Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Wettbewerb für Moschee-Neubau in Leipzig-Gohlis ist entschieden
Leipzig Lokales Wettbewerb für Moschee-Neubau in Leipzig-Gohlis ist entschieden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:04 17.10.2015
Siegerentwurf von von Mustafa Ljaic aus Stuttgart. Quelle: Wolfgang Zeyen
Anzeige
Leipzig

Sie bekommt eine im Dunkeln leuchtende Kuppel, aber nur ein Minarett. In Leipzig ist am Donnerstag die Entscheidung gefallen, wie die neue Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde in Gohlis aussehen wird. Vom frühen Morgen bis gegen 14 Uhr tagte eine Jury im Neuen Rathaus, die über insgesamt fünf Entwürfe von Architekturbüros aus verschiedenen Städten zu befinden hatte. Am Ende entscheid sich die Jury einstimmig für die Arbeit von Mustafa Ljaic aus Stuttgart, teilte Leipzigs Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) im Anschluss mit. Auf den Plätzen folgten demnach die Architekturbüros Paul Böhm aus Köln sowie Wolfgang Lorch aus Saarbrücken.

„Der Siegerentwurf hat es am besten geschafft, die inhaltlichen Themen dieser Moschee wie Offenheit, Frieden und Toleranz darzustellen“, sagte Dubrau. Er ordne das Gebäude unmittelbar an den Straßenfluchten von Georg-Schumann-Straße und Bleichertstraße an, gewinne dadurch Raum für einen kleinen Vorplatz samt Brunnen, der auch für Anwohner oder Gäste der Moschee zu einem Begegnungsort werden könnte. Statt ursprünglich zwei Minaretten sei jetzt nur noch eine solche Stele vorgesehen. Mit 16 Metern bleibe sie aber noch unter der Höhe der meisten Gebäude in der Umgebung. Gleiches gelte für die transparente Kuppel über der Moschee, die aber noch etwas kleiner als auf den aktuellen Entwürfen gebaut werde. Im Dunkeln solle sie künftig ebenso matt leuchten wie einige Glasbausteine in der Fassade des Gotteshauses. Das Lärmproblem werde durch eine Tiefgarage mit sechs Plätzen gelöst, deren Einfahrt sich rechts neben dem frei stehenden Minarett befindet, so Dubrau weiter.

Laut Abdullah Uwe Wagishauser, dem Vorsitzenden der Ahmadiyya-Gemeinde für Deutschland, soll der Bau im kommenden Jahr starten und rund 700:000 Euro kosten. Die Gemeinde habe nun erstmals einen Architekturwettbewerb für eine Moschee in Deutschland durchgeführt und dabei viel gelernt, sagte er. Trotz der islamfeindlichen Demonstrationen von Legida in Leipzig setze die Gemeinde auf Offenheit und gute Nachbarschaft. Wagishauser: „Unser künftiger Imam hat bereits in Deutschland Theologie studiert und hängt derzeit an der Universität Leipzig noch ein Germanistik-Studium an. Er wird das schaffen.“ Die Reform-Gemeinde Ahmadiyya zähle in Leipzig weniger als 200 Mitglieder, erläuterte er noch.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs sind vom kommenden Montag (19. Oktober) bis 2. November im Neuen Rathaus Leipzig (5. Obergeschoss) zu sehen. Baubürgermeisterin Dubrau eröffnet die Ausstellung am 19. Oktober, 10 Uhr, teilte die Stadtverwaltung am Nachmittag mit. Anschließend würden die Entwürfe bis zum 27. November auch in Gohlis, im Infozentrum Georg-Schumann-Straße 126, gezeigt. Eröffnet werde die Ausstellung  dort am 3. November, 19 Uhr, mit einer Podiumsdiskussion, an der unter anderem Dorothee Dubrau teilnimmt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger hätten dort die Gelegenheit, Einblicke in die Entscheidungen der Jury zu den im Rahmen des Verfahrens eingereichten Entwürfen zu erhalten. Veranstalter sind der Bürgerverein Gohlis und die Initiative Dialoge für Gohlis, so die Mitteilung.

Von Jens Rometsch

Die Kommentarfunktion steht morgen wieder zur Verfügung.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig lädt von Freitag an dazu ein, das restaurierte Stadtmodell im Alten Rathaus zu besuchen. Die vierteilige Kartenansicht auf die Stadt Leipzig aus dem 19. Jahrhundert ist nun auch barrierefrei.

16.10.2015

Bis zu 2500 Flüchtlinge sollen perspektivisch in der General-Olbricht-Kaserne in Leipzig untergebracht werden. Das gab Innenminister Markus Ulbig (CDU) am Donnerstag bekannt. Auf dem Bundeswehrareal würde damit die größte Asylunterkunft in der Messestadt entstehen.

17.10.2015

Der Leipziger Hauptbahnhof feiert in diesem Jahr ein großes Jubiläum. Zum 100. Geburtstag gibt es am 24. Oktober ein buntes Festprogramm sowie eine Orchesterpremiere.

14.10.2015
Anzeige