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Wie sicher sind Leipzigs Touristenbusse? Brand und Dieselleck beschäftigen die Behörden

Wie sicher sind Leipzigs Touristenbusse? Brand und Dieselleck beschäftigen die Behörden

Ein Stadtrundfahrtbus verteilte am Wochenende eine kilometerlange Dieselspur in Leipzig. Das Fahrzeug wurde von der Polizei aus dem Verkehr gezogen – nach Informationen von LVZ-Online gehörte es zur selben Firma, deren Doppelstockbus vor gut drei Wochen auf der Bundesstraße 95 im Leipziger Süden in Flammen aufging.

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Die Polizei musste am Samstag einen Bus für Stadtrundfahrten am Völkerschlachtdenkmal aus dem Verkehr ziehen.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Nur mit Glück konnten sich die 30 Insassen retten. Der neue Fall wirft Fragen auf: Wie sicher sind die teils Jahrzehnte alten Touristenbusse, die in der Messestadt unterwegs sind?

So etwas hatte Leipzigs Feuerwehrsprecher Joachim Petrasch schon lange nicht mehr erlebt. „Die Anrufe kamen im Minutentakt“, berichtet er gegenüber LVZ-Online. Als am Samstagvormittag um 11.17 Uhr die ersten Autofahrer Ölflecken auf der Kurt-Eisner- und Karl-Liebknecht-Straße in der Südvorstadt meldeten, rückten die Kameraden sofort aus, um die Betriebsstoffe zu entfernen. Auch aus der Antonienstraße in Plagwitz, dem Poetenweg in Gohlis oder vom Johannisplatz im Zentrum-Ost meldeten sich bis 13 Uhr Zeugen, die ölige Verschmutzung auf der Straße feststellten. Im Gegensatz zum Busfahrer: Er fuhr bis zum Völkerschlachtdenkmal weiter, wo ihn Polizisten stoppten.

Royal London Bus räumt Defekt an Fahrzeug ein

Die Beamten sperrten die Straßen teilweise ab, um Unfälle zu verhindern. Die Ursache für das Leck konnte schnell festgestellt werden: „Beim Bus war eine Dieselleitung defekt“, erklärte Polizeisprecher Alexander Bertram am Montag. „Es ist richtig, einer unserer Busse hatte am Samstag ein Leck“, räumte Michael Strauch von Royal London Bus auf Anfrage von LVZ-Online ein. „Allerdings kann die gesamte Spur nicht von unserem Bus sein. Er hat kein Öl verloren, sondern Diesel und dies auch nur tröpfchenweise.“

Strauch betonte, dass der Bus erst um 11.30 Uhr seine Rundfahrt von der Richard-Wagner-Straße begonnen habe – da war die Feuerwehr jedoch schon ausgerückt. Bis 18.30 Uhr waren die Einsatzkräfte mit sechs Fahrzeugen auf einer insgesamt 25 Kilometer langen Route unterwegs, um die Spur zu beseitigen.

Auf die Firma könnte dennoch eine hohe Rechnung zukommen. Wie viel die Reinigungsaktion kostete, müsse anhand der Gebührensatzung der Stadt erst noch berechnet werden, so Petrasch. „Solche umfangreichen Einsätze haben aber meist Gebührenbescheide in vierstelliger Höhe nach sich gezogen“, erklärte der Feuerwehrsprecher aus Erfahrung. Sofern der Verursacher ermittelt werden könne, würden die Kosten umgelegt.

Woher die restliche Ölspur kommt, bleibt jedoch ungeklärt. „Man hat hier einen Dummen gesucht“, meint Michael Strauch von Royal London Bus, der noch am Samstag mit einer beauftragten Reinigungsfirma die Strecke selbst abfuhr. Er verweist auf den harten Konkurrenzkampf in der Stadtrundfahrt-Branche. Gegen einen möglichen Gebührenbescheid für die gesamte Reinigung kündigte er bereits an, vorzugehen. „Das werden wir uns sicher nicht gefallen lassen.“

Ermittlungen nach Brand auf der B 95 laufen noch

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Bei einer Sightseeingtour südlich von Leipzig geriet ein Doppelstockbus in Brand.

Quelle: Thomas Kube

Den Schaden an seinem Bus kann sich Strauch nicht erklären. Seine 16 Fahrzeuge würden vierteljährlich technisch geprüft und einmal im Jahr einer Hauptuntersuchung unterzogen. Der defekte Neoplan-Bus, ein offenes Fahrzeug mit Schiebeverdeck, wurde in die Werkstatt geschleppt. Dennoch bleiben Fragen: Immerhin war es bereits der zweite Zwischenfall mit dieser Firma innerhalb von drei Wochen.

Erst Ende November fing auf der B 95 bei Espenhain ein Doppelstockbus Feuer und brannte komplett aus. Die 30 Fahrgäste konnten sich zwar in letzter Minute selbst in Sicherheit bringen. 26 Insassen mussten jedoch mit Rauchgasvergiftung in Krankenhäuser gebracht werden. Gegen die Firma und den Busfahrer wurden damals Vorwürfe laut, weil die hintere Tür des Wagens nicht funktionierte. Ersten Erkenntnissen zufolge soll ein technischer Defekt zu dem Unglück geführt haben – ein Ergebnis steht jedoch noch aus. „Die Ermittlungen zu den Ursachen und Umständen des Busbrandes dauern an“, teilte Ricardo Schulz, Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft, mit.

Ordnungsamt hat keine Sicherheitsbedenken

Trotz der beiden jüngsten Vorfälle hat bei der 2006 gegründeten Busfirma hat das Leipziger Ordnungsamt keine Sicherheitsbedenken. „Bisher gab es keinen Grund, dem Unternehmen die beantragte Genehmigung zu versagen“, teilte Amtsleiter Helmut Loris gegenüber LVZ-Online mit. Die letzte Kontrolle der „persönlichen Zuverlässigkeit und der finanziellen Leistungsfähigkeit der Firma“ sei im September 2013 erfolgt. Die Fahrzeuge würden regelmäßig geprüft. Beanstandungen habe es bislang nicht gegeben.

Auch aufgrund des aktuellen Vorfalls seien keine behördlichen Sanktionen geplant, erklärte das Ordnungsamt. Die Firma sei lediglich aufgefordert worden, ihrer Meldepflicht nachzukommen. „In Ermangelung einer Ermächtigungsgrundlage“, so Loris weiter, könne seine Behörde „aktuell nicht tätig werden“.

Robert Nößler

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