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Lokales Widerstand in Leipzig gegen neues Gesetz zum Bäumefällen
Leipzig Lokales Widerstand in Leipzig gegen neues Gesetz zum Bäumefällen
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15:48 14.06.2010
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Leipzig

Gegen die Satzungsänderung regt sich nun Widerstand beim Leipziger Amt für Stadtgrün und Bewässerung. Ostbäume, Nadelgehölze, Pappeln, Birken oder Baumweiden würden genauso verschwinden wie „Baumarten mit kultureller oder gestalterischer Bedeutung“. Dabei handele es sich um Arten wie Eiben, Mammutbäume oder Sumpfzypressen. Erstere seien in der Messestadt gar nicht so selten, bestätigte ein Mitarbeiter des Amtes auf Anfrage von LVZ-Online.

Nicht einheimische Arten wie Mammutbäume oder Sumpfzypressen seien selten, aber durchaus in Leipzig vorhanden. Ihr Vorteil: Sie würden das Stadtklima oft besser vertragen als einheimische Gehölze. Je mehr verschiedene Strukturen vorhanden seien, desto mehr Möglichkeiten an Lebensraum würden sich bieten. Der Verlust an biologischer Vielfalt wäre erheblich, begründen die Leipziger ihre ablehnende Haltung.

Zudem fürchtet Leipzig, dass viele Anwohner die Gesetzesänderung nutzen, um störende Bäume zu Fällen. Der „durchgrünte“ Charakter vieler städtischer Siedlungen würde verloren gehen, warnt die Kommune. Außerdem fehlten die Bäume dann als Luftfilter. Der Luftreinhalteplan Leipzigs sei von einem Rückschlag bedroht. Zudem kämen Mehrkosten auf die Verwaltung zu, da die Stadt die gefällten Bäume durch öffentliche Maßnahmen ausgleichen müsste.

CDU und FDP im Landtag erwarten dagegen kein „Kettensägenmassaker“. „Grundstücksbesitzer und Kleingärtner wollen doch nicht inmitten kahler Betonplatten leben“, so der FDP-Politiker Tino Günther.

Mit der Gesetzesreform sollen strenge Naturschutzregelungen nicht mehr gelten für Bäume und Hecken in Kleingärten, für Obstbäume, Nadelgehölze, Pappeln, Birken, Baumweiden und abgestorbene Bäume auf bebauten Grundstücken sowie für Bäume mit einem Umfang von weniger als einem Meter. Die Kommunen dürfen zudem weitere Ausnahmen festschreiben, teilten die CDU- und FDP-Fraktion mit. Über einen Fällantrag muss innerhalb von drei Wochen entschieden werden, andernfalls gilt die Genehmigung automatisch als erteilt. Das Verfahren soll kostenfrei sein.

Stephan Lohse / Sven Heitkamp

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