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Wie sich Leipzig auf frostige Temperaturen, Schnee und Glätte vorbereitet

Winterdienst Wie sich Leipzig auf frostige Temperaturen, Schnee und Glätte vorbereitet

Die Vorbereitungen des städtischen Winterdienstes laufen auf Hochtouren. Einige Leipziger Bürger sorgen sich dennoch, dass er bei einem wirklich starken Wintereinbruch versagt. Die LVZ hat nachgefragt.

Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs räumen im Januar 2017 den Fahrradweg auf der Windmühlenstraße.

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Egal, wie es läuft: Der erste Einsatz des Winterdienstes einer Saison sorgt immer für Emotionen. Wie ist die zuständige Stadtreinigung vorbereitet? Was tut sie, um bei einem plötzlichen Wintereinbruch schnell reagieren zu können?

Schon seit einigen Wochen laufen die Planungen für den Winter, wie Susanne Zohl erklärt, Pressesprecherin der Stadtreinigung. „Dazu gehören die technische Überprüfung der Fahrzeuge ebenso wie die Schulung unserer Mitarbeiter in allen theoretischen und praktischen Grundlagen.“ Vom insgesamt 1683 Kilometer langen innerstädtischen Straßennetz kommt der Winterdienst auf 582 Kilometern zum Einsatz. Außerdem werden 371 Straßenkreuzungen und Fußgängerüberwege, 140 Querungshilfen sowie 108 Brücken betreut.

156 Kilometer werden von Eis und Schee befreit

Nebenstraßen werden gemäß Winterdienstsatzung der Stadt nicht betreut. Pressesprecherin Zohl legt aber Wert darauf, dass dieses von der Stadt festgelegte A-Netz nicht identisch sei mit dem, was für die Bürger Haupt- und Nebenstraßen seien. Sie versichert jedoch, dass „das A-Netz alle verkehrswichtigen und gefährlichen Straßen beinhaltet“. Zudem erfülle die Abteilung Grünanlagen der Stadtreinigung, gemeinsam mit beauftragten Firmen, die städtischen Anliegerpflichten entlang der öffentlichen Grünanlagen. Dies seien weitere 156 Kilometer, die im Winter von Eis und Schnee befreit und begehbar gemacht werden.

Als Streumittel verwendet die Stadtreinigung auf Geh- und Fußgängerüberwegen Ulopor (Blähschiefer-Granulat) und Feuchtsalz als auftauendes Streumittel auf den Fahrbahnen. Laut Susanne Zohl zeigen Studien und wissenschaftliche Untersuchungen, dass sein Einsatz auf Fahrbahnen das wirkungsvollste, wirtschaftlichste und ökologisch sinnvollste Mittel sei, wenn die Dosierung in den notwendigen Mindestmengen erfolge. Das sei beim kommunalen Fahrbahnwinterdienst durch die spezielle Technik garantiert.

5000 Tonnen Auftausalz auf Lager

Derzeit stünden etwa 5000 Tonnen Auftausalz und 640 Kubikmeter Ulopor zur Verfügung. Zohl versichert, dass ein kontinuierlicher Nachschub vertraglich gesichert ist. Der Großteil dieser Streumittel wird auf dem Betriebsgelände in der Geithainer Straße gelagert. Eine 2,8 Millionen Euro teure Streugutlagerhalle, deren Eröffnung bereits für August angekündigt wurde, ist noch nicht fertig gestellt. Demnächst soll es soweit sein. Wann genau, wollte Sprecherin Zohl nicht sagen.

Mit dem Bevölkerungswachstum haben sich auch die Mobilitätsbedürfnisse der Bürger verändert. Der Radverkehr gewinnt ganzjährig an Bedeutung. Damit ist der Winterdienst für Radwege bereits in der Vergangenheit in den Fokus gerückt. Dieser soll sich an einem „Radhauptnetz“ orientieren, das Bestandteil des für den Zeitraum von 2012 bis 2020 bereits beschlossenen Radverkehrsentwicklungsplanes ist. Es soll ähnlich wie für den Autoverkehr festlegen, welche Radstrecken Priorität haben und welche zweitrangig sind.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) hat zusammen mit der Stadt an dem Konzept gearbeitet. Radverkehr im Winter sei prinzipiell möglich, so der AFDC. „Wir warten aber seit zwei Jahren darauf, dass das Radhauptnetz offiziell verabschiedet wird“, sagt der Vorsitzende des Leipziger ADFC, Christoph Waack. Derzeit liege der Plan bei verschiedenen Ämtern zur Abstimmung. Wenn dies geschehen sei, könne der Stadtrat das Konzept beschließen. Bis dahin warte die Stadtreinigung bis sie offiziell tätig werde, sagt Waack. „Natürlich ruht sich die Stadtreinigung auch ein bisschen darauf aus. Sie könnte von sich aus überlegen, wo verstärkter Winterdienst sinnvoll wäre.“ Beispielsweise sei es sinnvoll, bei entsprechender Witterung noch ein zweites Mal über die Radspuren auf der Karl-Liebknecht-Straße zu gehen, da die Radfahrer dort auch im Winter unterwegs sind und im Zweifelsfall auf die Autospuren ausweichen würden, was laut Verkehrsordnung nicht vorgesehen sei.

Nur verkehrswichtige und gefährliche Radwege betreut

„Mit Blick auf die Radfahrer bestehen die gleichen Anforderungen für den Winterdienst wie bei den Autofahrern“, hält Zohl dagegen. Das heißt: Es werden im Rahmen des öffentlichen Winterdienstes nur verkehrswichtige und gefährliche Radwege betreut. Das sind zum Teil fahrbahnbegleitende Radwege, die entsprechend der Möglichkeiten durch die Stadtreinigung betreut werden. Ob der Winterdienst den an ihn gestellten Anforderungen gerecht wird, wird der erste Schneefall zeigen.

Von Edgar Lopez

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