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Lokales Westparfüm und Krebscocktail verbreiteten einen Hauch von weiter Welt
Leipzig Lokales Westparfüm und Krebscocktail verbreiteten einen Hauch von weiter Welt
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07:00 18.02.2016
Geschäftsführerin Birgit Heßler (rechts) und Köchin Anett Stantzel sorgen für das Wohl der
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Leipzig


Zu den Frühjahrs- und Herbstmessen trafen sich dort Gäste aus aller Welt. Im Dezember 1960 war Ernesto „Che“ Guevara mit einer kubanischen Wirtschaftsdelegation in Leipzig und wurde von seinen Gastgebern am Abend ins Ring-Café eingeladen. Er hatte nur einen halben Tag Zeit und interessierte sich vor allem für die Leipziger Messe – Ergebnis: Auf der Frühjahrsmesse 1961 war Kuba erstmals Aussteller. Begleitet wurde „Che“ Guevara von Dolmetscherin Tamara Bunke. 1967 fanden die beiden als Partisanen im bolivianischen Urwald den Tod.

Nach der Wende erwies sich die enorme Größe als Problem. Nach seinem Aus im Jahr 1992 lag das Riesenobjekt lange im Dornröschenschlaf. In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren gab es Versuche, das Café wiederzubeleben. 2003 zog im Erdgeschoss die Freie evangelische Gemeinde ein. Als im Dezember 2005 in Leipzig die Endrundenauslosung zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 stattfand, war das Ring-Café Schauplatz einer Pressekonferenz unter anderem mit Lothar Matthäus, Stefan Effenberg, Boris Becker oder Trainer Ottmar Hitzfeld.

Das Café ist Bestandteil der Leipziger Ringbebauung, die Anfang der 1950er-Jahre errichtet wurde. Das fast 300 Meter lange Ensemble im stalinistischen Stil gilt als aufwendigstes Wohnungsbauprojekt der Nachkriegszeit in Leipzig. Nach mehr als 60 Jahren wird die 5000 Quadratmeter große Kalkstein-Fassade des Gesamtbauwerks gerade abschnittsweise saniert. Die Brunnen auf der Freifläche wurden 2013 für 750 000 Euro instand gesetzt – seitdem sprudeln sie wieder.

Mehr über die Historie und die Hintergründe rund um das Ring-Café lesen Sie im LVZ-E-Paper sowie in der Print-Ausgabe vom 18. Februar.

Von Kerstin Decker

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