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Lokales Wieder Satire-Protest in Leipzig-Connewitz: Lichterkette geplant – Politiker besuchen Polizei
Leipzig Lokales Wieder Satire-Protest in Leipzig-Connewitz: Lichterkette geplant – Politiker besuchen Polizei
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14:24 27.02.2014
Bis zu 350 Menschen hatten vergangenen Freitag satirisch gegen einen Polizeiposten in der Connewitzer Wiedebach-Passage demonstriert. (Archivfoto) Quelle: Andreas Döring
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Leipzig

Dafür rufen die Initiatoren auf, sich gegen 19 Uhr in eine menschliche Lichterkette um die Wiedebachpassage einzureihen.

Ähnlich wie der als Satire angekündigte Protestmarsch der „Bürgerinitiative No Police District“ (NPD) vor einer Woche soll die Lichterkette offenbar politische Ansichten persiflieren. Nachdem die Demonstranten vergangenen Freitag auf die Art und Weise der ausländerfeindlichen Proteste im Leipziger Norden Bezug nahmen, wird in der aktuellen Ankündigung nun eher das konservative Fraktionslager verhöhnt. Die Anleihen im Lichterketten-Aufruf reichen vom Gedenken an Opfer alliierter Bombardements im Zweiten Weltkrieg über die Sanierungsbestrebungen der Immobilienwirtschaft bis hin zur Forderung, härter gegen „linke Kiezterroristen“ durchzugreifen.

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Linkspartei und Grüne wollen Wogen glätten – Apfelfront mahnt zur Gelassenheit

Nicht nur bei der Polizei hatte der Protest vergangene Woche Empörung ausgelöst. So gingen die beiden Linkspartei-Politiker Volker Külow und Sören Pellmann hart mit Anmelderin Juliane Nagel ins Gericht, die selbst für die Linkspartei im Stadtrat sitzt. „Über die aktuelle Demo weiß ich nichts, wichtig ist nur, dass Juliane dieses Mal nicht dabei ist“, so Külow am Donnerstag gegenüber LVZ-Online. Wie der Vorsitzende des Stadtverbandes weiter berichtet, seien er und Fraktionschef Pellmann am Mittwoch im Connewitzer Polizeiposten gewesen, um hier „ein Signal der Deeskalation auszusenden.“

Am Donnerstagnachmittag folgte eine Abordnung von Bündnis90/Grüne. Wie Sprecher Jürgen Kasek gegenüber LVZ-Online sagte, sei das Treffen der nachgeholte Antrittsbesuch in der Polizeistation. „Bei der offiziellen Eröffnung konnte damals niemand von uns dabei sein“, so Kasek. Zur grünen Besuchergruppe gehörten am Donnerstag auch Bundestagsabgeordnete Monika Lazar und Fraktionschef Norman Volger. Hauptgesprächsthema: Die Auswirkungen der Polizeireform, die unter anderem zur Schließung des Grünauer Polizeiposten geführt haben.

Ob der aktuellen Aufregung über die satirischen Demonstrationen stand bei den Grünen aber auch Wellen glätten auf dem Programm: „Die Aufregung tut beiden Seiten nicht gut und schadet dem Stadtteil“, so Kasek, der allerdings auch ergänzte: „Man kann diese Satire gut oder falsch finden – aber es ist offensichtlich eben Satire.“

In eine ähnliche Kerbe hieb unter der Woche auch Alf Thum, Gründer der Bewegung „Front Deutsche Äpfel“, dessen Gruppe seit Jahren mit satirischer Persiflage der NPD für Schlagzeilen sorgt. Laut einer Mitteilung von Thum sei es unmöglich, „es mit einer satirischen Demoaktion immer allen Recht zu machen. Denn Satire spaltet, ist nicht für jeden gleichermaßen lesbar und ist letztlich immer ein wenig riskant und Geschmackssache.“ Angesichts der beginnenden Karnevalszeit forderte Thum allerdings auch, „sofort die Empfindlichkeiten einzustellen.“

Matthias Puppe

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