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Lokales Wiedergeburt fürs Viktoriahaus
Leipzig Lokales Wiedergeburt fürs Viktoriahaus
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00:32 18.07.2015
Das kaputte Viktoriahaus im Botanischen Garten. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Er ist ein Refugium für Pflanzen aus aller Welt und eine Zierde für die Leipziger Uni – ihr Botanischer Garten an der Linnéstraße. Die Freiland-Flächen und die runderneuerten Gewächshäuser zeigen sich in bester Verfassung, zwei Themenpfade schlängeln sich durchs Gelände. 2014 kam so viel Publikum wie noch nie, aber den Besuchern bleibt beim Streifzug durch die Botanik auch ein ruinöses Gebäude nicht verborgen – das pyramidenförmige Viktoriahaus. Traurig ist der Anblick des skelettierten Daches ohne Verglasung, marode ist der in die Erde eingelassene Unterbau.

Seit Langem gibt es die Absicht, dem anno 1877 eingeweihten Gebäude zu altem Glanz zu verhelfen und es so wieder fit für seine ursprüngliche Bestimmung zu machen: Als Domizil für die imposante Amazonas-Seerose namens Victoria amazonica. Friedrich Poeppig (1798–1868) entdeckte sie einst bei einer Expedition fernab der Heimat. Nach seiner Rückkehr wirkte er als Ordinarius für Zoologie an der hiesigen Alma mater und kümmerte sich zugleich um das universitäre Herbarium. Eigens für die prächtig-exotische Victoria amazonica Gebäude zu errichten, war damals in Mode. Ihre Blätter werden so groß wie Wagenräder und können bis zu 70 Kilogramm Gewicht tragen. Ihre rosafarbenen Blüten sind eine Augenweide.

Wenn alles reibungslos läuft, könnte im kommenden Jahr das Viktoriahaus des Botanischen Gartens vom jetzigen Schattendasein vollständig saniert ins Licht der Öffentlichkeit rücken. „Wir stimmen mit dem sächsischen Staatsbebetrieb für Immobilien- und Baumanagement derzeit noch Details für die Wiedergeburt ab“, sagte Gartendirektor Professor Christian Wirth auf LVZ-Anfrage. Im September, so die Planung, soll der erste Spatenstich für das Projekt erfolgen. Aber mit der baulichen Ertüchtigung ist es nicht getan.

„Wir wollen das Haus dann auch mit einer frischen und genetisch authentischen Amazonas-Seerose bestücken“, blickt Wirth voraus, der auch das Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung leitet. Mit der Beschaffung will er einen in Südamerika aktiven Doktoranden beauftragen. „Mal sehen, ob das klappt.“ Gewandelt wird bei der Mission gewissermaßen auf den Spuren Poeppigs. Von 1822 bis 1832 bereiste er forschend ganz Amerika, sammelte dort rastlos Tiere und Pflanzen.

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