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Lokales Wetterchaos in Leipzig: Winterdienst war doch schon mittags im Einsatz
Leipzig Lokales Wetterchaos in Leipzig: Winterdienst war doch schon mittags im Einsatz
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16:52 11.12.2017
Die Prager Straße in Leipzig verwandelte sich am 10. Dezember abends in eine Rutschbahn. Quelle: Martina Krämer
Leipzig

Der Wetterdienst hatte Schnee vorhergesagt. Als am Sonntag gegen 15.30 Uhr Flockengestöber einsetzte, sorgten eisglatte Fahrbahnen auf Leipzigs Straßen für teils chaotische Zustände. Mehr als 100 Unfälle ereigneten sich in wenigen Stunden und die Verkehrsbetriebe stellten die Linie 89 aus Sicherheitsgründen am Abend ein. Auf der Facebookseite von LVZ.de hagelte es Kritik am Winterdienst. Tenor: Jedes Jahr dasselbe…

„Unfassbar! Spiegelglatte Straßen und noch nicht mal an den großen Hauptstraßen wurde geräumt“, ärgerte sich zum Beispiel Amanda Krings. Die Stadtreinigung versicherte am Montag auf Anfrage von LVZ.de, dass die ersten Räum- und Streueinsätze im Stadtgebiet bereits ab 13.30 Uhr begonnen hätten. Vereinzelt seien Mitarbeiter der Stadtreinigung auch im Vorfeld gezielt Brücken abgefahren und hätten vorsorglich gestreut.

LVB-Busse beinahe in Gegenverkehr gerutscht

Da die Wettervorhersagen aber von „Luft- und Straßentemperaturen für das Stadtgebiet Leipzig von über Null Grad“ ausgegangen seien, „war ein flächendeckendes, präventives Streusalzen nicht geboten“. Auf die unvorhergesehene Lage habe die Stadtreinigung reagiert, indem am Sonntag insgesamt 19 Groß- und vier Kleinkehrmaschinen ausgerückt seien, so der kommunale Eigenbetrieb. In einer Medieninformation vom Sonntag war lediglich von 16 Winterdienstfahrzeugen und einem Einsatzbeginn von 18 Uhr die Rede.

Dramatisch: Kurz vor 18 Uhr seien zwei LVB-Busse der Linien 87 in Wahren sowie der Buslinie 89 im Musikviertel beim Bremsen in Richtung Gegenverkehr gerutscht. Nur mit Glück sei nichts passiert, so Verkehrsbetriebe-Sprecher Marc Backhaus gegenüber LVZ.de. Aus Sicherheitsgründen habe man sich entschlossen, gegen 19 Uhr den Betrieb der Linie 89 einzustellen.

Außerdem setzte die Leitstelle den Busfahrplan außer Kraft. „Das heißt, die Busse sind vorsichtig gefahren, ohne Zeitdruck“, so Backhaus. „Sicherheit hat Vorrang vor einem minutiösen Busfahrplan“, bekräftigte er. Die Straßenbahnen hätten den Betrieb ja aufrechterhalten. Zum Teil seien auch Mitarbeiter der LVB im Einsatz gewesen, um Haltestellen direkt an Gleisanlagen zu räumen – und damit dort, wo sie nicht in die Verantwortung der Anlieger fallen.

Außergewöhnlich warme Luftmassen

In den sozialen Netzwerken zeigten die Nutzer zum Teil auch Verständnis für die Ausnahmesituation am Adventssonntag: „Was hätte denn die Stadtreinigung machen sollen? Die hätten geräumt und hätten nach fünf Minuten die gleiche Stelle wieder räumen müssen“, so Sebastian Heilander. Laut Deutschem Wetterdienst war die Lage durchaus außergewöhnlich. Auf das Schneegebiet seien sehr schnell warme Luftmassen gefolgt, erklärte Meteorologe Robert Noth. Schmelzender Schnee auf dem Boden, dazu Flocken und Regen, die auf die trotzdem noch kühlen Straßen fielen – und schon verwandelte sich Leipzig in eine gefährliche Rutschbahn.

Der Winterdienst der Stadtreinigung betonte, sie weise regelmäßig auf Gefahren bei Schneefall hin. Ein stetiges Vor-Ort-Sein sei trotz angemessener Maßnahmen nicht möglich. „Nach unseren Erfahrungen wissen dies jedoch sehr viele Leipziger. Sie kennen die Situation und stellen sich jedes Jahr auch darauf ein.“

Von Evelyn ter Vehn

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