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Lokales Wiederaufforstung von Leipzigs Deichen: Grüne kritisieren „Alleingang“ von Freistaat und Stadt
Leipzig Lokales Wiederaufforstung von Leipzigs Deichen: Grüne kritisieren „Alleingang“ von Freistaat und Stadt
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20:56 04.01.2012
Ersatzpflanzungen bei Lützschena an der Weißen Elster. Quelle: Christian Nitsche
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Leipzig

“Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum die Umweltverbände nicht wie gefordert in die Fachplanung und Festlegung zum Beispiel von Ausgleichsflächen und Baumarten einbezogen werden“, empört sich Grünen-Stadtrat Norman Volger. Jetzt sei keine Gefahr im Verzug, sodass seitens der LTV Beteiligungsangebote eingeräumt werden könnten. „Es geht nicht nur darum, dass hinter dicken Türen Festlegungen getroffen werden, die ein als hoch emotional empfundenes Thema betreffen – es geht darum, dass über die Köpfe der Leipziger hinweg entschieden wird“, so der Politiker.

Trotz einer Klage des Leipziger Umweltbundes Ökolöwe hat die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates im Auwald mit Ersatzpflanzungen für die Rodungen auf Leipzigs Deichen begonnen. 500 Silber-, Mandel- und Korbweiden kamen an der Unteren Weißen Elster in die Erde, obwohl unter anderem die Ökolöwen ein Mitspracherecht fordern.

Die Umweltschützer stufen die Pflanzaktion als „Alibi-Aktivität des Freistaates“ ein. „Wir wollen keinen Ersatz an irgendwelchen Stellen, sondern einen richtigen Ausgleich“, erklärt Ökolöwen-Vorstandsmitglied Holger Seidemann. Der Freistaat habe mit der Begründung des Hochwasserschutzes im Auwald "15 bis 20 Hektar Wald" gerodet, die jetzt laut Gesetz im Verhältnis von 1 zu 3 ausgeglichen werden müssten. „Wir reden hier von mindestens 45 Hektar Wald, die neu gepflanzt werden müssen - und zwar nicht irgendwo, sondern im Auwald“, so Seidemann. Für diese Dimension müsse ein offizielles Planverfahren eingeleitet werden, bei dem Umweltverbände mitreden können.

Die LTV betont, die jetzt aufgeforstete Fläche befinde sich unmittelbar an der Weißen Elster. „Die Verbände wollen ja, dass wir möglichst ortsnah am Eingriff pflanzen und nicht an Standorten wie Borna“, sagt LTV-Bereichsleiter Axel Bobbe. Er räumt aber auch ein, dass selbst solche Aufforstungen „kontrovers diskutiert“ würden. „Aber deswegen haben wir unser Vorgehen mit der Naturschützbehörde der Stadt abgestimmt“, so Bobbe. „Ein ordentliches Planverfahren ist dafür nicht erforderlich.“

chl/A.T.

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