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Wichtiger Preis für Leipziger Therapieprojekt

Behandlung von krebskranken Kindern Wichtiger Preis für Leipziger Therapieprojekt

Wird dieser Herbst ein goldener für die Elternhilfe für krebskranke Kinder Leipzig. Gerade nahmen Markus Wulftange, Sporttherapeut auf der Station für Pädiatrische Onkologie des Universitätsklinikums Leipzig (UKL), und Sportwissenschaftlerin Regine Söntgerath einen wichtigen Preis entgegen. Dieser könnte noch sehr hilfreich sein.

Ein krebskrankes Kind auf einer Station für pädiatrische Onkologie.

Quelle: picture alliance / Matthias Balk

Leipzig.

Die beiden Repräsentanten des eingetragenen Vereins Elternhilfe nahmen in Haar bei München für die Abteilung Pä-diatrische Onkologie des UKL den MSD-Gesundheitspreis 2017 entgegen – eine in Fachkreisen beachtete Auszeichnung unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministers, „mit der herausragende innovative Versorgungslösungen ge-würdigt werden und die Anreize zur Nachahmung schaffen soll“, wie es seitens des Stifters, des weltweit operierenden Pharmakonzerns MSD, heißt. Um sich für den MSD-Preis bewerben zu können, war eine fachgerechte Evaluation vonnöten, für die die 31-jährige Söntgerath verantwortlich zeichnete. „Mit Regine ist unser Projekt nunmehr auf einem wissenschaftlichen Niveau angelangt“, lobt Ex-Fußballprofi Wulftange, neben dem früheren Leipziger Medizinprofessor Dieter Körholz Mitbegründer des Sporttherapie-Projekts, die junge Kollegin. Die wiederum sagt: „Viele wissen gar nicht, wie viel Potenzial in dem Thema steckt. Die stationäre Sporttherapie ist mehr als Spaß und Ablenkung. Sie kann der Gesamtkonstitution der Patienten dienen, sie widerstandsfähiger machen. Sie lässt sie die Nebenwirkungen der medikamentösen Therapie besser ertragen und verbessert ihre Lebensqualität. Darauf weisen inzwischen viele Studien hin.“

Rang zwei bei der Preisverleihung in Haar bescherte der Elternhilfe nicht nur 20 000 Euro, sondern verschafft der Sporttherapie für junge Krebspatienten womöglich schon bald die allumfassende Akzeptanz bei den großen Krankenkassen im Land. Die Techniker Krankenkasse ging voran, sicherte dem Leipziger Universitätsklinikum und der Elternhilfe die Kostenübernahme im Rahmen der onkologischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen 2015 per Vertrag zu. Es folgten die DAK-Gesundheit, die IKK classic und die Barmer. Wulftange macht keinen Hehl daraus, wen er noch gern im Boot hätte: die AOK Plus, den größten Versicherer in Sachsen und Thüringen. „Die Signale, die uns von dort erreichen, sind recht gut. Sie könnten für das ganze Land wichtig werden, damit die stationäre Sporttherapie endlich zur Regelversorgung wird.“ Zurzeit ist das Leipziger Projekt das einzige in der Bundesrepublik, das bei den Krankenkassen auf Gegenliebe stößt.

Was Bewegung im Zuge einer Krebsbehandlung ausmacht, erzählt Maria Ondrej, deren Sohn Paul (13) seit Mai an einem Knochentumor leidet und dem vor wenigen Tagen drei Rippen entfernt werden mussten. „Als Paul aus der Narkose erwachte, hat er als erstes gefragt, wann er wieder Sport treiben kann“, schildert die Mutter. „Bewegung fördert die Heilung, die körperliche wie die seelische, ja sie weckt Lebensgeister in einer Phase, in der die jungen Patienten unter Stress stehen. Das Krafttraining zum Beispiel hilft Paul, Spannung abzubauen und den Kopf freizubekommen. Es macht ihm einfach Spaß und lockert auch noch den Krankenhausalltag auf.“

Von Hause aus ist Teenager Paul begeisterter Hockeyspieler. Er gehört dem SV Tresenwald an und trainierte bis zu seiner Erkrankung regelmäßig dreimal in der Woche, auch beim HC Lindenau-Grünau. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich in der Klinik weiter Sport machen kann. In Leipzig geht das, hier im Uniklinikum gibt’s tolle Räume dafür.“ Und eine Tischtennisplatte. Gegen Therapeut Markus zu spielen und zu gewinnen, gefiel Paul zuletzt besonders gut. „Ich brauche das, sonst bin ich ganz unruhig.“ Auf diesen Leistungsstand will er so schnell wie möglich zurück. Und vor allem: Er möchte wieder auf dem Hockeyplatz stehen. Bald.

Von Dominic Welters

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