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Lokales Wie viele Städtepartnerschaften braucht Leipzig?
Leipzig Lokales Wie viele Städtepartnerschaften braucht Leipzig?
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23:01 22.11.2013
Gabriele Goldfuß kümmert sich um Leipzigs internationale Beziehungen in Leipzig. Quelle: André Kempner

Von Addis Abeba bis Travnik: Leipzig ist gefragt, Leipzig unterhält 14 Städtepartnerschaften in aller Welt. Die älteste Partnerschaft Leipzigs - die zu Kiew - ist aufs Jahr 1961 datiert, wurde aber 1992 erneuert. Einige Beziehungen wie nach Mailand, Zagreb, Bamako oder Plovdiv sind nach 1989 buchstäblich eingeschlafen. "Die neuen Städtepartnerschaften sind alle durch Initiativen aus der Bürgerschaft entstanden", sagt Goldfuß. Houston, Travnik, Addis Abeba und Herzlyia seien dafür Beispiele. "Wir wollten immer eine Partnerschaft mit einer israelischen Stadt. Das war der ausdrückliche Wunsch unserer ehemaligen Leipziger", erläutert sie. Aber ohne Willensbekundung aus der Bürgerschaft hätte die Verwaltung dies nicht forciert. Etwas ruhig ist es derzeit um die Beziehungen zu Bologna und Birmingham geworden. "Im großen Konzert der vielen Aktivitäten Leipzigs ist es nicht schlimm, wenn hin und wieder mal etwas Ruhe herrscht", sagt die Chefin des Leipziger "Auswärtigen Amtes", die sich für "Klima-Bildung" zu anderen Städten verantwortlich fühlt - weit über offizielle Partnerschaften hinaus.

Wenig Ruhe herrscht gerade beim Verein, der sich am Mittwoch nach Thessaloniki aufmacht. Rund 1900 Kilometer entfernt von Leipzig präsentieren sich Astrid Radelli und ihre Mitstreiter beim Weihnachtsmarkt. "Mit Stolle und Werbematerial stellen wir Leipzig vor und wollen junge Griechen begeistern, bei uns Deutsch zu lernen oder an der Uni zu studieren", sagt Radelli. Für Michael Weichert, den Vorstand und Mitbegründer des Travnik-Vereins, sind Städtepartnerschaften "eine wunderbare kommunale Außenpolitik". Im Jahr 1997 gegründet, um Menschen in Bosnien zu helfen, profitieren längst beide Seiten von den Kontakten.

Gibt es überhaupt noch Bedarf für neue Partnerschaften? "Nur wenn die Bürger und wir es als sinnvoll erachten", sagt Goldfuß. So gebe es vielfältige Kontakte nach Russland. Ein Verein wollte mit Woronesch zusammenarbeiten. Das sei aber "eingeschlafen", ebenso wie Ufa oder Tomsk. "Unser eigentlicher Partner in Russland ist Moskau", sagt die Referatschefin. Messe und VNG, aber auch andere Wirtschaftsvertreter, haben großes Interesse daran. "Die Beziehungen sind intensiv, aber Moskau wird sicher keine Partnerstadt." Vorgesehen sei, im April 2014 ein Arbeitsabkommen zu unterschreiben. Auch zu Korea, Vietnam und Japan gebe es vielfältige Kontakte. So bestehe der Wunsch in Gwangju, der Stadt der Demokratie-Bewegung in Südkorea, nach einer besiegelten Zusammenarbeit. "Die Initiative muss aber von den Bürgern ausgehen. Wir pfropfen Leipzig keine neue Städtepartnerschaft auf."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.11.2013

Mathias Orbeck

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