten nach Leipzig
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19:48 05.08.2015
Im Hochsommer wimmelt es überall von Wespen. Quelle: DPA
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Leipzig

Sommerfeste, Picknick und Grillabende locken nicht nur Menschen an. Auch Wespen, Bienen und andere Insekten freuen sich über die warmen Tage. Gerade in Kleingärten, am See oder in Parks wimmelt es derzeit von summendem Getier. Während Wespen um Bratwurst und Kuchen schwirren, ist es kaum möglich, entspannt unter freiem Himmel zu essen. Viele Leipziger haben darum das Gefühl, es gäbe es in diesem Sommer besonders viele Exemplare.

Laut dem Naturschutzbund Nabu ist 2015 allerdings ein normales Jahr für Wespen. Im Gegenteil würde die Hitze den Insekten schaden, vor allem wenn die pralle Sonne auf die Nester scheint. Dass die meisten Leute ab August vermehrt Wespen bemerken, liege daran, dass die Völker erst jetzt ihre volle Stärke erreichen.

Arbeiterinnen suchen Süßes

„Die Arbeiterinnen füttern die Larven im Frühling und Frühsommer mit Fleisch, von Raupen und Spinnen zum Beispiel. Im Gegenzug fressen die Tiere von den Larven erzeugtes Zuckerwasser“, erklärt Robert Paxton, Professor für Allgemeine Zoologie an der Uni Halle. „Wenn jetzt die Königin stirbt und die Larven schlüpfen, sind die Arbeiterinnen nicht nur arbeitslos. Sie haben auch Hunger und müssen anderswo nach Süßem suchen.“ Darum würden die Insekten ab Anfang August besonders auffallen und sich zu den Lebensmitteln der Menschen vortasten.

Gerhard Moritz, ebenfalls Professor an der Martin-Luther-Universität Halle und in der Deutschen Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie (DGaaE) tätig, kann nicht bestätigen, dass es in diesem Sommer besonders viele Insekten gebe. Das Aufkommen in Städten wie Leipzig erhöhe sich aber, da die Tiere durch viele Verpackungen von Lebensmitteln angelockt werden. Aller Müll, an dem Essensreste haften, lässt die Insekten auf Nahrung hoffen.

Auch in Sachen Notrufe verläuft der Sommer in Leipzig bisher ruhig. Bei der Feuerwehr gab es jedenfalls keine vermehrten Hilferufe wegen Wespennestern. „Bei uns ist nichts auffällig. Wir haben keinen Hinweis darauf, dass es in diesem Jahr mehr Wespen gibt“, erklärt ein Sprecher der Leipziger Feuerwehr. „Wenn doch mal Leute anrufen, verweisen wir aber ohnehin an das Umweltamt und die Naturschutzbehörde.“ Auch in der Notaufnahme des Leipziger Universitätsklinikiums konnten die Mitarbeiter bisher keinen Anstieg an Wespenstichen oder anderen, durch die Tiere verursachten Verletzungen verzeichnen.

Für Mücken bisher zu trocken

Ähnliche Tendenzen gibt es auch bei Mücken. Biologin Doreen Werner arbeitet seit 2012 am Mückenatlas, der das Aufkommen der blutsaugenden Insekten für ganz Deutschland katalogisiert. „Mücken vermehren sich, wenn es warm und feucht ist. Bisher war es nur warm, vor allem um Leipzig hat es wenig geregnet“, so Werner. Daher ist der Sommer bisher noch harmlos. „2013 hingegen gab es sehr viele Mücken. Das lag vor allem am Hochwasser in der Region.“

Entwarnung kann Werner aber noch nicht geben. „Sollte es ab nächster Woche viel regnen, würden die Mücken in Pfützen und Regentonnen ihre Eier legen. Zehn bis 14 Tage später schlüpfen die Tiere dann.“ Wie lange die Insekten in der Region bleiben, hängt ebenfalls vom Wetter ab. „Das kann bis zum Herbst dauern. Erst wenn es Frost gibt, wird es für die Mücken zu kalt.“

Josephine Heinze

Wespen lösen zwei Verkehrsunfälle aus

Wespen sind am Dienstag in zwei Fällen zum Auslöser von Verkehrsunfällen in Sachsen geworden. Am Abend ließ ein solches Insekt einen Lastwagen auf der A4 (Chemnitz-Dresden) aus der Spur geraten. Nach Angaben der Polizei in Chemnitz hatte das nervende Tierchen den Fahrer abgelenkt. Der 34-Jährige verlor nahe Frankenberg (Mittelsachsen) die Kontrolle über sein Fahrzeug mit Hänger, das daraufhin gegen eine Werbetafel prallte. Der Mann blieb unverletzt. Folgenschwerer war ein ähnlicher Unfall in Oybin im Zittauer Gebirge. Dort hatte sich am Nachmittag eine Wespe auf dem linken Arm eines Autofahrers niedergelassen, wie die Polizeidirektion Görlitz mitteilte. Als er das Tier verscheuchen wollte, verlor der Mann die Kontrolle über den Wagen. Das Auto kollidierte mit einer Mauer und einem Baum, der Mann kam verletzt ins Krankenhaus. Der Schaden am Wagen wurde auf 26.000 Euro geschätzt.

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