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Lokales Wettlauf um neues Hochhaus am Leipziger Goerdelerring
Leipzig Lokales Wettlauf um neues Hochhaus am Leipziger Goerdelerring
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00:18 23.12.2016
Mit dieser Arbeit gewann 1994 der Mailänder Vittorio Gregotti einen Architekten-Wettbewerb der Stadt für das Areal. Quelle: privat
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Leipzig


Diese Flächen zählen insgesamt 730 Quadratmeter, liegen direkt neben dem IHK-Sitz. Bereits bis zum 15. Dezember sollten Investoren ihr Kaufinteresse bei einem Rechtsanwalt in Halle/Saale bekunden. Bis zum 30. Januar 2017 müssen sie dann ein Preisangebot folgen lassen sowie die „Projektbeschreibung der beabsichtigten Investition“ nachreichen – samt Grundrissen und „Ansichten mit Höhenangaben des geplanten Gebäudes“. Die Unkosten dafür erstatte die IHK jedoch keinesfalls.

In Leipzigs Immobilien-Branche löste die Offerte einige Verwunderung aus. Die Profis wissen natürlich, dass zum Bau des etwa 100 Meter hohen Gebäudes noch weitere, viel größere Flächen nötig sind. Diese umfassen 4900 Quadratmeter und gehören der Kommune. „Wer sich jetzt den Zipfel von der IHK sichert, hat die besten Chancen, um den Wettlauf um das ganze Hochhaus-Projekt zu gewinnen“, sagte ein Insider der LVZ. Gegenwärtig hegt die Stadt aber keine Absicht, ihr Areal am Goerdelerring zu veräußern, versicherte Liegenschaftsamtssprecher Robert Staacke. Schließlich sei das Bebauungsplan-Verfahren für den Hochhaus-Standort, das im Januar 2011 begonnne wurde, noch nicht abgeschlossen. Das zuständige Baudezernat trägt daran freilich kaum Schuld. Seit Jahren hatte sich kein seriöser Investor ernsthaft um die Grünfläche zwischen Ranstädter Steinweg und Ring bemüht. Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) betonte zudem stets, ihr sei das Filetgrundstück mit Blick über die City „für nur noch ein weiteres Hotel zu schade“.

Zudem ist bisher unklar, wo der Pleißemühlgraben in Zukunft plätschern soll. Er fließt unterirdisch (in einem Rohr) durch das Bauareal, soll aber freigelegt werden. Im Gespräch waren schon neue Trassen direkt am City-Ring oder mitten durch das künftige Hochhaus-Ensemble – ebenso die historische Route hinter der Hauptfeuerwache und IHK. Die Untersuchungen hierzu begannen 2012. Laut Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) wurden mittlerweile drei mögliche Trassen „ohne Festlegung einer Vorzugsvariante“ erarbeitet. Im ersten Quartal 2017 sollen sie nun endlich der Bürgerschaft vorgestellt und diskutiert werden, danach ein Vorschlag für den Stadtrat entstehen. Zur Frage, warum die IHK jetzt bei ihren Grundstücken vorprescht, erklärte Präsident Kristian Kirpal, es handle sich um „keine formale Ausschreibung, sondern im ersten Schritt eine Interessenbekundung im Sinne einer Marktabfrage. Wir unterstützen damit die grundsätzlichen Planungen der Stadt für einen Hochhausstandort am Goerdelerring“. Die IHK wolle konkrete Vorstellungen zu dem Bauprojekt abfragen, um von Beginn an ihre Interessen ins Verfahren einbringen zu können. Es gehe zum Beispiel um Wegerechte oder die Überlassung von 40 Stellplätzen in dem dort ebenfalls geplanten Parkhaus.

Von Jens Rometsch

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