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Lokales Wie geht es weiter mit dem Wochenmarkt am Leipziger Sportforum?
Leipzig Lokales Wie geht es weiter mit dem Wochenmarkt am Leipziger Sportforum?
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16:42 11.01.2019
Seit dem Jahr 1990 lockte der Wochenmarkt auf dem Parkplatz am Sportforum in Leipzig jede Woche tausende Besucher an. Damit ist es vorerst vorbei. (Archivfoto) Quelle: Kempner
Leipzig

Die gute Nachricht vorweg: Den beliebten Wochenmarkt am Sportforum soll es auch künftig weiter geben. Jedoch ohne Matthias Seifert. Seit 1990 veranstaltete der Leipziger jeden Samstag – außer an Wochenenden mit Bundesligaheimspielen oder großen Konzerten – das Markttreiben an der Jahnallee. Tausende Besucher kamen Woche für Woche, zuletzt Anfang Dezember. Seitdem gab es auf den Parkplätzen vor der Festwiese keinen Markt mehr. Damit habe vor allem ein Toilettenhäuschen zu tun, wie der 65-Jährige der LVZ nun erzählte.

Das alte Kassengebäude des Zentralstadions, welches Besucher jahrelang als WC nutzten und Seifert in einem Nebenraum auch als Büro zur Verfügung stand, musste im Dezember weichen. Die Fläche hat RB Leipzig gepachtet, vermietet wird sie von der Arena-Betreibergesellschaft ZSL. RB ließ die Baracke nun abreißen. „Es war deshalb weder Strom noch Wasser vorhanden“, berichtet Seifert, der auf seiner Homepage allgemein auf Bauarbeiten als Grund für das vorläufige Ende verwies.

Suche nach neuem Betreiber

Mit seiner Firma Abuha Seifert („Ambulanter Handel“) betreibt der Geschäftsführer auch die Märkte auf der Agra und der Alten Messe in Leipzig. Über die Weihnachtsfeiertage hatte er Zeit nachzudenken. Es reifte der Entschluss, sich komplett vom Platz vor der Red-Bull-Arena zurückzuziehen. „Ich bin jetzt 65, organisiere den Markt seit fast 30 Jahren und hätte auch noch zwei bis drei Jahre weitergemacht. Aber mein Büro ist weg und auf der Fläche müsste investiert werden. Deshalb will ich den Markt an einen neuen Betreiber übergeben“, so Seifert.

Festwiese im Schnee: Ein altes Kassenhäuschen, das am Sportforum als Toilette genutzt wurde, ist abgerissen worden. Quelle: André Kempner

Mit potenziellen Nachfolgern sei er bereits in Gesprächen. Auch die ZSL signalisiert ihre Zustimmung , dass der Markt weiterbestehen kann – trotz des von RB perspektivisch geplanten Stadionausbaus. „Wir sind an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert“, betont ZSL-Geschäftsführer Philipp Franke auf Anfrage.

Seifert widerspricht ausdrücklich einem Radiobericht, wonach die Stadt den Händlern gekündigt habe, weil die Fläche an RB verkauft worden sei. „Das ist Unsinn“, betont der Markt-Chef. Die Stadt habe mit der Veranstaltung am Sportforum nichts zu tun, da diese privat veranstaltet werde, bestätigte das Marktamt auf Nachfrage.

Händler sammeln Unterschriften

Unter den Händlern herrscht dennoch Unsicherheit. Laut Seifert hätten sie sich zuletzt mit einer Unterschriftensammlung für den Erhalt des Marktes eingesetzt. „Sie warten auf ein Signal, dass es weitergeht“, hat er Verständnis. Der 65-Jährige ist optimistisch, dass die beliebten Märkte im Februar oder März fortgesetzt werden können – dann mit neuem Betreiber.

Vor allem für Besucher mit kleinerem Geldbeutel sei die Traditionsveranstaltung eine Institution, kennt Seifert seine Stammkundschaft. Das Sortiment reichte von Textilien und Schuhen über Blumen, Wurstwaren bis hin zu Gardinen, Koffern und CDs. Auch Dienstleistungen wie Uhren- oder Fahrradreparaturen wurden angeboten. Dazu gesellten sich Imbissbuden. „Gestartet sind wir 1990 mit 400 Händlern. Ich musste damals 100 weitere wegschicken“, erzählt Seifert. Zuletzt kamen Woche für Woche rund 100 bis 150 Verkäufer. Damit zählte der Markt zu den größten seiner Art in Leipzig.

Von Robert Nößler

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